Nach dem Anschlag Kommentar: Halle rückt zusammen

Der Anschlag eines mutmaßlich rechtsextremen Täters auf eine Synagoge in Halle hat Unschuldige das Leben gekostet. Dieser 9. Oktober 2019 wird sich ins Gedächtnis der Hallenser einbrennen – und die Stadt zusammenrücken lassen. Ein Kommentar

Ein Mann mit einer Israel-Flagge steht vor der Synagoge, wo Blumen und Kerzen stehen und liegen.
Bildrechte: dpa

Eine Stadt rückt zusammen – das macht die Anteilnahme mit den Opfern des grausamen Anschlags von Halle deutlich. Wir alle fühlen mit Ihnen. Hunderte Hallenser haben bereits ihr Mitgefühl zum Ausdruck gebracht und auf dem Markt für die Opfer, deren Angehörige und die Verletzten Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt.

Der 9. Oktober war für Halle schon einmal ein geschichtlicher Einschnitt, als 1989 die Demonstration auf dem Markt gewaltsam beendet wurde und viele verhaftet wurden. Der 9. Oktober 2019 brennt sich jetzt ein ins Gedächtnis der Hallenser als besonders dunkle Stunde. Denn dieser Anschlag hat Unschuldige das Leben gekostet.

Wenn der Terror in der Heimat ankommt

Bisher erlebten wir alle die Amokläufe in vielen Städten, in Berlin, Paris oder in Christchurch – jetzt ist der Terror in unserer Heimat in der Saalestadt angekommen. Deshalb gilt es eng zusammenzustehen. Wir alle müssen den Hass stoppen. Auch am Tag nach dem Anschlag wollen die Hallenser am Abend wieder zusammenstehen, am Händeldenkmal Kerzen aufstellen und Blumen niederlegen, oder Lichter in die Fenster stellen – eben als Zeichen  der Anteilnahme und des Mitgefühls.

Sein Motiv hat der 27-jährige Mann aus Benndorf selbst ganz klar im Internet artikuliert: Er wollte möglichst viele Menschen in der Synagoge umbringen. Nun müssen mit  Nachdruck die Tat, deren Hintergründe und Zusammenhänge aufgeklärt werden. Deshalb ist jetzt die Zeit der zügigen Aufarbeitung.

Erst Fakten, dann Schlussfolgerungen

Den Täter muss die ganze Härte des Gesetzes treffen. Trotz allem gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Alle Fakten gehören auf den Tisch. Danach müssen Schlussfolgerungen gezogen werden. Dabei ist vor allem zu klären, wie Synagogen und Gemeindezentren aller anderen Glaubensrichtungen besser geschützt werden können.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Oktober 2019 | 12:00 Uhr

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