Trockenheit und Hitze Apfelernte halbiert – Preise steigen leicht

Für die Obstbauern in Sachsen-Anhalt war 2019 ein mieses Apfeljahr. Wegen Trockenheit und Hitze konnten sie nur die Hälfte der üblichen Menge ernten. Das bedeutet Verluste für die Bauern – und höhere Preise für die Kunden.

Ein Mann steht neben einer Kisten mit Äpfeln.
Ingo Schauer vom Obsthof Prussendorf in seinem halb leeren Apfellager Bildrechte: MDR/Martin Krause

Wegen der schlechten Ernte in diesem Jahr werden die Preise für Äpfel leicht steigen. Udo Jentzsch, der Geschäftsführer des Landesverbandes "Sächsisches Obst", sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die im Verband vertretenen Obstbauern in Sachsen-Anhalt hätten 2019 etwa 11.000 Tonnen Äpfel geerntet – rund die Hälfte weniger als in normalen Jahren.

Landesverband "Sächsisches Obst" e.V.

In dem Verband mit Sitz in Dohna - Borthen (Sachsen) sind 70 Prozent aller Obstbauern in Sachsen-Anhalt vertreten.

Die Ursachen für das dritte schlechte Erntejahr in Folge sind laut Jentzsch Trockenheit und Hitze. Die schlechteste Ernte gab es demzufolge bei den Sorten Shampion und Pinova. Für die Obstbauern bedeutet das enorme Verluste, einige Betriebe seien sogar in Existenznot, sagt Jentzsch.

Bauern setzen auf hitzebeständige Sorten

Leere Ecke in einem Lager.
Gähnende Leere: Auf dem Obsthof Prussendorf ist dieser Raum gewöhnlich bis zur Decke mit Äpfeln gefüllt. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Um sich vor größeren Ernteausfällen zu schützen, rüstet man auf dem Obsthof Prussendorf um. So will Obstbauer Ingo Schauer vertrocknete Bäume roden und künftig verstärkt auf hitzebeständige Sorten setzen, wie Gala oder Jonagold. Dafür werden auf der Apfelplantage im Landkreis Anhalt-Bitterfeld demnächst 2.500 neue Obstbäume gepflanzt.

Auch Obstbauer Schauer musste bereits Einbußen hinnehmen. Auf seiner neun Hektar großen Plantage stehen rund 25.000 Apfelbäume. Allerdings sieht es in seinem Kühlraum in diesem Jahr recht übersichtlich aus: "In guten Jahren ist die Zelle voll, in diesem Jahr nur die Hälfte."

Obst kommt aus anderen Bundesländern

Mann steht neben einer großen Kiste mit Äpfeln und hält einen Apfel in der Hand.
Künftig will Obstbauer Schauer auf robustere Apfelsorten setzen. Bildrechte: MDR/Martin Krause

Um die Verluste auszugleichen, versucht der Obstbauer seine Kosten niedrig zu halten. So würden Zellen, die nicht benötigt werden, auch nicht mit Strom versorgt. Die Lohnkosten habe man ja weiter, sagt Schauer.

Damit seine Kunden auch im Winter frisches Obst bekommen, kauft Schauer bei Händlern in Bundesländern, wo es mehr davon gab, nach. Derzeit bekommt man auf seinem Hof das Kilogramm Äpfel für 1,80 Euro. Die Preise würden aber noch leicht ansteigen, so Schauer. Im Durchschnitt verbraucht jeder Deutsche 20 Kilogramm Äpfel im Jahr.

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Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 06. Dezember 2019 | 14:40 Uhr

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