01.06.2020 | 6:00 Uhr Forschungsinstitut für gesellschaftlichen Zusammenhalt in Leipzig startet

Am 1. Juni 2020 nimmt das Forschungsinstitut für gesellschaftlichen Zusammenhalt seine Arbeit auf. Es soll Fragen zu Populismus, Antisemitismus sowie zum Auseinanderdriften von Stadt und Land beantworten und Vorschläge für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft erarbeiten. Die Universität Leipzig koordiniert die Arbeit. Hier sollen 14 Forschungsprojekte umgesetzt werden.

Zusammenhalt Symbolfoto
Wie sich der gesellschaftliche Zusammenhalt entwickelt hat und wie er in Zukunft aussehen könnte, will ein bundesweit organisiertes Forschungsinstitut herausfinden. Die Universität Leipzig ist federführend am Projekt beteiligt. Bildrechte: dpa

Das neue "Forschungsinstitut für gesellschaftlichen Zusammenhalt" (FGZ) nimmt am Montag seine Arbeit auf. Die Koordination übernehmen die Universitäten Leipzig, Bremen und Frankfurt. Zudem sollen sich Wissenschaftler an elf bundesweiten Standorten am Forschungsprojekt beteiligen. Darunter sind auch die Universität Halle-Wittenberg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena.

Forschen und Vorschläge formulieren

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek zufolge soll das Institut Fragen zu Populismus, Antisemitismus sowie zum Auseinanderdriften von Stadt und Land beantworten und Vorschläge für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft erarbeiten. Auch die Rolle der Medien sowie die Auswirkungen der Globalisierung seien Gegenstand der Forschung.

Corona-Verschwörungtheorien widersprechen

Infolge der Corona-Pandemie kämen Themen wie die Verbreitung von Verschwörungstheorien hinzu. "Gerade in Zeiten der Krise dürfen wir das Feld nicht denen überlassen, die andere ausgrenzen und die Gesellschaft spalten wollen", sagte Karliczek. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie wichtig es sei, auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu diskutieren und zu handeln.

14 Forschungsprojekte in Leipzig geplant

In Leipzig sollen nach Universitätsangaben in den kommenden vier Jahren 14 Forschungsprojekte umgesetzt werden. Themen wie Mediennutzungsstrategien, populistischen Bewegungen sowie der Legitimationskrise liberaler Demokratien und autoritären Dynamiken stünden dabei im Mittelpunkt.

Welche Position hat Deutschland in der Welt?

Der Leipziger Historiker Matthias Middell ist aktuell geschäftsführender Sprecher des FGZ. Er erforscht in einem von ihm geleiteten Projekt den Zusammenhang rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen. Bei der Untersuchung des gesellschaftlichen Zusammenhalts könne es nicht nur um Deutschland gehen, sagte Middell. "Es geht um die Frage der Position der deutschen Gesellschaft in einem globalen Kontext", so Middell. Das FGZ soll laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung für vier Jahre tätig sein. Den Angaben zufolge wird es mit insgesamt 40 Millionen Euro gefördert.

Quelle: MDR/mar/KNA

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.06.2020 | ab 06:00 Uhr in Nachrichten

Mehr aus Leipzig, dem Leipziger Land und Halle

Mehr aus Sachsen