Messe für Computer- und Videospiele Motor der Digitalisierung: Sachsen-Anhalt erstmals auf Gamescom

Johanna Daher
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Seit 2009 findet die Gamescom, die auch als Herz der Spielebranche bekannt ist, in Köln statt. 10 Jahre nach dem Startschuss macht Sachsen-Anhalt zum ersten Mal mit. Am Donnerstag wurden die 15 Aussteller vorgestellt, die die Games-Branche des Landes dort vertreten. Mittlerweile gilt die Spieleindustrie als Schlüssel und Motor der Digitalisierung.

Gamescom 2014
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Mehrere Milliarden Menschen spielen weltweit Computer- und Videospiele, in Deutschland nutzen regelmäßig über 34 Millionen Menschen diese interaktiven Unterhaltungsangebote, so das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt. Deshalb stand es für Wirtschaftsminister Armin Willingmann außer Frage, dass Sachsen-Anhalt auch Teil der Gamescom werden muss. Sie ist die weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele. "Die Games-Branche entwickelt sich zu einem Innovationsmotor für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, insofern möchten wir unsere Unternehmen dabei unterstützen, sich auf der weltgrößten Branchen-Messe zu vermarkten und weiter zu vernetzen", sagt er.

Aber wieso erst jetzt zur 11. Gamescom und nicht schon früher? "Für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, insbesondere die IT-Branche, stand in den vergangenen Jahren die Cebit im Fokus", erklärt Matthias Stoffregen, Pressesprecher des Wirtschaftsministeriums. Nachdem die Messe in Hannover eingestellt wurde und sich die Games-Branche in Sachsen-Anhalt entwickelt hat, sei nun der neue Fokus auf die Gamescom gelegt worden.

15 Aussteller vertreten Sachsen-Anhalt

Vom 20. bis 22. August reisen insgesamt 15 Aussteller aus Sachsen-Anhalt nach Köln, um das Bundesland zu vertreten. Mit dabei sind beispielsweise die Neugründer "Uniglow Entertainment" aus Wernigerode, die für ihr Spielkonzept "nGlow" mit dem 3. Platz des Deutschen Computerspielpreises ausgezeichnet wurden. Auch Game-Studios, wie "Rat King Entertainment" (Halle) und "Silver Seed Games" (Magdeburg) sind dort, ebenso der Publisher "2tainment" (Magdeburg).

Zu den Ausstellern gehört auch der neu gegründete Verband Games & XR Mitteldeutschland, der sich unter anderem für die bessere Vernetzung und den Wachstum der Spiele-Branche in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen einsetzt. Sein Vorsitzender Friedrich Lüder kommentiert die Teilnahme an der Gamescom so: "Es ist für uns ein Zeichen des regionalen Wandels. Wir haben in Mitteldeutschland innovative Unternehmen und exzellente Produkte sowie Dienstleistungen. Diese gilt es nach außen sichtbar zu machen und dafür ist die Gamescom ein erster bedeutender Schritt in die Zukunft."

Spiele: Mehr als bloße Unterhaltung

Denn Spiele, und das betont Friedrich Lüder, "sind mehr als bloße Unterhaltung. Sie nehmen eine Schlüsselrolle im Digitalisierungsprozess ein – als zukunftsträchtige Wirtschaftsbranche." Grund dafür sei, dass sie zukunftsweisende Technologien mit vorantreiben, wie beispielsweise 3D- und Netzwerktechnik und künstliche Intelligenz.

So spielt auch der Begriff "Edutainment" (Wortschöpfung aus Education (= Bildung) und Entertainment) eine immer größer werdende Rolle. Er bedeutet, dass spielerisch Wissen vermittelt wird, beispielsweise in der Schule oder via Aus- und Fortbildungen in Unternehmen. Durch den spielerischen Ansatz soll der Lernende motiviert und seine Interaktion gesteigert werden.

In einer Halle mit international bekannten Firmen

11 Hallen gibt es auf der Gamescom, Nummer 4.1 und noch genauer "Stand B41/C44" ist die 50 Quadratmeter große Präsentationsfläche der Sachsen-Anhalter. Damit sind sie Teil der "Made in Germany Area", die sowohl Deutschland als auch die einzelnen Bundesländer stärken soll. Denn wie im vergangenen Jahr, werden Aussteller aus der ganzen Welt erwartet. 2018 kamen von den 1037 Ausstellern etwa 70 Prozent aus dem Ausland.

Einige der international bekannte Spiele-Unternehmen befinden sich ebenfalls in Halle 4. Direkt neben dem Stand der Sachsen-Anhalter steht "CD PROJECT RED" aus Polen, das für die mehrfach ausgezeichnete Spiele-Reihe "The Witcher" bekannt ist. Besucher, die sich auf die zweite Ebene der Halle begeben, bekommen sogar noch bekanntere Firmen zu sehen: "Nintendo of Europe" ("Super Mario", "The Legend of Zelda", "Animal Crossing"), Ubisoft ("ANNO", "Assassin's Creed", "Rainbowsix Siege") und Microsoft, als Hard- und Software-Entwickler mit seiner Spielekonsole Xbox. In diesem Jahr werden auf der Gamescom rund 370.000 Besucher erwartet.

Johanna Daher
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Über die Autorin Seit Februar 2018 ist Johanna Daher Teil der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT. Ihr typischer Satz in den sozialen Medien beschreibt sie ihrer Meinung nach ziemlich gut: "Christin, Journalistin und Optimistin mit einer Liebe zum Multimedialen, Interaktiven und Programmieren." Johanna Daher kommt gebürtig aus Nordhessen, hat in Dortmund Journalistik und in Wernigerode an der Hochschule Harz "Medien- und Spielekonzeption" studiert.

Quelle: MDR/jd

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 08. August 2019 | 16:00 Uhr

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