Basketball Basketball-Brüder Voigtmann - Thüringer Frühling statt Playoffs und Titeljagd

Der Eine spielt in Moskau um europäische Titel, der andere in Dresden um den Zweitliga-Aufstieg. Normalerweise. In diesen Tagen dürfen auch die Baskeball-Brüder Johannes und Georg Voigtmann nicht aufs Parkett. Eine Situation, der beide aber durchaus Gutes abgewinnen können.

Johannes und Georg Voigtmann - Ende März gemeinsam auf einem Sofa im heimischen Eisenach. Das ist auch für die beiden Basketball-Brüder ganz und gar ungewöhnlich. Normalerweise würden die beiden Profis in diesen Tagen in der heißen Saisonphase um Titel und Playoff-Platzierungen kämpfen.

Pause für Johannes - Saisonende für Georg Voigtmann

Nicht so in diesem Frühjahr. Die Voigtmann-Brüder genießen das gemeinsame Frühstück und trainieren dann im heimischen Garten. Gemeinsam und trotzdem individuell mit unterschiedlichen Perspektiven. Für Nationalspieler Johannes Voigtmann, der beim ZSKA Moskau bei einem europäischen Top-Klub spielt, ist die Saison in Russland derzeit unterbrochen. Für Georg Voigtmann, Kapitän der Dresden Titans in der deutschen ProB-Liga, ist die Saison bereits ganz vorbei.

Im Sport-im-Osten-Talk gaben beide am Donnerstag einen Einblick in ihren Tagesablauf - und eine Einschätzung zur aktuellen Situation, die wie das komplette Leben weltweit derzeit von der Corona-Pandemie bestimmt wird. Für Johannes Voigtmann, den 27-jährigen 2,11-Meter-Hünen steht Kraft- und Ausdauertraining im Vordergrund. "Ich versuche, so gut es geht fit zu bleiben." Sein Bruder will bereits für die kommende Saison so wenig Fitness wie möglich einbüßen.

Basketball-Spieler und Brüder Johannes (li.) und Georg Voigtmann.
Basketball-Spieler und Brüder Johannes (li.) und Georg Voigtmann. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Johannes Voigtmann: "NBA nicht das Nonplusultra"

Johannes Voigtmann, Alba Berlin
Johannes Voigtmann: "Ich wusste, dass ich liefern muss." Bildrechte: imago images/Camera 4

Seit knapp einem Jahr steht der deutsche Nationalspieler Johannes Voigtmann in Moskau unter Vertrag. Der Thüringer entschied sich für den russischen Serienmeister, obwohl ihm auch Angebote der Washington Wizards aus der NBA vorlagen. Ein Schritt, den er bis jetzt nicht bereut hat. "Die NBA ist ohne Frage die beste Liga der Welt. Aber ich habe nie gesagt, es ist das Nonplusultra. Es spielen auch andere Faktoren wie Sicherheit eine Rolle. In der NBA gibt es alles außer Sicherheit." Und so sei er "mit ein bisschen Abstand sehr zufrieden", sich für Moskau und gegen Washington entschieden zu haben. Wenngleich der Druck vergleichbar ist. "Der Klub ist auf Titel ausgelegt. Ziele sind Titel, in Russland und Europa. Da entsteht Druck. Aber ich wusste vorher, dass ich liefern muss."

Medaille bei Heim-EM 2021 als Ziel

Liefern will er auch mit der Nationalmannschaft - wenn 2021 die Heim-Europameisterschaft ansteht. Wegen der Verlegung des Olympischen Basketballturniers ist noch nicht ganz sicher, ob die Titelkämpfe wie geplant im September 2021 u.a. in Köln und Berlin über die Bühne gehen können. "Falls die EM stattfindet, sollte eine Medaille das Ziel sein", so Voigtmann selbstbewusst. Vor allem, weil die WM vor einem Jahr mit Rang 18 frustrierend verlief. Aber: "Wir haben das Potenzial, die Großen zu schlagen."

Georg Voigtmann: "Unsere Sportart lebt von den Zuschauern"

Georg Voigtmann
Georg Voigtmann: "Saison-Abruch war die richtige Entscheidung" Bildrechte: imago images/Hentschel

Das Ziel, im kommenden Jahr Großes zu schaffen, hat auch Georg Voigtmann. Wenn auch ein paar Etagen tiefer in der dritthöchsten deutschen Spielklasse, der Pro B. Mit den Dresden Titans soll dann der Aufstieg in die Pro A gelingen. Nach holprigem Saisonstart waren die Sachsen in diesem Jahr schon dicht dran, die Playoffs wurden wegen der Corona-Pandemie wie der gesamte deutsche Basketball-Betrieb aber abgesagt. Aufstiegschance vertan - und trotzdem findet der 25-jährige Center die Entscheidung richtig. "Wir haben uns auf die Playoffs gefreut. Das ist der Höhepunkt der Saison. Es gibt aber wichtigere Sachen als Basketball. Ich war auch kein Fans von Geisterspielen. Unsere Sportart lebt von den Zuschauern. Daher war der Abbruch die richtige Entscheidung."

Also ist in diesen Tagen Krafttanken angesagt. Krafttanken und Genießen der seltenen Momente, mit dem Bruder den Thüringer Frühling zu erleben.

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten-Talk | 02. April 2020 | 09:00 Uhr

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