23.01.2020 | 17:53 Uhr Vonovia will per App mehr Transparenz für Mieter schaffen

Der Wohnungskonzern Vonovia möchte in Dresden und auch bundesweit mit Transparenz und Dialogbereitschaft auf Mieter zugehen. Damit reagiert das Unternehmen auf verschiedene Kritikpunkte, die von Mietervereinen immer wieder geäußert wurden. In Dresden stellte Vonovia am Donnerstag eine App vor, mit der Kunden des Wohnungsanbieters Mietangelegenheiten klären können sollen. Außerdem informierte das größte Wohnungsunternehmen Dresdens über Investitionen und neue Bauprojekte in der Stadt.

Ein Teilnehmer einer Kundgebung zum bundesweiten Protesttag des Bündnisses gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn steht mit einem Schild auf dem Postplatz.
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13 Klagen gegen Nebenkostenabrechnungen von Dresdner Mietern sind gegen die Vonovia aus dem vergangenen Jahr noch immer anhängig. Eine der insgesamt 14 Klagen hat das Wohungsunternehmen verloren. Immer wieder beschwerten sich Vonovia-Mieter über intransparente Abrechnungen und forderten Einblicke in Unterlagen, um die Kosten nachvollziehen zu können. Einige zogen vor Gericht. Matthias Wulff, Vonovia-Pressesprecher für Ostdeutschland dazu:

In Dresden gibt es keine außergewöhnlich hohe Anzahl von Einsprüchen gegen Nebenkostenabrechnungen. Die Stadt ist da insgesamt kein Hotspot.

Matthias Wulff Pressesprecher Vonovia

Dresdner Regionalbereichsleiterin will auf Mieterverein zugehen

Der Mieterverein Dresden kritisiert: Bei etwa 60 Prozent der Beratungen von Vonovia-Mietern gehe es um Nebenkostenabrechnungen. Im Vergleich dazu spielten bei Beratungen zu anderen Vermietern die Nebenkosten nur in etwa 40 Prozent der Fälle eine Rolle. Die Vonovia-Regionalbereichsleiterin für Dresden, Martina Pansa, will auf den Mieterverein Dresden deshalb zugehen und ist fortlaufend in Gesprächen: "Der Mieterverein bekommt grundsätzlich bei jeder Modernisierung eine Information von uns zur Kenntnis. Wir klären unsere Mieter gemeinsam mit dem Mieterverein auf."

Anzahl der Einsprüche gegen Nebenkostenabrechnungen für Dresden nicht bekannt

Eine genaue Zahl der Einsprüche gegen Nebenkostenabrechnungen in Dresden konnte Unternehmenssprecher Wulff auf Nachfrage nicht nennen. Bei mehr als 700.000 Abrechnungen pro Jahr in ganz Deutschland gebe es ca. 60.000 Kundenreaktionen. "Von diesen 60.000 Reaktionen gibt es 5.000 Einsprüche gegen Nebenkostenabrechnungen", ergänzte der Leiter des Kundenservice, Andreas Süßenbach. Er ist auch für den Kundenservice aller Dresdner Vonovia-Mieter zuständig.

App als Antwort auf Mieteranfragen

Verbraucherschützer verliehen dem Vonovia-Kundenservice im Jahr 2019 den Negativpreis "Prellbock". Der ist nun wohl auch Ansporn für ein neues Projekt gewesen. Für eine bessere Kommunikation in Vermieter-Mieter-Angelegenheiten will Vonovia künftig mit einer App sorgen. Damit reagiert das Unternehmen auf Kritik bei der Abwicklung von Reparaturen und Informationen zu Sanierungen im Wohnbestand des Unternehmens. All das soll nun die App ermöglichen.

Investitionen in Millionenhöhe

Im Jahr 2020 will Vonovia rund 1.800 Dresdner Wohnungen sanieren und modernisieren. Dafür würden etwa 45 Millionen Euro investiert. Insgesamt werden 100 Millionen Euro in Dresdner Immobilien fließen. In den Jahren 2018/19 investierte Vonovia in Dresden gut 220 Millionen Euro. Aktuell werden die Gelder in Brandschutz-Umbauten gesteckt, Aufzüge und Balkone werden an Bestandswohnungen installiert. Die Bauarbeiten finden also auch an und in bewohnten Häusern und Wohnungen statt.

Vonovia Das Unternehmen ist Dresdens größter Vermieter und hat aktuell 39.000 Wohnungen. Für knapp ein Viertel dieser Wohnungen hat die Stadt Dresden Belegungsrechte. Das heißt, dieser Wohnraum muss vorrangig sozial Bedürftigen zur Verfügung gestellt werden.

Vonovia vermietet bundesweit etwa 470.000 Wohnungen und hat im Jahr 2018 einen Gewinn von knapp 1,1 Milliarden Euro erzielt.

Quelle: MDR/SW

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.01.2020 | 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

MDR SACHSENSPIEGEL | 23.01.2020 | 19:00 Uhr

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