Umschau Quicktipp Kochen mit Induktion

So funktioniert ein Induktionskochfeld

Im Normalfall besteht das Kochfeld aus einer Glas-Keramik-Fläche. Darunter befindet sich eine Spule. Fließt durch diese Spule Strom, wird ein Magnetfeld erzeugt. Wird der Herd eingeschaltet und ein Topf oder eine Pfanne mit magnetischem Boden auf das Kochfeld gestellt, reagieren die Elektroden in diesem Boden auf das Magnetfeld. Sie werden in Bewegung versetzt, erzeugen einen Wirbelstrom und der erwärmt den Boden von Topf oder Pfanne.

Die richtigen Töpfe

Damit das Wirbelstromprinzip funktioniert und  das Essen überhaupt warm wird, müssen Töpfe, Pfannen und Bräter ferromagnetische Eigenschaften haben. Bestens geeignet dafür sind Materialien wie Gusseisen, Stahl und andere magnetische Metalle. Töpfe nur aus Aluminium, bestimmten Edelstahlsorten oder auch reinem Kupfer funktionieren schlecht bis gar nicht. Aber: Werden diese eher ungeeigneten Töpfe mit einem Boden aus einem Eisenkern ausgestattet, kann es funktionieren.

Ein Edelstahl-Topfset
Bildrechte: IMAGO

Neue, induktionsgeeignete Töpfe haben auf der Unterseite oder der Verpackung den sogenannten Induktionswendel. Achtung: Es gibt keine verbindlichen Regeln, wie ein Topf beschaffen sein muss, damit er als induktionsgeeignet bezeichnet werden darf. Gerade bei älteren Induktionsherden und Töpfen mit eher schlechten magnetischen Eigenschaften kann im schlimmsten Fall eine Herdplatte überhitzen und das Kochfeld zerstört werden. Neue Herde verfügen über eine Abschaltautomatik bzw. weisen den Koch darauf hin, dass der falsche Topf auf der Platte steht. Wer überprüfen will, ob die aktuellen Töpfe geeignet sind, muss nur einen Magneten dranhalten. Bleibt der auch bei schnellen Bewegungen haften, können die Töpfe benutzt werden. 

Viele Vorteile

Wird Essen auf einer Induktionsplatte gekocht, wird die Glas-Keramik-Fläche selbst nicht heiß und übergelaufene Flüssigkeiten oder Speisen brennen nicht an. Außerdem wird der Topf selbst enorm schnell erwärmt und er kühlt sich fast ebenso schnell wieder ab, was ein punktgenaues Kochen zulässt. Im Vergleich zu herkömmlichen Glas-Keramik-Kochfeldern sind Induktionsfelder fast doppelt so schnell, Geräte mit sogenannter Booster-Funktion sind noch schneller. Bis zu 30 Prozent Energie können so gespart werden. Toller Sicherheitsaspekt: Ist der Herd eingeschaltet, es steht aber kein Topf auf dem Feld, passiert nichts. Die Brandgefahr ist gleich null. Und auch kleine Kinder können sich nicht an heißen Herdplatten verbrennen. 

Die Kosten

Einfache Induktionskochfelder, die eine Aufteilung einzelner Kochfelder haben, kosten ab 250 Euro. Deutlich teurer wird es bei sogenannten autarken Feldern. Sie haben keine herkömmliche Einteilung in Kochflächen für große und kleine Töpfe mehr. Stattdessen ist hier unter dem gesamten Glas-Keramik-Feld eine Spule verbaut. Steuerungselektronik erkennt, wo ein Topf aufgestellt wird und erwärmt dann nur genau diese Stelle. Je nach Zusatzfunktionen kosten solche Felder ab 500 Euro, es können aber bis zu mehreren tausend Euro sein. Eines gilt es jedoch zu bedenken: Die relativ hohen Anschaffungskosten werden laut Stiftung Warentest nicht durch die Stromersparnis ausgeglichen. Geeignete Töpfe kosten ähnlich viel wie "normale". Ein gutes Set gibt es ab 100 Euro. Nahezu alle Hersteller achten ohnehin darauf, dass ihre Produkte für Induktion geeignet sind.    

Seltsame Geräusche

Durch die Erzeugung der Wirbelströme und je nach verwendetem Topf-Material können beim Kochen mit Induktion Geräusche entstehen, ähnlich dem Brummen von Elektrospulen oder Röhren in alten Radios. Außerdem muss die Elektronik der Kochfelder gekühlt werden. Dazu sind in der Regel Lüfter verbaut. Dadurch brummt und summt manches Induktionskochfeld noch mehr. Katzen und Hunde können dadurch gestört werden, sie hören bestimmte Frequenzen wesentlich besser als Menschen. Ein Tipp von Stiftung Warentest: Da man beim Kauf nicht wissen kann, ob es mit den Töpfen Geräusche gibt, vereinbart man mit dem Verkäufer, dass Töpfe oder Kochfeld zurückgeben oder umgetauscht werden können.  

Nachrüsten möglich

Auch die kleine Espresso-Kanne oder der ganz normale Topf aus Aluminium können auf einem Induktionskochfeld benutzt werden. Dafür muss nur eine sogenannte Adapterplatte zwischen Induktionsfeld und Kanne oder Topf gelegt werden. Die Adapterplatte ist aus magnetischem Metall, wird durch die Induktion erhitzt und gibt die Wärme dann weiter. Ab rund 15 Euro sind solche Adapterplatten in unterschiedlichen Größen erhältlich. Der Durchmesser sollte dem der Töpfe angepasst sein, sonst geht zu viel Hitze verloren. Doch es gibt auch einige Nachteile: Durch den Zwischenschritt verliert man Energie. Die starke Erwärmung der Platten kann dafür sorgen, dass sie sich schnell verziehen. Dadurch geht noch mehr Wärme verloren.   

Gesundheitliche Bedenken

Die starken Magnetfelder wirken nicht nur auf die Töpfe. Sie können auch streuen, besonders bei unebenen Topfböden. Laut Bundesamt für Strahlenschutz und Stiftung Warentest sind die sogenannten Streufelder bei einer normalen Nutzung eines Induktionsherdes jedoch nicht gesundheitlich bedenklich. Ein Mindestabstand von fünf bis zehn Zentimeter zur Vorderkante des Herdes wird aber empfohlen. Das gilt besonders für Schwangere. Auch Menschen mit einem Herzschrittmacher oder Patienten, die gerade eine Strahlen- oder Chemotherapie durchmachen, sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob die Strahlung des Herdes zusätzlich schadet. Kleine Kinder gehören ebenfalls nicht länger anhaltend in die Nähe der Kochfelder. Im Allgemeinen müssen sich aber alle Hersteller an Grenzwerte der Strahlenbelastung halten. So ist die normale Benutzung eines Induktionsherdes ungefährlich.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP bei der Arbeit | 02. Dezember 2019 | 10:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 00:10 Uhr