A14-Verlängerung Baggerballett zwischen Colbitz und Dolle

Für die Nordverlängerung der Autobahn 14 zwischen Colbitz und Dolle im Norden Sachsen-Anhalts wird derzeit an fünf Einzelbauwerken gleichzeitig gearbeitet. Die Bundestraße 189 von Magdeburg nach Stendal führt unmittelbar an der achteinhalb Kilometer langen Trasse vorbei. Für Laien ist das Geschehen kaum zu überblicken.

Brückenpfeiler auf Baustelle der A14
Über diese Brücke wird einmal die A14 die Landesstraße nach Cröchern überqueren. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Das Auffälligste ist derzeit eine rechteckige und bis zu acht Meter tiefe Grube von der Größe eines Sportplatzes. Ein Baggerballett und eine Armada von Tiefladern haben 100.000 Kubikmeter Sand aus dem Boden geholt und in ein Zwischenlager gebracht. Dort unten wird künftig die Autobahn verlaufen. Deren Trasse wird später noch auf mehreren hundert Metern in den Hügel eingekerbt – dann wird aus der Grube ein Tal. Eine sogenannte Wildbrücke für Tiere wird es überspannen und nur flach über den gewachsenen Waldboden hinausragen.

Eine ausgehobene Sandgrube
Bislang wurden im "Colbitzer Kessel" rund 100.000 Kubikmeter Sand weggebaggert. Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Bauleiter Kauert gibt den Preis der Wildbrücke über der tief liegenden Autobahn mit rund acht Millionen Euro an. "Wir bekennen uns dazu, eine der grünsten Autobahnen Deutschlands zu bauen." Eine weitere Grünbrücke entsteht in gut einem Kilometer Entfernung in Richtung Colbitz. Die Besonderheit beider Bauwerke ist, dass sie sowohl die Autobahn als auch die Bundestraße 189 in einem Zug überspannen. Weiter nördlich wird derzeit an einer dritten Brücke gebaut, die ebenfalls die Zerschneidung der Heidelandschaft abmildern soll. Dort wird im Zuge eines Wirtschaftsweges eine Art Tunnel unter der Autobahn errichtet.

Colbitz – Dolle Die Bauwerke der A14-Verlängerung

Brückenpfeiler auf Baustelle der A14
Im sogenannten Cröcherner Grund wird die Autobahn die Landstraße nach Cröchern im Landkreis Börde über diese Brücke queren. An der Brücke wird seit August 2017 gebaut. Der Verkehr wird derzeit um die Baustelle herumgeleitet.
Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Brückenpfeiler auf Baustelle der A14
Im sogenannten Cröcherner Grund wird die Autobahn die Landstraße nach Cröchern im Landkreis Börde über diese Brücke queren. An der Brücke wird seit August 2017 gebaut. Der Verkehr wird derzeit um die Baustelle herumgeleitet.
Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Zwei Bagger in einer Grube
Auf dem Grund dieser Grube wird die Fahrbahn der A14 verlaufen. Hier wird zunächst eine Wildbrücke errichtet. Die Baugrube ist gut acht Meter tief. Für die eigentlichen Fundamentstreifen der Wildbrücke wird aber noch tiefer gebaggert. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Baustelle A14-Nordverlängerung
Die Stahlplanken geben der unmittelbar neben der Baustelle verlaufenden B189 Halt. Diese Straße bekommt später einen kleinen Schwenk, damit auch sie von der Autobahn-Wildbrücke überspannt wird. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Gerodeter Wald neben Bundesstraße
Die Trasse für die Autobahn zwischen Colbitz und Dolle ist gerodet. Am Rand entsteht derzeit eine Baustraße. Bildrechte: MDR/Andreas Müller
Baustellen-Schild zur Verlängerung der A14
Der achteinhalb Kilometer lange Autobahnabschnitt Colbitz – Dolle soll im Jahr 2020 freigegeben werden.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. März 2018 | 06:40 Uhr
Quelle: MDR/sp
Bildrechte: MDR/Andreas Müller
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Colbitz – Dolle für 73 Millionen Euro bis 2020

Bereits hoch hinaus ragen an der Landesstraße nach Cröchern die Seitenwände einer Autobahnbrücke. Dort wird die A14 auf einem Damm durch eine natürliche Senke und über die Landstraße hinweg geführt.

