China Coronavirus: Jeder 50. Infizierte stirbt

Die Sterblichkeitsrate beim neuartigen Coronavirus liegt in China statistisch bei 2,1 Prozent. Das teilte die chinesische Gesundheitskommission mit. Jedoch ist die Sterblichkeit in der schwer betroffenen Millionenmetropole Wuhan höher.

Arbeiter bauen Betten in einem Kongresszentrum auf, das zu einem provisorischen Krankenhaus umgebaut wurde.
In Wuhan bauen Arbeiter Betten in einem Kongresszentrum auf, das zu einem provisorischen Krankenhaus umgebaut wurde. Bildrechte: dpa

Die Sterblichkeitsrate der neuartigen Lungenkrankheit in China liegt derzeit im Schnitt bei 2,1 Prozent. Nach Angaben der Gesundheitskommission in Peking stirbt also etwa jeder 50. Erkrankte. Allerdings sei in der schwer betroffenen Metropole Wuhan die Mortalität mit etwa 4,9 Prozent deutlich höher. In der gesamten zentralchinesischen Provinz Hubei liege sie bei 3,1 Prozent.

Zahl der Infizierten sprunghaft gestiegen

Bis Dienstag ist die Zahl der bestätigten Virusfälle in China auf fast 20.500 gestiegen. Innerhalb eines Tages stieg die Zahl der Fälle damit um mehr als 3.000. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um 64 auf 425. Mehr als 97 Prozent der Opfer kommen aus der Provinz Hubei.

Nach Angaben der Nationale Gesundheitskommission sind 80 Prozent der Toten älter als 60 Jahre gewesen. Dreiviertel hätten an Vorerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck gelitten. Das bislang jüngste bekannte Todesopfer soll ein 36-Jähriger ohne Vorerkrankungen aus der Millionenmetropole Wuhan sein.

Virologe: Höhere Sterblichkeit als Grippe

Der Virologe Alexander Kekulé aus Halle sagte dem MDR, mit der gemeldeten Sterblichkeit sei eine Erkrankung mit dem neuen Coronavirus wesentlich gefährlicher als die Grippe. Die Grippe habe eine Sterblichkeitsrate von ungefähr 1:1.000 oder weniger. Bei dem neuen Virus liege sie bei zwei Prozent. Das wäre 1:50.

Virus rückt an Shanghai heran

Im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie weitete die chinesische Regierung die Quarantäne-Maßnahmen aus. In der an Shanghai angrenzenden Provinz Zhejiang schränkten die Behörden am Dienstag die Bewegungsfreiheit für rund zwölf Millionen Menschen ein. Die drei betroffenen Städte liegen an der Ostküste Chinas.

Dort darf nur ein Bewohner pro Haushalt jeden zweiten Tag für Einkäufe das Haus verlassen. Zugverbindungen wurden gesperrt. Bewohner von Wohnkomplexen müssen sich ausweisen, wenn sie nach draußen gehen oder zurückkehren wollen. Auch die Körpertemperatur der Bewohner soll kontrolliert werden.

Am Sonntag war bereits die Bewegungsfreiheit der Bewohner der Neun-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou eingeschränkt worden, auch diese Stadt liegt an der Ostküste. Gleiches gilt bereits für mehr als 50 Millionen Menschen in Wuhan und anderen Städten in der Provinz Hubei.

Infizierte in Deutschland wohlauf

Den zwölf Coronavirus-Patienten in Deutschland geht es weiterhin gut. Das teilten das Frankfurter Gesundheitsamt und das bayerische Gesundheitsministerium mit. Wann die Betroffenen die Krankenhäuser verlassen können, ist unklar. Sie müssen erst virenfrei sein.

In Frankfurt wurden zwei Infizierte behandelt, die am Wochenende mit mehr als 120 weiteren Passagieren aus Wuhan zurückgeholt worden waren. In Bayern werden acht Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto und zwei Kinder behandelt. Bei Webasto war eine infizierte Kollegin aus China zu Gast gewesen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Februar 2020 | 14:00 Uhr