05.03.2020 | 18:10 Uhr | Update Diebstahl im Grünen Gewölbe: Polizei zeigt Phantombild eines Verdächtigen

Phantombild eines Tatverdächtigen
Das Phantombild zeigt einen der insgesamt sieben Tatverdächtigen, die an dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden beteiligt gewesen sein sollen. Bildrechte: Polizei Dresden

Im Zusammenhang mit dem Juwelendiebstahl im Historischen Grünen Gewölbe in Dresden suchen die Ermittler jetzt mit einem Phantombild nach einem Tatverdächtigen. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden und die Dresdner Polizei am Donnerstag in einer gemeinsamen Information mitteilten, ist man der Person über das Fluchtfahrzeug auf die Spur gekommen. Die Ermittler gehen inzwischen von mindestens sieben Tätern aus. Dies ergebe sich aus einer Fallanalyse des Landeskriminalamtes Sachsen, aus Videoauswertungen sowie weiteren Ermittlungen.

Erkenntnisse zum Fluchtfahrzeug führen zu Tatverdächtigem

Die Juwelendiebe waren demnach mit ihrer Beute in einem Audi S6 von der Innenstadt zunächst in eine Tiefgarage im Stadtteil Pieschen geflüchtet, wo sie den Wagen anzündeten, um Spuren zu verwischen. Ermittlungen haben nun ergeben, dass der Audi im August 2019 von einer Privatperson in Magdeburg gekauft worden war. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann, der den Wagen in Magdeburg abholte, mit dem Einbruch im Grünen Gewölbe zu tun hat. Der Mann sei etwa 25 Jahre alt, schlank und habe dunkle Haare. Zeugenhinweise werden unter der Telefonnummer 0351/4832233 entgegengenommen.

Die Ermittler gehen weiterhin davon aus, dass der Einbruch langfristig vorbereitet wurde. Dafür spreche, dass das Täterfahrzeug vermutlich kurz vorher farblich verändert wurde. Im Zusammenhang mit dem Einbruch gingen bei der Sonderkommission "Epaulette" mittlerweile knapp 1.300 Hinweise aus der Bevölkerung ein.

Innenausschuss beschäftigt sich mit dem Juwelendiebstahl

Unterdessen war der Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe am Donnerstag auch Thema bei einer Sitzung des Innenausschusses im Sächsischen Landtag. Linke- Fraktionschef Rico Gebhardt zeigte sich im Anschluss enttäuscht und warf der Regierung "Aussageverweigerung" vor. "Weder der Innenminister noch der Landespolizeipräsident oder weitere Vertreter der Staatsregierung waren willens oder in der Lage, meine heutigen Fragen umfassend zu beantworten", erklärte Gebhardt. Im Ergebnis der kargen Auskünfte hätten sich sogar neue Fragen ergeben. "Ich frage mich, warum bei der Polizei nicht automatisch und ohne Zeitverzug die Alarmglocken geschrillt haben, als die Diebe das Fenster 'aufsprengten', wie Direktor Dirk Syndram es formuliert hat."

Rico Gebhardt spricht im sächsischen Landtag zu den Abgeordneten.
Linke-Fraktionschef Rico Gebhardt Bildrechte: dpa

Solche Systeme seien heute durchaus üblich, ebenso Vorkehrungen, die Diebe am Entkommen hindern, betonte Gebhardt. Vermutlich habe man aus Kostengründen Sicherheitslücken in Kauf genommen. Parlament und Öffentlichkeit müssten erfahren, ob alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden sind, um den sächsischen Staatsschatz ausreichend zu schützen.

Quelle: MDR/afp/dpa/ma/ms/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.03.2020 | 13:00 Uhr in den Nachrichten und 17:50 Uhr im Programm

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