Projektleiter Steffen Kauert von der Landesstraßenbaubehörde an der Baustelle zur Verlängerung der A14.
Projektleiter Steffen Kauert Bildrechte: MDR/Andreas Müller

Auch kurz vor Dolle wird gebaggert. Wie Projektleiter Kauert sagte, sind das Vorbereitungen für die Anschlussstelle Tangerhütte, an der die Autobahn zunächst enden wird. Daneben ist außerdem die Tank- und Rastanlage "Colbitz-Letzlinger Heide" mit 125 LKW-Stellplätzen geplant. Die Bauarbeiten dafür beginnen im kommenden Jahr. Insgesamt kostet der Autobahnabschnitt Colbitz-Dolle rund 73 Millionen Euro. Er soll 2020 freigegeben werden. Laut Kauert wird der eigentliche Straßenbau zwischen den genannten Bauwerken im Sommer dieses Jahres beginnen.

Verlängerung bis 2022 fertig

Verkehrsminister Thomas Webel sagte kürzlich in Dolle, er gehe weiter davon aus, dass die gesamte Nordverlängerung der A14 im Jahr 2022 fertig sein wird. Derzeit liegt der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Stendal – Osterburg öffentlich aus. Wenn auch Baurecht für den Abschnitt Lüderitz – Stendal  vorliegt, könnten im Herbst 2019 in einem Zug die Vorbereitungen auf der 31 Kilometer langen Strecke zwischen Lüderitz und Osterburg beginnen.

Südlich davon darf zwischen Dolle und Lüderitz seit Dezember 2016 gebaut werden. Dort laufen gerade Vorbereitungen. Im Frühjahr werden dort nach Informationen des Verkehrsministeriums die Archäologen anrücken

Computeranimation einer Grünbrücke, die über eine Autobahn führt 3 min
Bildrechte: Verkehrsministerium Sachsen-Anhalt

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. März 2018 | 06:40 Uhr

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6 Kommentare

22.03.2018 11:41 Martin aus Magdeburg 6

Um es mal ein wenig überspitzt auszudrücken:
Wenn es nach den Grünen, BUND und anderen A14-Verhinderern gehen würde, würden wir in Sachsen-Anhalt schon alle wieder mit einem Faustkeil rumrennen.
Ein Kreuzfahrtdampfer mit Schweröl betrieben schädigt die Umwelt genauso wie 50.000 (in Worten: Fünfzigtausend) PKW. Und wieviel Kreuzfahrtschiffe bevölkern die Weltmeere?

22.03.2018 09:45 Hartmut 5

Der BUND ist der verein der gestrigen die A71 und die A38 sind mittlerweile so stark ausgelastet das über Erweiterungen nachgedacht wird .
Die A14 von Magdeburg nach Dresden ist jetzt schon so überlastet das auch hier über Erweiterungen nachgedacht werden muss.
Aber der BUND behauptet das Gegenteil.

22.03.2018 02:34 Ralf 4

Ich bin der Meinung, wir alle brauchen die A 14 sowie die anliegenden Dörfer und Städte.
Es muss endlich Schluss sein mit Klagen gegen den Weiterbau der A14. Wir brauchen neue und wirtschaftliche Verkehrsverbindungen. Der Verkehr muss aus den Ortschaften und Städten. Nur die Planung von Wildbrücken und Tunnel muss kostengünstiger durch Universal Teile werden. Natürlich leidet die Natur erst mal, aber sie erholt sich auch schnell wieder. Eine anständige Planung mit Einbeziehung der Bürger, Ämter, den Umweltschutz und der ausführenden Firmen bringt mehr Erfolg. Wir müssen lernen mit der Zeit zu gehen und eine schnellere Planung. Die Technik ist vorhanden, wie Planung mit Computer und der modernen Technik von Maschinen. Eigentlich müsste das Straßennetz schon lange fertig sein. Siehe die Vorkriegszeit, natürlich ohne Zwangsarbeiter!!! Heute haben wir moderne Technik, die pro Tag viele km schaffen kann.

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