29.04.2020 | 07:20 Uhr Abgespeckte Landtagssitzung - Protest der Reisebranche geplant

Ein Reisebus auf der Straße.
Bildrechte: imago images / Arnulf Hettrich

Der Sächsische Landtag tritt am Mittwoch wegen der Corona-Krise in reduzierter Besetzung zusammen. Außerdem tagt das Plenum nur an einem Tag. Darauf hatten sich die Fraktionen im Vorfeld verständigt. Mit dem sogenannten Pairing-Verfahren sollen im Plenarsaal die nötigen Sicherheitsabstände gewährleistet werden.

Aktuelle Stunde zur Lage in Gastronomie- und Tourismusbranche

Am Beginn der Sitzung will Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) eine Regierungserklärung zur Unterstützung der sächsischen Betriebe und Unternehmer geben. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) möchte das Wort ergreifen und den Abgeordneten Rede und Antwort stehen.

In der Aktuellen Stunde wird über die Lage der besonders von der Krise betroffenen Gastronomie- und Tourismusbranche debattiert. Parallel dazu ist vor den Türen des Landtages ein Protest geplant. Mit einem Buskonvoi durch Dresden wollen Tourismusbetriebe auf ihre Not in der Corona-Krise aufmerksam machen. Unter dem Motto "Rettet die Reisebüros" wollen die Organisatoren darauf aufmerksam machen, dass die Tourismusbranche aus zahlreichen Kleinbetrieben besteht, deren Existenz akut bedroht sei. In den kommenden Wochen drohe der komplette Zusammenbruch vieler Unternehmen und ganzer touristischer Wertschöpfungsketten, hieß es in dem Demo-Aufruf. Am Landtag sollen Forderungen nach Unterstützung an die Politik übergeben werden. Bundesweit sind in mehr als 30 Städten Aktionen geplant.

Proteste der Reisebranche auch in Chemnitz und Leipzig

Auch in Leipzig und Chemnitz sind Proteste der Reiseunternehmen geplant. Die Stadt Leipzig hat eine Kundgebung von Inhabern und Mitarbeitern von Reisebüros unter strengen Auflagen genehmigt. Sie steht unter dem Motto "Rettet die Reisebranche". Mitorganisatorin ist die Wurzner Reisevermittlerin Sabine Schwarz. Sie sagte MDR SACHSEN: "Uns ist seit Februar der Umsatz weggerutscht. Das, was wir im alten Jahr erarbeitet haben, fällt nun auch durch die abgesagten Reisen weg, weil wir dafür keine Provisionen erhalten, also die Vergütung wegfällt". Die Kundgebung in Leipzig soll 15 Uhr auf dem Augustusplatz beginnen. Die Stadt hat nur 50 Teilnehmer zugelassen. Sie müssen unter anderem ihre Personalien offenlegen und strenge Abstands- und Hygienvorschriften einhalten.

Wir fordern eine finanzielle Soforthilfe für die kleinen und mittelständischen Unternehmen und eine Finanzhilfe, was zum Beispiel durch einen Notfallfond bereitgestellt werden kann, speziell für die Reise- und Touristikbranche.

Annett Franz Mitorganisatorin Protest der Reisebranche in Chemnitz

In Chemnitz wollen Reiseveranstalter mit leeren Koffern und Liege-Stühlen auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen. Mitorganisatorin Annett Franz sagte MDR SACHSEN, die Reisebüros habe die Corona-Pandemie "in einem Wahnsinns-Ausmaß getroffen". "Die Reisewarnung, die weiterhin besteht, haben wir schon viel viel eher gemerkt als andere Einzelhändler oder Gastronomen. Wir wurden als Erste getroffen und werden uns auch als Letzte davon wieder erholen."

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.04.2020 | ab 10:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 29.04.2020 | 19:00 Uhr

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