Wolfsmonitoring Mehr Wölfe in Sachsen-Anhalt, aber weniger Nutztier-Übergriffe

In Sachsen-Anhalt gibt es mehr Wölfe als im vergangenen Jahr. Das geht aus neuen Zahlen des Landes hervor. Trotz der größeren Population haben die Wölfe weniger Nutztiere angegriffen.

Im Natur- und Umweltpark in Güstrow ist am 10.02.2011 ein Rudel Wölfe unterwegs.
Knapp 100 Wölfe sind in Sachsen-Anhalt heimisch. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Gut 100 Wölfe leben derzeit in Sachsen-Anhalt. Das geht aus dem aktuellen Wolfsmonitoringbericht hervor. Demnach hat das Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) bei seiner jüngsten Zählung 98 Tiere erfasst. Die Tiere leben in 15 Rudeln und zwei Paaren.

Im Vorjahr hatte das WZI noch 76 Wölfe in elf Rudeln und drei Paaren erfasst. Damit ist die Population das sechste Jahre in Folge gestiegen. Trotz der höheren Population sank die Zahl der gemeldeten Angriffe von Wölfen auf Nutztiere. Demnach gingen die Rissvorfälle von 62 auf 50 zurück.

#MDRklärt: Wolfsriss vs. Wolfsübergriff

Ein Wolf im Wildpark Schorfheide trägt ein Stück Fleisch im Maul.
Bildrechte: IMAGO
Ein Wolf im Wildpark Schorfheide trägt ein Stück Fleisch im Maul.
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Europäischer Grauwolf fletscht die Zähne
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Von einem Wolfsübergriff wird gesprochen, wenn ein Wolf ein oder mehrere Tiere angreift.
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Ein Europäischer Grauwolf in einem weitläufigen Gehege im Wald
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Von einem Wolfsriss wird gesprochen, wenn ein Wolf ein Tier tötet.
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Das bedeutet: Bei einem Übergriff können mehrere Tiere getötet werden.
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Das erklärt, warum es mehr Wolfsrisse als Wolfsübergriffe in Sachsen-Anhalt gibt.
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Statistik über Risse und Übergriffe 2017/2018: Es gibt 50 Übergriffe und 234 Risse
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Dezember 2019 | 21:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
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Förderung zum Herdenschutz auf dem Prüfstand

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) führt das auf einen besseren Herdenschutz zurück. In den vergangenen zwei Jahren hatten Tierhalter als Ausgleich für gerissene Tiere der Ministerin zufolge jeweils rund 25.000 Euro erhalten.

Allerdings wird die Förderung zur Anschaffung von Herdenschutzhunden kaum in Anspruch genommen. Es werde daher geprüft, ob sie weiter angeboten werden sollte, sagte Dalbert. Seit April können sich Weidetierhalter 100 statt zuvor 80 Prozent der Kosten für Zäune und weitere Schutzmaßnahmen erstatten lassen. Außerdem können nun mehr Landwirte die Förderung beantragen.

CDU warnt vor Kontrollverlust

Sachsen-Anhalts CDU warnte angesichts der wachsenden Population vor einem Kontrollverlust. Der Wolfsexperte der Landtagsfraktion, Detlef Gürth, stellte den strengen Schutz der Tiere zur Debatte. Grüth sagte, es müsse definiert werden, wie viele Wölfe unsere Kulturlandschaft vertrage. Ein modernes Wolfsmanagement müsse die Zahl der Wölfe begrenzen. Man müsse den Schutzstatus herabsetzen und den Wolf in das Bundesjagdrecht aufnehmen.

Wölfe haben in Deutschland den höchsten Schutzstatus und dürfen nicht geschossen werden. Seit der Rückkehr des Wildtieres nach Deutschland um die Jahrtausendwende wird dieser Status vor allem von Weidetierhaltern kritisiert. Diese sehen in den Raubtieren eine Gefahr für ihre Herden.

Wölfe illegal getötet

Trotz des hohen Schutzes gibt es immer wieder illegale Tötungen. So wurden in Sachsen-Anhalt 14 tote Wölfe entdeckt. Davon waren elf Tiere nach Verkehrsunfällen gestorben, eines an einer natürlichen Ursache, die anderen beiden wurde illegal getötet.

In Sachsen-Anhalt ist der Wolf seit 2008 wieder heimisch. Der Wolfsmonitoringbericht für Sachsen-Anhalt wird seit 2012/2013 jährlich erstellt – in diesem Jahr bereits zum dritten Mal vom Wolfskompentenzzentrum Iden, dass 2017 gegründet wurde. In dem Zentrum im Kreis Stendal können Menschen Hinweise auf Wölfe oder auch Sichtungen von Wolfsspuren melden. Für den aktuellen Bericht wurden 3.000 Datensätze ausgewertet.

Quelle: MDR,epd/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Dezember 2019 | 21:00 Uhr

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