04.02.2020 | 16:50 Uhr St.-Georg-Klinikum Leipzig bietet jetzt Coronavirus-Schnelltest an

Modell des Corona-Virus
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Das Leipziger Klinikum St. Georg ist jetzt in der Lage, mittels eines Tests das neuartige Coronavirus nachzuweisen. Wie das Krankenhaus am Dienstag mitteilte, erfolgen die Prüfungen zweimal täglich anhand von Rachenabstrichen. Angewandt werde die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion PCR - eine Methode, die den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO entspricht. Sie ist für den sogenannten "Virusdirektnachweis" geeignet und bietet einen unmittelbaren Befund. Verdachtsfälle können in der Region zudem auch in der Uniklinik Leipzig untersucht werden. In Sonderfällen liegt innerhalb von drei Stunden ein Ergebnis vor.

St. Georg Klinikum Corona-Test - zwei Menschen stehen vor einem Computer
Chefarzt Stephan Borte und eine Laborassistentin testen den neuen Test. Bis zu 60 Euro kostet so ein Test. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay
Christoph Lübbert, St. Georg Klinikum Leipzig
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Also jemand, der in den letzten 14 Tagen in China war und der Sympthome, der eine Lungenentzüdung hat, den müssen wir testen und den müssen wir auch stationär aufnehmen und isolieren. Diesen Dreiklang kriegen wir hier hin. Die Testung, die Abklärung und auch die Isolation des Patienten. Das ist das Besondere an dieser Einrichtung, dass wir alles vor Ort haben.

Christoph Lübbert Chefarzt

Schnelltest schneller als gedacht verfügbar

"Nur durch das zusätzliche Engagement unserer Mitarbeiter der Mikrobiologie und die am Immun-Defekt-Centrum Leipzig zur Verfügung stehenden Ressourcen konnten wir unser Ziel so schnell erreichen", freut sich Dr. Stephan Borte, Leiter des Medizinischen Zentrallabors. Denn der Test, der in Anlehnung an das Referenzlabor der Charité in Berlin entwickelt wurde, steht eine Woche eher zur Verfügung als geplant. "In der kommenden Woche etablieren wir eine von der Routine unabhängige zweite Testmethode, sodass wir jederzeit die Versorgungssicherheit sicherstellen können", so Borte weiter.

Coronavirus-Test am St. Georg-Klinikum
Vorsichtig füllt die Laborassistentin mit Hilfe einer großen Pipette die Speichelprobe zusammen mit verschiedenen Flüssigkeiten in die Reagenzgläser. Kurz darauf drehen sie sich in der Zentrifuge und wenigen Stunden später wird klar sein, ob sich der Patient infiziert hat, oder nicht. Bildrechte: MDR/Lars Tuncay

Coronavirus-Verdacht - Wie ist das in Sachsen geregelt? Wie das Sozialministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, laufen die Fäden im Sozialministerium zusammen. Sowohl was die Kommunikation als auch die Vorbereitungen betrifft.

Wenn ein Corona-Verdachtsfall entsprechende Symptome zeigt und aus der Region Hubei kommt und/oder Kontakt mit Personen hatte, die dort waren, soll er in der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses sein Kommen ankündigen. Er soll nicht zum Hausarzt gehen. Alle Krankenhäuser können zumindest kurzeitig isolieren.

In Sachsen gibt es bisher keine Coronavirus-Verdachtsfälle.

Ein Verdachtsfall liegt nur dann vor, wenn folgende drei Sachverhalte vorliegen: 1. Einreise aus der Provinz Hubei oder Kontakt zu solchen Personen.
2. Fieber, Husten, Atemnot, manchmal zusätzlich Durchfall
3. Die Symptome beginnen zwei bis 14 Tage nach dem Kontakt mit einer infizierten Person. Quelle: Stadt Chemnitz

Quelle: MDR/dk/dka/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.02.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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