06.05.2020 | 17:00 Uhr Agrarminister will regionale Produkte aus der Nische holen

Wochenmarkt
Ein Wochenmarkt mit Produkten direkt vom Bauern (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Arnulf Hettrich

Die Corona-Krise hat nach Ansicht von Sachsens Agrarminister Wolfram Günther das Interesse vieler Verbraucher an regionalen Produkten steigen lassen. Neben Nachhaltigkeit gehe es auch darum, sich ein Stück weit unabhängiger etwa von internationalen Lieferketten zu machen, erklärte der Grünen-Politiker am Mittwoch.

Ökolandbau aus der Nische holen

Ein junger Landwirt füttert braune Kühe mit Stroh
Clemens Risse ist Biobauer und vermarktet selbst. Bildrechte: MDR/L. Müller

Im Landwirtschaftsministerium soll deshalb ein eigenes Referat aufgebaut werden, das sich um das Thema regionale Wertschöpfung in Kombination mit Ökolandbau kümmert. "Es geht darum, regionale Erzeugung aus der Nische zu holen und zu einer systemrelevanten Versorgung zu machen", so Günther.

Dafür müssten neben Erzeugern selbst auch Verarbeiter, Handel und Gaststätten ins Boot geholt werden. "Wir brauchen einen wirtschaftlichen Lückenschluss zu den Erzeugern", erklärte Günther. Bisher sei es oft noch so, dass das tierische oder pflanzliche Rohprodukt an Großhändler außerhalb Sachsens gehe.

Linksfraktion fordert Unterstützung von Dorfläden

Die Linksfraktion forderte die Landesregierung auf, besser über Fördermöglichkeiten etwa aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds zu informieren und einen Leitfaden für die Gründung und den Betrieb von Dorfläden zu erstellen. Nicht einmal die Hälfte der Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern in Sachsen hätten noch ein Lebensmittelgeschäft mit Vollsortiment, hieß es. Die Zahl der Dorfläden sank den Angaben zufolge von 2010 bis 2017 von 32 auf 17.

Quelle: MDR/dpa/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.05.2020 | 20:00 Uhr in den Nachrichten

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