Schule nach Pfingsten Eltern und Lehrer kritisieren täglichen Unterricht an Sachsen-Anhalts Grundschulen

Nach Pfingsten sollen Grundschulen in Sachsen-Anhalt nach und nach wieder täglich für die Schüler öffnen. Der Fernunterricht soll bis spätestens 15. Juni wegfallen. Lehrer- und Elternvertreter kritisieren das – sie sprechen sich für einen Wechsel zwischen Fern- und Präsenzunterricht aus.

Lehrerin mit Mund- und Nasenschutz begrüßt Schüler Corona
Grundschüler in Sachsen-Anhalt sollen ab Mitte Juni wieder täglich zur Schule gehen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Elf Wochen nach der Coronavirus-bedingten Schließung endet am Dienstag der Notbetrieb an Sachsen-Anhalts Schulen. Grundschüler sollen bis 15. Juni wieder täglich in den  Schulen unterrichtet werden, während ältere Schüler im Wechsel Präsenz- und Fernunterricht erhalten.

Die bevorstehende Rückkehr zum täglichen Unterricht an Sachsen-Anhalts Grundschulen stößt bei Lehrer- und Elternvertretern auf Kritik. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva Gerth, sagte, sie hätte es vorgezogen, an den Grundschulen wie in allen anderen Schulformen das Wechselmodell weiterzufahren. Die Schulen hätten den Unterricht in zwei Gruppen gut geplant, die Lehrkräfte könnten sich damit gut arrangieren, sagte sie. Und nur so seien größere Abstände gewährleistet.

Auch der Chef des Landeselternrates, Matthias Rose, nannte es problematisch, dass der sonst so stark eingeforderte Mindestabstand bei der Kitabetreuung und an den Grundschulen jetzt nicht mehr wichtig sein solle. Laut Bildungsministerium Sachsen-Anhalt darf im Unterricht der eigentlich vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen unterschritten werden.

Wechselmodell an weiterführenden Schulen

Homeschooling
Lehrervertretern wäre ein Wechselmodell aus Unterricht in der Schule und zu Hause lieber. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Sachsen-Anhalt können ab Dienstag wieder alle Kinder und Jugendlichen Kitas, Schulen und Horte besuchen. Zunächst werden dabei alle Klassen in Gruppen geteilt und werden abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet. Für Schüler weiterführender Schulen wird das Wechselmodell zwischen Präsenz- und Fernunterricht bis zu den Sommerferien beibehalten.

Für Grundschüler dagegen soll dieses Modell Mitte Juni enden – die Schüler sollen dann wieder als ganze Klassen in den Schulen unterrichtet werden. Kontakte zwischen den einzelnen Klassen sollen dabei unterbunden werden. Pro Klasse soll es außerdem nur eine feste Lehrkraft geben.

Corona ist nicht vorbei

Das funktioniere nur so lange, wie die eingeteilten Lehrkräfte nicht ausfielen, sagte die Vorsitzende des Grundschulverbands, Thekla Meyerhofer. Gerade an großen Schulen stoße das System an Grenzen. Wenn alle Gruppen getrennt bleiben sollen, müssten dort manche um 10 Uhr anfangen, Mittag zu essen, sagte Meyerhofer.  Sie sagte aber auch, dass es für die Kinder sehr wichtig sei, wieder täglich in die Schule zu gehen, denn sie sehnten sich nach Normalität. "Aber Corona ist eben auch nicht vorbei."

Auch viele Eltern wünschen sich ein Stück Normalität. Landeselternratschef Rose sagte, dass Eltern nach Wochen des Heimunterrichts und der Kinderbetreuung an ihre Grenzen gestoßen seien. Die Wiedereröffnung sei eine große Erleichterung – sowohl finanziell, als auch hinsichtlich der Belastung durch das Unterrichtung. Und so forderten einige in Elternbriefen die Schulöffnung, während andere dafür plädierten, Kitas und Schulen geschlossen zu halten.

Fernunterricht bei erhöhtem Infektionsrisiko

Eva Gerth
GEW-Chefin Eva Gerth berichtet von Grundschullehrern, die von den neuen Abstandsregeln verunsichert sind. (Archivbild) Bildrechte: imago images/Christian Schroed

Eltern können für ihre Kinder auch Fernunterricht beantragen, wenn ein besonderes Risiko besteht, an Covid-19 zu erkranken. Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, können dies ihrer Schule ebenfalls anzeigen. Laut Bildungsministerium soll ihr Einsatz in der Schule dann möglichst vermieden werden oder unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen.

Bislang hätten nur etwa 1.300 Lehrer diese Möglichkeit genutzt, rund 13.600 könnten vor Ort eingesetzt werden. Ob diese Lehrer ausreichten, müsse abgewartet werden, sagte GEW-Chefin Gerth. An den Grundschulen gebe es Kolleginnen und Kollegen, die durch die neuen Abstandsregeln zusätzlich besorgt und verunsichert seien, was die Ansteckungsgefahr angehe.

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Quelle: dpa,MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 31. Mai 2020 | 10:00 Uhr

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