FAQ Fragen und Antworten zum Fasching in Sachsen

"Leila - Helau!" in Leipzig, "Rabu!" in Radeburg und "Saxonia - Helau!" in Dresden. Wer diese Rufe hört, kann sich sicher sein: Die Faschingszeit in Sachsen ist in vollem Gange. Doch woher kommt der Brauch?

Weiberfaschingsumzug
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Wann ist Fasching?

Die Faschingszeit, oft auch als fünfte Jahreszeit bezeichnet, beginnt jedes Jahr am 11. November um 11:11 Uhr. An welchem Datum sie endet, ist allerdings ganz unterschiedlich, denn das richtet sich nach dem Osterfest. Rechnet man 46 Tage von Ostern rückwärts, so lange dauert die Fastenzeit, erhält man das Datum von Aschermittwoch, dann endet die Faschingszeit.

Die Hochphase der närrischen Zeit wird 2020 mit der Weiberfastnacht am 20. Februar eingeläutet. Es folgen der Fastnachtssonntag, Rosenmontag und die Fastnacht. Die Faschingszeit endet am 26. Februar.


Warum feiern wir Fasching und verkleiden uns?

Die Tradition des Verkleidens und gemeinsamen Feierns gab es schon vor über 5.000 Jahren im Mittelmeerraum. Ab dem Mittelalter verkleideten sich dann auch die Menschen in unserer Region. Damals haben sie sich gruselige Kostüme angezogen - meist waren dämonisch wirkende Masken dabei. Mit Rasseln und Glocken wurde dann viel Lärm gemacht, um die bösen Geister und den Winter zu vertreiben.


Was hat Fasching mit der Fastenzeit zu tun?

Früher waren weite Teile unserer Region katholisch geprägt und es gab noch die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern. Vor der Zeit des Verzichts wurde damals mit der Gemeinschaft die Fastnacht gefeiert. Mit der Reformation im 16. Jahrhundert allerdings wurde die Fastenzeit der Kirche in Frage gestellt. Sie verlor an Bedeutung und somit geriet auch die Tradition des gemeinsamen Feierns in der Fastnacht vielerorts in Vergessenheit. 


Fasching, Fastnacht, Karneval - was ist der Unterschied?

Fasching geht auf das mittelhochdeutsche Wort aus dem 13. Jahrhundert "vaschang" zurück. Das kann entweder 'schwärmerisches Treiben zu Fastnacht' oder 'Ausschank des Fastentrunkes' bedeuten.

Die Fastnacht wiederum geht auf das ebenfalls mittelhochdeutsche Wort "vas(t)(en)nacht" zurück. Das bedeutet die 'Nacht vor dem Fasten'. Seit dem 15. Jahrhundert schließt es eine ganze Woche vor der Fastenzeit ein: Eine Zeit zu feiern, bevor dann am Aschermittwoch alles vorbei ist.

Über den Ursprung des Wortes Karneval sind sich die Sprachwissenschaftler noch nicht einig. Es könnte auf das mittellateinische Wort "carnelevare" zurückführen, was so viel wie 'Fleischwegnehmen' bedeutet. Das wäre wieder ein Hinweis auf die Fastenzeit. Möglich ist aber auch, dass Karneval seinen Ursprung im lateinischen "carrus navalis" hat. Der Begriff bezeichnet ein 'Narrenschiff', das bei feierlichen Umzügen mitgeführt wurde und auch heute bei vielen Faschingsumzügen dazu gehört.


Wo in Sachsen gibt es große Faschingsumzüge?

In Radeburg findet alljährlich der größte Rosenmontagsumzug in Sachsen statt. Aber auch in der Oberlausitz wird gefeiert - zum Beispiel am Rosenmontag in Wittichenau. Feierlustig sind auch die Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: Hier bilden 14 Karnevalsvereine einen engen Verbund und richten alle zwei Jahre einen Umzug aus - den nächsten 2022. Der Ski- und Eisfasching in Geising zieht am Fastnachtssonntag Tausende Besucher ins Erzgebirge. Und in Leipzig ziehen Faschingsfans jedes Jahr beim "Rosensonntagsumzug" durch die Innenstadt.


Gibt es Faschingsferien in Sachsen?

Nein, aber ab und zu überschneiden sich die närrischen Tage in Sachsen mit den Winterferien. 2020 müssen die Schüler zwar schon wieder am Rosenmontag die Schulbank drücken, aber schon 2021 fällt die Faschingszeit genau in die Ferien.


Wie aktiv sind die Sachsen in Sachen Fasching?

Zum Verband sächsischer Carneval e.V. zählen 185 Karnevalsvereine in Sachsen mit grob geschätzt 50.000 aktiven Mitglieder. Allerdings ist längst nicht jeder kleine Verein Mitglied im großen Verband, sodass niemand so genau weiß, wie viele Närrinnen und Narren sich in Karnevalsvereinen engagieren.

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