Sachsen-Anhalt, Land der Wintersportler Alina Rippin – Die helfende Hand, die von Olympia träumt

Junge Frau lächelt in Kamera
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Sachsen-Anhalt ist ein Land des Wintersports. Viele Talente stammen von hier. Die Besten von ihnen bereiten sich gerade auf die Junioren-WM vor. MDR SACHSEN-ANHALT hat drei von ihnen besucht. Alina Rippin startet nicht selbst, hat aber eine wichtige andere Rolle.

"Das wäre schon was Cooles, wenn dann alle an der Strecke stehen und man die Ehre hat, auf den neuen JWM-Strecken hier vorzulaufen." Alina Rippin hat einen klaren Wunsch für die Nordischen Skiweltmeisterschaften der Junioren. Die 16-jährige aus Wernigerode nimmt zwar nicht als Starterin an den Langlauf-Wettkämpfen teil, könnte aber als Vorläuferin eingesetzt werden. Sie würde dann vor Beginn des eigentlichen Wettkampfs starten, damit das Publikum den Streckenverlauf kennen lernt. Alina selbst kennt die Strecke gut, die Sparkassen-Skiarena, in der die WM-Wettkämpfe ausgetragen werden, ist die Heimtrainingsstätte der Schüler des Skiinternats Oberwiesenthal. Der dichte Nebel, der heute über dem Gelände liegt, stört sie nicht beim Training, sie kennt sich aus.

Alina kennt viele Teilnehmer der Weltmeisterschaften persönlich

Das Großereignis wirft an der Eliteschule des Wintersports Oberwiesenthal seit Wochen seine Schatten voraus. "Es wird schon viel darüber gesprochen", findet Alina, die dort die zehnte Klasse besucht. Denn auch die Schülerinnen und Schüler, die nicht um Medaillen und möglichst gute Platzierungen kämpfen, sind Teil der Veranstaltung. Während der Wettkämpfe müssen sie nicht zum Unterricht, damit sie bei der Organisation und Durchführung des Events helfen können. "Wir werden wahrscheinlich hier oben an der Strecke stehen", vermutet Alina. Dabei gibt es verschiedene Aufgaben, die die Schülerinnen und Schüler des Skiinternats übernehmen können.

Neben den Vorläufern werden einige als Kampfrichter tätig sein. Auf diesen Posten hat Alina sich beworben und die Zusage bekommen. Was genau sie dort erwartet, weiß sie noch nicht. "Wir haben noch keine richtige Einweisung bekommen, ich bin mal gespannt, wofür wir zugeteilt sind", sagt Alina Ende Januar. Trotzdem weiß sie, worauf es bei einem guten Punktrichter ankommt: Immer aufmerksam zu sein, damit auch alles gut läuft, sagt sie, das muss ein guter Punktrichter können.

Wenn sie nicht als Kampfrichterin gebraucht wird, ist Alina bei der JWM vor allem eines: Ein Fan, der die Deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer so gut es geht unterstützen möchte. "Einfach mit ihnen mitfiebern können, das wäre schon spitze, sich mit ihnen zu freuen, wenn sie gute Platzierungen erreichen", erklärt sie, was ihr persönlicher Höhepunkt bei der WM werden könnte. Die meisten der heimischen Athleten, die nach Oberwiesenthal kommen, kennt sie persönlich und wünscht ihnen für den Saisonhöhepunkt viel Erfolg.  Besonders Jessica Löschke drückt Alina die Daumen. Beide gehören dem Skiverband Sachsen-Anhalt an. Alina weiß, wie intensiv Jessica sich auf die Weltmeisterschaften vorbereitet hat. "Sie hat schon sehr hart dafür gekämpft und das wäre klasse, wenn sie da ganz vorne mitmischen kann." Sie traut ihr einiges zu: Ein Ergebnis unter den ersten drei sei möglich, wenn alles zusammenpasst. Und auch, wenn vielleicht nicht alles optimal läuft, hält sie Jessica für stark. "Top 10 allemal, das denk ich schon", ist Alina überzeugt.  

