Ein Jahr Hängebrücke "Titan RT" Die Parksituation als "Achilles-Ferse von Harzdrenalin"

Die Hängebrücke gehört zu den beliebtesten Attraktionen im Harz. Allerdings hat sie einen Makel: Die niedrige Anzahl der Parkplätze. Dafür bekommen die Betreiber Stefan und Maik Berke immer wieder Kritik. Doch sie haben Pläne, um das Problem zu lösen.

Der Parkplatz vor dem Eingang zur Hängebrücke "Titan RT".
Der Parkplatz vor dem Eingang zur Hängebrücke "Titan RT". Bildrechte: MDR/Alexander Friderici

"Brücke top, Parken flop" und "Schade, dass der Veranstalter bei seinem Bauvorhaben keinen ausreichend großen Parkplatz eingeplant hat." Kommentare zur Hängebrücke "Titan RT", die den betreibenden Brüdern nicht fremd sind. "Wir haben wirklich sehr, sehr viel positive Kritik bekommen. Natürlich auch ganz schön viel Tadel für die Parkplatzsituation – was wir auch verstehen", sagt Stefan Berke als einer der beiden Betreiber. Er bezeichnet das Ganze auch als "Achilles-Ferse von Harzdrenalin". Die Probleme verschärfen sich, da Besucher immer wieder am Seitenrand der Zubringerstraßen zur Brücke L96 und B81 wildparken und dann regelmäßig dafür Knöllchen vom Ordnungsamt bekommen. Der Frust darüber: steigend.

Diese Situation stört auch die Berke-Brüder, deshalb wollen sie den existierenden Parkplatz ausbauen und zusätzlich einen Shuttle-Service zur Brücke einrichten. Berke zeigt mit seinem Arm über den Parkplatz am Aufgang der Brücke: "Geplant ist der weitere Parkplatz hier, am Anschluss an den bestehenden. Da wo gerade noch das Gestrüpp ist", sagt er. Bisher stehen 140 Parktaschen zur Verfügung – die Anzahl soll mit dem Neubau verdoppelt werden.

Neue Parkplätze: "Das müssen jetzt die Ämter machen"

Wann die Fläche erweitert wird? "Das ist alles im Planungsverfahren. Das haben wir leider nicht mehr zu entscheiden. Wir haben alles eingereicht, was nötig ist. Das müssen jetzt die Ämter machen. Vor 2019 wird das aber nichts mehr", erklärt Berke. Die Stadt Oberharz habe ihr Mögliches getan, sagt Bürgermeister Frank Damsch: "Die jetzt gerade modern eingerichteten Parkplätze sind die städtischen Flächen. Alles was rundherum befindlich ist, ist im Eigentum des Landes." Das Land verweist dabei auf die Zuständigkeit des Landkreis Harz. Ihr Ordnungsdezernentin Katharina Wendland erklärt zum Sachverhalt: "Die Erteilung der Baugenehmigung ist erst nach Abschluss der Bauleitplanung und der naturschutz- und forstrechtlichen Verfahren möglich." Für diese Maßnahmen und Überprüfungen steht der Landkreis Harz mit den Berke-Brüdern und weiteren Institutionen in Kontakt. Ein genauer Zeitpunkt für die mögliche Baugenehmigung ist noch unklar.

Auch beim geplanten Shuttle-Service müssen noch Entscheidungen getroffen werden: "Da sind wir gerade auch in Verhandlungen mit den Busunternehmen, damit wir die Parksituation für die Gäste entzerren können, damit sie hier bequemer her kommen", sagt Stefan Berke. Ein genaue Route und der genaue Starttermin sei noch nicht festgelegt, es ab den Sommerferien möglich.

Buslinie 265: Fast viermal mehr Fahrgäste

Wegen dieser noch anhaltenden Parksituation entscheiden sich die Besucher bisher auch schon oft für die öffentlichen Verkehrsmittel. Das zeigt die Statistik der Harzer Verkehrsbetriebe. Ihre Linie 265 hält bei der Station "Talsperre Rübeland" - direkt bei der Brücke. In dem Jahr vor der Eröffnung der "Titan RT" fuhren 1.942 Personen damit. Danach waren es bis März 2018 bereits 7.527. Das sind fast viermal mehr Fahrgäste, als es vor dem Bau der Hängebrücke war.

Die Shuttle-Busse und der Parkplatz sind noch in Arbeit. Trotzdem hat sich in dem einen Jahr schon einiges an der Brücke verändert, wie beispielsweise Automaten, die mit EC- und Kreditkarte bezahlt werden können, um die Wartezeiten im Besucherzentraum zu verkürzen. Bis dahin werden weitere Aufgaben umgesetzt, so Berke: "Das was wir selber in der Hand haben, das machen wir natürlich: Mehr Mülleimer, mehr Sitzplätze, die Aufarbeitung des Waldes, ein paar Sachen für die Kinder installieren. Wir wollen einen Abenteuerweg bauen und so weiter – das wird in 2018 kommen."

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 01.05.2018 | 19:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02.05.2018 | 08:10 Uhr

Quelle: MDR/jd

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7 Kommentare

04.05.2018 09:06 Nordharzer 7

@6, wenn Sie auch nicht Auto fahren - lesen sollten Sie doch können. Nirgends steht, dass der Steuerzahler die zusätzlichen Parkplätze bezahlen muss. Das dies die Betreiber machen, steht doch oben im Text. Sinnfrei auf den "Verbrecherstaat" schimpfen, ohne den Text gelesen oder verstanden zu haben, ist mal wieder typisch.

04.05.2018 01:08 Enrico Pelocke 6

Ich verstehe nicht, warum die Leute ein Auto parken müssen, wenn sie auf die Brücke wollen. Dort gibt es eine Buslinie. Ich habe noch nie im ganzen Leben ein Auto geparkt. Warum müssen die Steuerzahler die Parkplätze bezahlen? Warum bezahlen das nicht die Unternehmer? Wenn ein Unternehmen einen Gleisanschluß will, muß es den auch selbst bezahlen. Das ist ungerecht in diesem Verbrecherstaat, wo die Eisenbahn benachteiligt wird und Verluste und Kosten sozialisiert und Gewinne privatisiert werden.

03.05.2018 09:11 Nordharzer 5

Wenn man der Politik hier Schuld geben will, dann deshalb, dass sie das Projekt "Hängebrücke" genehmigt hat, ohne dass die notwendigen Parkplätze zur Verfügung standen. Die neuen Parkplätze sind privat zu errichtende Parkplätze. Da die Bauherren bei der Planung der Hängebrücke sicher eine Kalkulation gemacht haben, müsste ihnen aufgefallen sein, dass die vorhandenen Flächen nicht ausreichen. Aber man hat sich einfach aufs Stinken verlassen. Immer im Vertrauen darauf, dass man es den smarten, sympathischen Jungunternehmerm schon nachsehen wird. Hinterher die Politik zu kritisieren, ist genauso einfach wie falsch.

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