24.03.2020 | 17:20 Uhr Absage: Coronavirus bremst auch sorbische Osterreiter aus

Das in der Lausitz traditionsreiche Osterreiten wird in diesem Jahr abgesagt. Das hat das Landratsamt Bautzen am Nachmittag mitgeteilt. Die Landesdirektion habe das Landratsamt darüber informiert, hieß es weiter. Hintergrund ist die am 19. März 2020 in Kraft getretene Allgemeinverfügung zur Untersagung von öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen sowie von Versammlungen von Menschen, die bis zum 20. April 2020 Gültigkeit hat.

Das sorbische Osterreiten hätte am Ostersonntag, dem 12. April 2020, stattgefunden. Dabei reiten rund 1.500 Männer aus den katholischen Gemeinden der Oberlausitz in insgesamt neun Prozessionen im Städtedreieck Bautzen - Hoyerswerda - Kamenz.

Osterreiten in der Lausitz Das Osterreiten ist ein alter Brauch der katholischen Sorben. Er wird seit mehr als fünf Jahrhunderten gepflegt. Bereits Ende des 15. Jahrhunderts fanden zwischen Hoyerswerda und Wittichenau solche Prozessionen statt. Die Wurzeln dieses Brauchs reichen wahrscheinlich bis in vorchristliche Zeiten zurück. Durch Feldumritte glaubte man, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Unter dem Einfluss des Christentums wandelten sich die Ritte wohl in christliche Prozessionen, die heute ein öffentliches Bekenntnis zum Christentum darstellen.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.03.2020 | ab 16:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

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