Die JWM mit "Spaßfaktor"

Alina hofft, dass die Wettkämpfe beim "riesen Event", wie sie sagt, reibungslos über die Bühne gehen und Oberwiesenthal sich gut verkaufen kann. Doch bei aller Unterstützung für die Deutschen Teilnehmer, am Ende geht es bei den Nachwuchs-Wettbewerben nicht nur darum, wer gewinnt, sondern "mehr um den Spaßfaktor", findet sie.

Junge Frau beim Training in der Loipe.
Alina wünscht sich, bei der JWM als Vorläuferin an den Start zu gehen. Bildrechte: MDR/Vera Siebnich

Vor der JWM stehen für Alina noch die Deutschen Jugendmeisterschaften auf dem Programm, die in Oberstdorf stattfinden. Heute gibt es dafür neben dem normalen Training in der Loipe eine spezielle Einheit für das Sprinttraining. Nacheinander laufen die Sportlerinnen und Sportler eine speziell vorgegebene Kurzstrecke. Das Ziel dabei ist, möglichst schnell eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen.

Für Alina zahlt sich das Training schon bei den Deutschen Meisterschaften aus: Sie erreicht den achten Platz im Sprint und im Massenstart, im Einzel wird sie Dritte.  Für die restliche Saison hat sie klare Ziele: "Eine Top-drei-Platzierung würde ich mir sehr wünschen", sagt sie und hofft, dass ihr das in den verbleibenden vier Saisonrennen des Deutschlandpokals – einer Wettkampfserie auf nationaler Ebene – gelingt. Traurig darüber, dass sie selbst nicht an den Wettkämpfen der JWM teilnimmt, ist sie nicht. "Wir sind noch zu jung dazu", sagt sie abgeklärt. „Es wäre wirklich sehr krass, wenn man da schon mithalten kann. Klar gibt es immer Ausnahmetalente, aber ich denke, es kommt alles zu seiner Zeit.“  

Ihr langfristiges Ziel heißt Olympia

Junge Frau lächelt in die Kamera
Alina Rippin freut sich auf die Wettkämpfe, die an ihrer Schule stattfinden. Bildrechte: MDR/Vera Siebnich

Zeit hat sie mit ihren 16 Jahren allemal genug, um die Ziele, die sie sich gesetzt hat, zu erreichen. Eine Olympiamedaille ist eines der Dinge, die die junge Langläuferin gewinnen will.  Vorbilder, denen sie nacheifern will, hat sie ebenfalls einige: Katharina Hennig, die selbst früher in Oberwiesenthal trainiert hat, gehört dazu. „Ansonsten bin ich ein Riesen-Fan von Jessica Diggins oder Stina Nilsson“, erzählt Alina. Die Schwedin Nilsson wurde übrigens 2012 bei den Juniorenweltmeisterschaften in Erzurum Siegerin im Sprint.

Wenn Alina nicht trainiert oder sich mit Freunden trifft, liest sie gerne. Neben Kriminalromanen haben es ihr Sportler als Autoren angetan. Die Biographien der Biathlon-Legenden Magdalena Neuner und Martin Fourcade haben sie begeistert. Und falls es mit dem Sport doch nicht klappen sollte, hat Alina auch schon einen Plan B: Wenn sie das Abitur geschafft hat, möchte sie Jura studieren. Doch bis dahin dauert es noch ein paar Jahre. Und erstmal stehen eben die Weltmeisterschaften auf dem Programm. "Wir feuern auf jeden Fall alle an. Das werde ich auch machen", verspricht Alina.


Junge Frau lächelt in Kamera
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über die Autorin Vom Süden Deutschlands über die Schweiz, Franken und Köln zum MDR: Vera Siebnich hat schon sehr viel von Deutschland gesehen. In der letzten Station ihres Volontariats schaut sich die studierte Onlineredakteurin Sachsen-Anhalt genauer an. Bisher kennt sie vor allem die Region Halle, das soll sich nun ändern.

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