Basketball | Bundesliga "Existenzielle Herausforderung": MBC hat bald keine Mannschaft mehr

Zukunft ungewiss: So darf man die Aussichten der Basketballer der Syntainics MBC wohl auf einen Nenner bringen. Nach den Verwirrungen der Coronavirus-Pandemie könnte es im Mai in der Bundesliga (BBL) weitergehen, was den Bundesligisten aus Weißenfels vor massive Probleme stellt. Denn 80 Prozent der Spielerverträge enden bereits Anfang Mai.

Interview Matrin Geissler
Geschäftsführer Martin Geissler. (Archiv) Bildrechte: ARD.de

MBC-Geschäftsführer Martin Geissler hat die ersten Hausaufgaben gemacht. "Wir haben die Lizenzunterlagen für die 1. und 2. Liga fertiggestellt", berichtete er. In diesen Tagen müssen die Dokumente bei der BBL eingereicht werden. Wenngleich der Blick in die Zukunft dem in eine Glaskugel gleicht: "Aufgrund der Situation sind die wirtschaftlichen Anforderungen für die BBL etwas zurückgeschraubt worden. Der Fokus liegt auf der aktuellen Saison."

Crowdfunding-Kampagne für die Wölfe wackelt

Auch die Anhänger waren nicht untätig und haben vor gut drei Wochen mit der Crowdfunding-Kampagne "Gemeinsam für die Wölfe" begonnen, um den klammen Geldbeutel der Weißenfelser aufzufüllen. Unter anderem wurde ein Dinner mit Fan-Liebling Sergio Kerusch oder ein Training mit Box-Weltmeister Dominic Bösel angeboten, um 85.000 Euro zu generieren. Einen Haken gibt es dabei. Der Verein bekommt nur eine Auszahlung, wenn die Summe tatsächlich erreicht wird. Bis Montagabend (20. April, 20:00 Uhr) müssen noch rund 7.000 Euro gesammelt werden. "Das Geld wäre notwendig, um diese Saison mit einem blauen Auge zu überstehen", betonte Geissler.

Saisonverlängerung wäre kaum zu stemmen

Eine Verlängerung der Saison, für den Mitteldeutschen BC stehen noch 12 Partien aus, "wäre deshalb für uns eine existenzielle Herausforderung. Denn dadurch entstünden neue Kosten, ohne dass es neue Sponsoreneinnahmen, neue TV-Gelder, geschweige denn Zuschauereinnahmen gäbe", sagt Geissler weiter. Hinzu käme, dass eine Durchführung der verbleibenden Begegnungen nur unter strengen Quarantäne-Regeln möglich wäre. "Das wäre schwer finanzierbar", meint Geissler. Um allein die Mannschaft für einen Monat in einem Hotel abzuschotten, entstünden Zusatzkosten von bis zu 80.000 Euro.

Solidarität muss im Vordergrund stehen

Deshalb plädiert Geissler für eine klare Entscheidung, wenn sich die BBL-Vereine in knapp zwei Wochen zusammenschalten. "Wir als MBC können sicher nicht bis zum Juni warten. Am Ende muss die Solidarität im Vordergrund stehen, und zwar insofern, dass kein Club zerbrechen soll."

red/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 15. April 2020 | 19:30 Uhr

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