Kraftwerk Schkopau läuft bis 2034 Haseloff zu Einigung auf Kohle-Gipfel: "15 Jahre Zeit für Strukturpolitik"

Das Braunkohle-Kraftwerk in Schkopau im Saalekreis soll bis Ende 2034 laufen und damit ein Jahr kürzer als ursprünglich geplant. Trotzdem ist Ministerpräsident Haseloff zufrieden. Er hatte zwischenzeitlich Grund zur Annahme, dass das Werk Schkopau bereits 2026 stillgelegt wird. Für die Region wäre das "katastrophal" gewesen, betonte Haseloff.

Dampfwolken ziehen 2017 vom Kraftwerk Schkopau in den Abendhimmel.
Das Braunkohle-Kraftwerk in Schkopau soll Ende 2034 stillgelegt werden – ein Jahr früher als ursprünglich geplant. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat sich "sehr zufrieden" mit der Einigung beim Kohle-Gipfel in Berlin gezeigt. Der Regierungschef sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Magdeburger Staatskanzlei, nun sei die Zeit der Strukturpolitik kommen. Dafür habe man nun 15 Jahre Zeit, sagte Haseloff. Dann – am 31. Dezember 2034 – soll das Braunkohle-Kraftwerk in Schkopau stillgelegt werden.

Haseloff hatte befürchtet, dies könnte schon im Jahr 2026 geschehen – zugunsten des Kraftwerks im nordrhein-westfälischen Datteln. Die Befürchtungen waren von Berichten genährt worden, wonach Kraftwerk-Betreiber Uniper eine Umrüstung des Kraftwerks auf Erdgas favorisiert hatte. Auch die Bundesregierung hatte sich zwischenzeitlich dafür ausgesprochen, Schkopau 2026 stillzulegen.

Reiner Haseloff
Bildrechte: imago images / Susanne Hübner

Das war ein Schlag ins Kontor. Für die Region wäre das katastrophal gewesen.

Reiner Haseloff über zwischenzeitliche Pläne der Bundesregierung, das Kohlekraftwerk in Schkopau bereits 2026 stillzulegen

Der Regierungschef zeigte sich froh darüber, diese Pläne abgewendet zu haben. Es sei illusorisch, den Strukturwandel innerhalb von fünf, sechs Jahren zu schaffen. Haseloff lobte die Bund-Länder-Vereinbarung, die in Sachen Strukturhilfemitteln getroffen worden ist. Sie sei verbindlich und liefere Planungssicherheit, sagte Haseloff. Das gelte auch über Legislaturperioden hinaus. "Das Kämpfen hat sich gelohnt", sagte Haseloff noch.

Der Regierungschef sagte weiter, dass mit dem Kompromiss auch die Klimaschutzvereinbarungen für 2020 und 2030 gehalten werden könnten.

Pressekonferenz zum Kohleausstieg in der Staatskanzlei in Magdeburg
Reiner Haseloff (rechts) und Regierungssprecher Matthias Schuppe bei der Pressekonferenz am Donnerstag Bildrechte: MDR/Roland Jäger

Das Kraftwerk in Schkopau ist seit 1995 in Betrieb und versorgt unter anderem das benachbarte Chemiewerk und die Deutsche Bahn mit Strom. Die Braunkohle stammt aus dem Tagebau Profen im Burgenlandkreis.

Drittgrößtes Kohle-Kraftwerk geht vorzeitig vom Netz

Vertreter der Bundesregierung und der vier Kohle-Länder hatten in der Nacht zu Donnerstag sieben Stunden lang verhandelt, ehe sie einen konkreten Fahrplan für den Kohle-Ausstieg vereinbart hatten. Der Plan sieht vor, Ende 2028 mit Jänschwalde das drittgrößte Kraftwerk Deutschlands vorzeitig vom Netz zu nehmen. Ein Jahr später sollen die ersten beiden Blöcke des Kraftwerks im sächsischen Boxberg folgen. Dennoch gebaut wird das Steinkohlekraftwerk in Datteln in NRW.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Januar 2020 | 12:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/c5365640-2d70-4193-b03c-3b2f406a8be2 was not found on this server.

Mehr aus Sachsen-Anhalt