Coronavirus Folgen für Beschäftigte und Arbeitgeber bei Quarantäne

Bei einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland droht die Schließung von Betrieben und Behörden. Beschäftigte müssen dann zu Hause bleiben. Werden dann Löhne weiter gezahlt, gibt es Krankengeld? Welche Folgen haben Quarantänemaßnahmen für die Arbeitgeber?

Autozulieferer Webasto im bayerischen Starnberg
Bei deutschen Firmen und ihren Beschäftigten gibt es bislang kaum Probleme durch das SARS-CoV-2-Virus. Der bayerische Automobilzulieferer Webasto meldete Ende Januar Verdachtsfälle und musste vorübergehend die Firmenzentrale schließen. Alle Erkrankten sind inzwischen wieder wohlauf. Bildrechte: dpa

Wird ein Betrieb wegen des neuen Coronavirus' auf behördliche Anweisung geschlossen, muss Beschäftigten im Regelfall das Gehalt weitergezahlt werden. Laut Bundesarbeitsministerium ist der Arbeitgeber grundsätzlich weiter zur Entgeltzahlung verpflichtet - auch wenn er seine Mitarbeiter wegen außerbetrieblicher Gründe nicht beschäftigen kann. Der Arbeitgeber trage hier das Betriebsrisiko.

Bei Isolation maximal sechs Wochen weiter Lohn

Wer wegen Verdachts auf Infektion isoliert wird und deshalb einen Verdienstausfall erleidet, bekommt eine Entschädigung. Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber maximal sechs Wochen lang den Nettolohn auch in der Isolation ausgezahlt – das jeweilige Bundesland erstattet dem Arbeitgeber die Beträge.

Wer körperlich in der Lage ist und die notwendigen Arbeitsmittel zur Hand hat, muss auch in Quarantäne seine Arbeit fortsetzen – dann greift die Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber.

Für Erkrankte gilt die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Selbstständige und Freiberufler erhalten bei Verdienstausfall eine Entschädigung nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Höhe berechnet sich nach den letzten Jahreseinnahmen.

Kurzarbeitergeld möglich

Ausgefallene Arbeitszeiten müssen später nicht nachgearbeitet werden. Das Arbeitsministerium wies aber darauf hin, dass Arbeits- oder Tarifverträge abweichende Regelungen enthalten könnten. Auch könnten Arbeitgeber zu ihrer Entlastung Kurzarbeitergeld beantragen, wenn ein "unabwendbares Ereignis" zu erheblichen Arbeitsausfällen führe. Dann trägt die zuständige Arbeitsagentur einen Teil der Lohnkosten.

Bisher gab es solche Betriebsschließungen in Deutschland wegen des Coronavirus noch kaum. In Bayern hatte der Automobil-Zulieferer Webasto nach Krankheitsfällen seine Firmenzentrale vorübergehend geschlossen. Am 26. Februar wurde im nordrhein-westfälischen Landkreis Heinsberg die Schließung von Schulen und Kitas angeordnet, wovon auch private Träger betroffen sind.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Februar 2020 | 13:00 Uhr