Ein Jahr Hängebrücke "Titan RT" Berke-Brüder: "Das hätten wir nicht geglaubt, als wir begonnen haben"

Eine Hängebrücke bauen zu wollen, ist das eine. Den Plan wirklich umzusetzen und damit auch noch erfolgreich zu sein, das andere. Für die Brüder Maik und Stefan Berke ist der Traum in Erfüllung gegangen. Sie blicken auf das erste Jahr der Brücke zurück – und kündigen ein neues Großprojekt an.

Zwei Brüder als ein Team mit den gleichen Zielen: Maik und Stefan Berke, Gründer der Firma "Harzdrenalin" und Erbauer der "Titan RT"-Hängebrücke. Zwei gebürtige Oberharzer durch und durch, für die es ganz klar war, dass ihre Großprojekte in ihre Heimat kommen. "Warum soll man in die Ferne schweifen, wenn man das Ganze hier machen kann? Zumal das Rappbodetal mit der Rappbodetalsperre und dem naturellen Raum so schön ist und kaum einen Vergleich in Deutschland findet", sagt Maik Berke.

Erfolgreich wollten sie mit ihrem Unternehmen sein, das zunächst nur Segway-Touren anbot und sich um weitere Angebote wie "Megazipline", "Wallrun", die "Titan RT"- und Co. erweiterte. Dass sie dadurch einer der Hauptakteure im Sachsen-Anhalter Tourismus werden würden, damit rechneten sie am Anfang nicht. "Es war der Traum, dass man einen Beitrag zum Tourismus im Harz leistet. Aber wenn man zu zweit startet, dann glaubt man nicht daran, dass man mal maßgeblich daran beteiligt sein könnte", sagt Maik Berke.

Emotionalster Moment: Die Eröffnung

Die Brüder Stefan (links) und Maik Berke sind die Gründer von Harzdrenalin und die Erbauer der Hängebrücke "Titan RT".
Die Brüder Stefan (links) und Maik Berke sind die Erbauer der Hängebrücke "Titan RT". Bildrechte: MDR/Johanna Daher

Zurückblicken können die Brüder auf ein Jahr mit ihrem bisher größten Projekt, das bei der Einweihung sogar zunächst einen Weltrekord aufstellte. 458 Meter misst die frei hängende Rekordstrecke der Brücke. Seit Juli 2017 wurden sie allerdings von einer Schweizer Brücke in Zermatt überholt. Ob das die Brüder ärgert? "Nee, das mit den Konstruktlängen und –größen, das muss man sportlich sehen. Wenn wir statt Brücken Wolkenkratzer bauen würden, könnten wir uns auch nicht lange daran erfreuen, das höchste Gebäude zu haben", sagt Maik Berke. "Das hätten wir nicht geglaubt, als wir begonnen haben. Da denkt man auch völlig anders, gerade als Quereinsteiger hat man die Dimensionen noch gar nicht vor Augen", sagt Stefan Berke, der wie sein Bruder früher selbstständiger Handwerker war.

Trotz 365 Tagen bleibt ihnen der erste Hängebrückentag ganz besonders in Erinnerung. "Ich habe die Eröffnung noch ganz genau im Blick, weil ich da mit meinem Sohn zuerst drüber bin und mit meiner Frau und dann alle anderen", beginnt Stefan Berke und erzählt gerührt von seinem Sohn weiter: "Er sagt selbst immer: ‚Du, Papa, wenn ich oben auf der Brücke bin’ – also mein Sohn ist logischerweise regelmäßig hier oben mit meiner Frau – dann kann er das immer nicht glauben, dass ‚du Papa, der Chef von dem Ganzen bist.’".

Bruder Maik ergänzt, was das Ausmaß des Erfolgs angeht: "Das war ziemlich überraschend und emotional. Wir haben nicht damit gerechnet, dass uns die Leute sofort finden und dann auch da sind und das Angebot nutzen."

Ausblick: Das Geheimnis um das neue Projekt

Hängebrücke an der Rappbodetalsperre
Die Hängebrücke hielt bei der Einweihung einen Weltrekord. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Brüder stehen mit Harzdrenalin für das Extreme. Trotzdem sagt Stefan Berke über sich: "Man glaubt es kaum, aber ich bin keiner, der den ganzen Tag von irgendwelchen Brücken springt und Adrenalin sucht. Ich bin da eher der Ruhigere. Mein Bruder Maik ist da härter in den Sachen." Der wiederum schmunzelt und meint: "Vom privaten Nutzungsverhalten, von den Aktivitäten, bin ich vielleicht aufgeschlossener. Aber grundsätzlich gehen wir da beide eine Richtung. Sonst wäre das ja hier nicht entstanden."

So auch in Zukunft – denn bei ihren bisherigen Projekten soll es nicht allein bleiben. Was genau es wird, sagen die beiden – wie von ihnen gewohnt – vorab nicht. Stefan Berke kündigt an: "Es wird wieder etwas geben, was es so in Deutschland, vielleicht sogar weltweit, noch nicht gibt oder nicht in dem Maße gibt. Lasst euch da überraschen. Wo, verrate ich auch noch nicht, aber im Harz auf jeden Fall." Nur die Brüder selbst sind eingeweiht und einzelne Leute, die für die Planungen benötigt werden. Nicht einmal ihre Frauen wissen Bescheid. Maik Berke gibt den zeitlichen Ausblick: "Natürlich haben wir einen Plan dazu. Von unserer Seite aus ist es für 2019 und 2021 geplant."

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01.05.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 02.05.2018 | 08:10 Uhr

Quelle: MDR/jd/as

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3 Kommentare

02.05.2018 10:13 Marie 3

Die Leute sollen lieber DURCH den Wald wandern. Ist gesund und kostenlos. Bringt auch Touristen. So bliebe er erhalten und wird nicht durch den Kommerz verschantelt.

01.05.2018 17:09 Leser 2

@1 Genau. Und unsere Minister im Land klatschen und genehmigen es noch. Bringt ja Steuern, damit sie weiter in unseren Topf greifen können.

01.05.2018 11:28 Berggeist 1

Segway-Touren, Megazipline, Wallrun usw. genau so einen Mist braucht der idyllische Harz.

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