Trockenheit Wüstenland Sachsen-Anhalt: Wasserspeicher gefordert

Nach zwei extrem trockenen Sommern und enormen Ernteausfällen wird vielerorts überlegt, wie die Landwirtschaft auf künftige Dürreperioden reagieren soll. Eine Lösung könnten Wasserspeicher sein. Die fordert nun der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt.

Der Landesbauernverband in Sachsen-Anhalt fordert mehr Wasserspeicher auf dem Land. Das erklärte Verbandspräsident Olaf Feuerborn am Montag bei einer Erntedankveranstaltung in Köthen. Mit Reservoirs wäre es möglich, Wasser zu lagern, um es der Landwirtschaft in den Sommermonaten zur Verfügung zu stellen.

Wasserreservoirs wie in Spanien

Auf die Frage, ob es den Bauern in Sachsen-Anhalt möglich sei, sich etwas unabhängiger vom Regen zu machen, sagte Feuerborn: "Wenn Sie an Wasserreservoirs denken wie in Spanien, wo man teilweise mit großen Talsperren versucht, Wasser extra für die Landwirtschaft zu speichern und dann auch der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen – das wünschen wir uns."

Insbesondere nach starken Regenfällen wäre es nötig, Wasser zurückzuhalten. Gleichzeitig könne so auch Kommunen geholfen werden, die über Vernässung – also zu viel Wasser im Boden – klagen.

Teure Speicher

Klar ist aber auch, solche Rückhaltebecken würden zunächst viel Geld kosten. "Das sind Investitionsprogramme, die sind unheimlich aufwendig und teuer und die können wir ohne die Politik alleine nicht stemmen", so Feuerborn. Dennoch seien das Zukunftsprojekte, über die schon rege nachgedacht werde, sagte Feuerborn. Man brauche allerdings noch eine Lösung, die kostenmäßig auch umsetzbar sei.

Zudem sei zu bedenken, dass sich bei Getreide eine Beregnung nicht rechnen würde, weil der zu erzielende Verkaufspreis zu niedrig sei. Bei Kartoffeln sehe die Sache anders aus, da lohne sich eine Beregnung.

Der Präsident des Landesbauernverbandes Olaf Feuerborn auf seinem Kartoffelacker.
Der Präsident des Landesbauernverbandes, Olaf Feuerborn, fordert den Bau von Wasserspeichern. Bildrechte: MDR/Yvonne Hensel

Sachsen-Anhalt hatte in den vergangenen beiden Jahren mit extremer Trockenheit zu kämpfen. Der Elbpegel in Magdeburg sank auf einen historischen Tiefstand. Meldungen über Wald- oder Feldbrände waren phasenweise täglich zu vernehmen. Und auch den Viehhaltern machte die Dürre zu schaffen. Die Futterbestände waren vielerorts knapp.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Oktober 2019 | 05:00 Uhr

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