Überblick Kulturhauptstadt: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Magdeburg will im Jahr 2025 als "Kulturhauptstadt Europas" für sich werben. Der Startschuss für die Bewerbung um den Titel fiel bereits im Jahr 2011. Ende 2020 steht fest, wer den Zuschlag erhält. MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen und Antworten.

Auf bunten Buttons stehen Schriftzüge, die für Magdeburg als Kulturhauptstadt werben
Das Motto der Bewerbung ist an vielen Orten in Magdeburg zu sehen (Symbolbild). Bildrechte: Andrea Jozwiak/Kulturhauptstadt-Büro

Was bedeutet es, Europas Kulturhauptstadt zu sein?

Die Europäische Union vergibt den Titel seit 1985, auch einige deutsche Städte haben ihn schon getragen (West-Berlin im Jahr 1988, Weimar im Jahr 1999 und Essen im Jahr 2010). Die Initiative soll den Reichtum und die Vielfalt der Kulturen in Europa zeigen. Außerdem soll das "Wir"-Gefühl in der EU gestärkt und die Entwicklung von Städten unterstützt werden. In den Kulturhauptstädten gibt es im Titeljahr viele verschiedene kulturelle Veranstaltungen, die Städte hoffen auf Aufmerksamkeit und zahlreiche Besucher.

Der Titel wird nach Angaben des Magdeburger Kulturhauptstadt-Büros nicht für das verliehen, was bereits vorhanden ist – wie etwa ein historisches Stadtzentrum oder besondere Kultureinrichtungen. Es handele sich vielmehr um eine Art Stipendium, um die Stadt kreativ und nachhaltig zu entwickeln.


Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Offizieller Startschuss für die Bewerbungsphase war im September 2018. Im September 2019 wurden die ersten Bewerbungsbücher eingereicht. Auf insgesamt 60 Seiten hielt das Team des Bewerbungsbüros seine Vision für das Magdeburg der Zukunft fest. Das Motto: "Out of the Void – Raus aus der Leere".

Im Dezember 2019 dann die erste Entscheidung: Eine von der EU eingesetzte, unabhängige Expertenjury prüfte die eingereichten Bücher. Neben Magdeburg schafften es auch Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Nürnberg in die engere Auswahl. Die verbliebenen Kandidaten sollen ihr Konzept im Anschluss konkretisieren und verbessern. Ende September 2020 wird ein zweites Bewerbungsbuch eingereicht, am 28. Oktober 2020 fällt die endgültige Entscheidung.

Bekommt Magdeburg den Titel, soll das Kulturhauptstadt-Büro in eine unabhängige GmbH umgewandelt werden, die Langzeitprojekte umsetzt und das Kulturhauptstadt-Jahr 2025 konkret vorbereitet.


Wer bewirbt sich noch?

Neben Deutschland stellt Slowenien 2025 die zweite Kulturhauptstadt Europas. Interesse am Titel haben neben Magdeburg auch Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Nürnberg. Magdeburg muss sich mit den anderen deutschen Städten messen, nicht aber mit der slowenischen. Zittau, Gera und Dresden sind im deutschen Vorentscheid ausgeschieden.


Mit welchen Themen will Magdeburg überzeugen?

Die Stadt hat sich mit dem Leitgedanken "Verantwortung" um den Titel beworben. Darunter sind nach Angaben des Kulturhauptstadt-Büros mehrere Themen zusammengefasst, die die Stadt immer wieder bewegen. So geht es etwa um Zerstörung, die Digitalisierung, das industrielle Erbe und innovative Industrie; außerdem um die Vielfalt von Gesellschaft und Natur.


Wie kann man sich beteiligen?

Im Frühjahr 2020 haben kreative Projekte in Magdeburg finanzielle Unterstützung zugesagt bekommen. Bei einem Wettbewerb wurden aus rund 120 Bewerbungen insgesamt 20 Aktionen an 20 Orten ausgewählt. Für jede einzelne gibt es 250 Euro.

Zuvor waren die Magdeburger bspw. im September 2018 dazu aufgerufen, sich in die Bewerbung einzubringen. Es ging darum, Ideen zu entwickeln, die die Bewerbung um den Titel stärken. Knapp 110 Förderanträge wurden eingereicht, 13 Projekte für das Jahr 2019 ausgewählt. Insgesamt gab es für die freie Szene mit 75.000 Euro.

Wer sich für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt interessiert, kann außerdem zum Beispiel den KUBUS in der Innenstadt besuchen, am Kloster Unser Lieben Frauen. Dort gibt es regelmäßig Vorträge, zudem einmal pro Monat Kulturgespräche zu unterschiedlichen Themen.


Wie viel kostet das Ganze?

In die Bewerbung sollen bis 2020 rund 2,9 Millionen Euro aus städtischen Mitteln fließen. Erhält Magdeburg den Zuschlag, muss mit deutlich mehr Geld geplant werden, dann wird mit Kosten von 60 Millionen Euro gerechnet.

Der Stadtrat hat im November 2018 beschlossen, dass von 2021 bis 2026 20 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt bereitgestellt werden sollen. Das Geld soll für die Vorbereitung und die Umsetzung des Kulturhauptstadtjahres genutzt werden. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hofft außerdem auf 20 Millionen Euro vom Land. Weitere 20 Millionen Euro sollen über Bundes- und Drittmittel sowie Sponsoring zusammenkommen.

Quelle: MDR/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28. September 2018 | 16:30 Uhr

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