Tischtennis Profispieler Alexander Flemming: "Surreale Situation"

Er pendelt zwischen Leipzig und Hilpoltstein, einmal im Jahr tritt er im legendären "Ally Pally" in London auf: Tischtennis-Profi Alexander Flemming erzählte uns im "SpiO"-Livetalk am Freitag, wie es ihm gerade geht.

Alexander Flemming (TV 1879 Hilpoltstein) bei der Angabe, dem Aufschlag.
Bildrechte: imago/Eibner

Optisch macht das schon einmal etwas her: So sieht es also aus im Keller eines Tischtennis-Profis: Alexander Flemming steht vor einer Tischtennis-Platte nebst Ballmaschine, auch Boden und Wand sind für das optimale Training ausgestattet. Ein paar Euro hat es gekostet, die Maschine zum Beispiel 1.000 Euro, aber dafür habe er wohl bessere Trainingsbedingungen als in diversen Hallen.

Tischtennis-Profi und Clickball-Vizeweltmeister Alexander Flemming
Alexander Flemming in seinem sehr gut ausgestatteten Trainingskeller Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Wie mit Freunden spielen"

Für die Gesundheitsmaßnahmen wegen Corona hat der Leipziger "volles Verständnis, sie macht mich aber auch traurig. Insgesamt ist es eine surreale Situation". Er geht viel spazieren und joggen. Die Schränke seien schon alle längst aufgeräumt, erzählt er verschmitzt. Den Schläger hatte er zuletzt auch einmal ein, zwei Wochen weggelegt, einfach "um den Kopf frei zu bekommen". Denn, wann es weiter geht, weiß keiner. Die Saison der 2. Liga ist Ende März abgebrochen worden. Bis dahin pendelte er zum TV 1879 Hilpoltstein, einem Ort zwischen Nürnberg und Ingolstadt. Der Klub ist ihm ans Herz gewachsen: "Es ist ein sehr familiärer Verein, das ist wie mit Freunden spielen. Und trotzdem kommen zu den Heimspielen zwischen 300 und 500 Zuschauern". Das ganze Wochenende verbringt er bei Heimbegegnungen dann vor Ort, die Fahrt fährt er fast im Schlaf: "Die A9 kenne ich in- und auswendig".

Nur zehn Deutsche in der Bundesliga

Obwohl der 32-Jährige immerhin zweifacher Deutscher-Doppel-Meister war, in der Bundesliga war nach dem Aufstieg seines damaligen Vereins 1. FC Saarbrücken kein Platz mehr für ihn: "Es gibt dort nur Dreier-Teams und damit insgesamt nur 30 Spieler. Davon sind zehn Deutsche, das ist sehr schwer da reinzurutschen".

Vize-Weltmeister im "Ally Pally"

Dafür hat der "Platten-Profi" aber ein anderes Betätigungsfeld gefunden, bei dem er es bis in die Weltklasse geschafft hat: "Clickball" nennt es sich offiziell. Weil die Schlagfläche bei einem Clickball-Schläger mit Sandpapier statt mit Gummi ausgestattet ist, ist das Tempo um bis zu 20 Prozent niedriger. Das sorgt für deutliche längere Ballwechsel: "Da kann es auch schon einmal zu 65 Ballwechseln kommen, das hat Tennis-Flair", berichtet Flemming. Das "Retro-Tischtennis" oder auch "Ping-Pong" begeistert in England und in den USA schon viele. Auch in China, dort wo besonders viele normale Tischtennis-Könner zuhause sind, gibt es schon ein paar Millionen Spieler. Seit 2013 gibt es in London, im vom Darts bekannten "Ally Pally", sogar ein Weltmeisterschaft - und der Sachse scheiterte dort dreimal erst im Finale. Klar, dass der WM-Titel das große Ziel ist.

Alexander Flemming (TV 1879 Hilpoltstein) ballt die Faust, jubelt nach einem Satzgewinn.
Bildrechte: imago/Eibner

Mit einem zweifachen Erfolg beim zweitwichtigsten Turnier der Welt, dem "World Ping Pong Cup" in China, bewies er, dass er auch bei wichtigen Endspielen triumphieren kann.

cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 03. April 2020 | 17:45 Uhr

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