12.01.2020 | 17:22 Uhr Silvesternacht in Connewitz: Geschädigte sollen Anzeige erstatten

Polizeieinsatz am Connewitzer Kreuz am 31.12.2019
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Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat die Geschädigten der Silvester-Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz aufgerufen, Anzeige zu erstatten. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz sagte, das gelte für alle, denen Unrecht geschehen sei oder die durch den Einsatz der Polizei Schaden genommen hätten. "Nur dann können wir umfangreich prüfen", sagte Schulz am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Neue Videos von Silvesternacht aufgetaucht

Am Freitag hatte das Internetportal "BuzzFeed News Deutschland" Videomitschnitte von den Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz in der Silvesternacht veröffentlicht. Auf den undeutlichen Aufnahmen ist unter anderem zu sehen, wie Polizisten an einer am Boden liegenden Person vorbeigehen. In einem Video ist offenbar ein blutender Mann in Handschellen zu sehen. Zitiert wurden auch Augenzeugen und Menschen, die nach eigenen Angaben geschädigt wurden.

Staatsanwaltschaft kennt nicht alle Videos

Die Videoaufnahmen kenne man nur zum Teil, so Schulz. Er bat darum, die Mitschnitte den Ermittlern vollständig und im Original zur Verfügung zu stellen. "Wir werden diese Aufnahmen prüfen." Man werde dann auch versuchen, das Material mit technischen Hilfsmitteln aufzubereiten, um möglichst viel aus den Aufnahmen herauszubekommen.

Polizisten räumen eine Kreuzung im Stadtteil Connewitz.
Nach Mitternacht eskalierte die Situation am Connewitzer Kreuz. Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit dem Angriff auf einen Polizeibeamten, der am Ohr operiert werden musste, gibt es laut Schulz keine neuen Hinweise. Es seien weder weitere Zeugenaussagen gemacht noch Videos zur Verfügung gestellt worden. Es werde nach wie vor wegen versuchten Mordes ermittelt. Man gehe vom Mordmerkmal der niederen Beweggründe aus.

Erster Verurteilter nach Silvester-Krawallen

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen im linksalternativen Viertel Connewitz war in der vergangenen Woche ein 27-Jähriger verurteilt worden. Der Mann hatte einem rennenden Polizisten ein Bein gestellt. Wegen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung verhängte das Amtsgericht eine sechsmonatige Bewährungsstrafe.

Die Staatsanwaltschaft führt noch elf weitere Strafverfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte. Drei von ihnen im Alter von 29, 30 und 32 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Zudem gibt es ein allgemeines Verfahren gegen unbekannt wegen Landfriedensbruchs sowie Ermittlungen wegen der heftigen Tritte gegen den 38 Jahre alten Polizisten. Dieser lag mehrere Tage im Krankenhaus.

Situation nach Mitternacht eskaliert

Zu Silvester hatten sich laut Polizei mehr als 1.000 Menschen am Connewitzer Kreuz versammelt. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot im Einsatz. Nach Mitternacht eskalierte die Situation. Im Anschluss gab es auch Kritik an der Einsatztaktik der Polizei.

Quelle: MDR/dpa/ms

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.01.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

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