Nach Angriff auf Synagoge in Halle Zentralrat der Juden: Schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle erhebt der Zentralrat der Juden in Deutschland schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die Synagoge hätte an einem Feiertag wie Jom Kippur geschützt werden müssen. Auch der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Halle kritisiert die Polizei: "Die waren zu spät vor Ort."

Der Stern der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Halle/Saale (Sachsen-Anhalt)
Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Halle, Max Privorozki: "Uns wurde immer gesagt: Alles ist wunderbar, alles ist super, alles ok." Bildrechte: dpa

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Der Vorsitzende des Zentralrats, Josef Schuster, teilte am Mittwochabend mit: "Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös." Diese Fahrlässigkeit habe sich bitter gerecht.

Schuster erklärte weiter: "Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock."

Schon lang Polizeischutz gefordert

Zwei Polizisten mit Maschienengewehren stehen vor der synagoge Dresden am 9.10.2019. Sie sind in alarmbereitschaft, nachdem am Mittwochmittag vor der Synagoge in Halle/Saale zwei Menschen erschossen worden sind.
Polizisten sichern die Synagoge in Dresden. Bildrechte: Tino Plunert

Auch die Jüdische Gemeinde in Halle geht von einem gezielten Angriff aus und kritisiert den Umgang der Polizei mit der Gefahrenlage. Der Vorsitzende, Max Privorozki, sagte dem Verein Jüdisches Forum im Interview: "Anstatt uns zu helfen, immer macht Polizei etwas anderes. Das ist unmöglich. Die waren zu spät vor Ort." Die Polizei habe 10 Minuten gebraucht, nachdem Privorozki telefonisch über den bewaffneten Anschlag auf die Synagoge informiert habe.

"Wir haben mehrmals gesprochen, dass wir uns Polizeischutz vor Synagogen und Gemeinden auch in Sachsen-Anhalt wünschen, genauso wie in großen Städten: Berlin, München, Frankfurt. Aber uns wurde immer gesagt: Alles ist wunderbar, alles ist super, alles ok."

Man habe in Halle Technik installiert, aber kein Geld eine Firma Tag und Nacht mit dem Wachdienst zu beauftragen. "Wir haben unsere Gemeindemitglieder, die das ehrenamtlich tun." So habe auch heute ein Ehrenamtlicher vor dem Überwachungskamera-Monitor gesessen und die Situation vor der Synagoge beobachtet.

Quelle: MDR,dpa/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. Oktober 2019 | 21:00 Uhr

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