Die Medienschau

Kommentare zur Diskussion um die Maskenpflicht

Die Volksstimme aus Magdeburg schreibt: "Wo Abstandsregeln und Lüftung gut durchsetzbar sind, kann die Maskenpflicht fallen. Diese Lockerung ist folgerichtig. Zumal der Supermarkt bislang nie Ansteckungsherd war. Selbst im März und im April nicht, als wir mit wesentlich höheren Infektionszahlen konfrontiert waren als heute und Lebensmittel- wie auch Baumärkte ohne Maskenpflicht geöffnet hatten."

Die Neue Osnabrücker Zeitung meint: "Angesichts der geringen Infektionszahlen ist es an der Zeit, den Menschen wieder selbst zu überlassen, ob sie beim Gang in den Supermarkt oder ins Bekleidungsgeschäft eine Maske tragen wollen oder nicht. Diese neue Freiheit muss natürlich einhergehen mit der Bereitschaft, notfalls zu einer Maskenpflicht im Handel zurückzukehren, wenn das Infektionsgeschehen es erfordert. Das Shopping-Erlebnis aber gewinnt ohne Maske wieder an Attraktivität, und der gebeutelte Handel darf auf zusätzliche Umsätze hoffen."

Das Straubinger Tagblatt rät zur Vorsicht: "Sollte die Tragepflicht voreilig abgeschafft und eine neue Verschärfung der Regeln nötig werden, könnten die Auswirkungen gerade für den Handel viel schlimmer sein als bei einer sicherheitshalber längeren Maskenpflicht. Zurückhaltung ist angesagt. Die meisten Bürger haben sich an die Masken gewöhnt, viele nehmen es jedoch mit dem Abstand nicht mehr so genau, seit sie sie tragen. Auch das gilt es zu berücksichtigen. Sollte die Politik die Maskenpflicht aufheben, muss jeder selbst entscheiden, ob er nicht besser auf Nummer sicher geht und sich und andere mit einer Maske weiter schützt."

Die Heilbronner Stimme spricht von einem schmalen Grat: "Dass viele Menschen und vor allem der Handel ungeduldig weitere Erleichterungen einfordern, ist verständlich und letztlich auch dringend erforderlich. Dennoch ist der Spruch 'Corona ist over' fehl am Platz. Lokale Hotspots können Regionen schnell wieder lahm legen. Und die internationalen Rekordzahlen an Neuinfektionen alarmieren mehr denn je."

Abschließend der Reutlinger General-Anzeiger: "Natürlich sind diese Stofffetzen im Gesicht nicht wirklich komfortabel - angenehmer ist es ohne. Aber kann ein wenig mehr Annehmlichkeit ein mögliches Wiederaufflammen der Epidemie und einen damit einhergehenden eventuellen Lockdown aufwiegen? Wohl kaum."