Terroranschlag in Halle Trauerfeier in Merseburg für Opfer im Döner-Laden

In seiner Heimatstadt Merseburg wurde am Freitag an ein Todesopfer des Terroranschlags in Halle erinnert. Politiker besuchten auch den Tatort - einen Döner-Imbiss. Die Sicherheitsmaßnahmen in Halle werden verschärft, die Synagoge wird mit einer mobilen Polizeiwache geschützt.

Aktuell - Merseburg
Trauerfeier in der Merseburger Stadtkirche für eines der Todesopfer des Terroranschlags in Halle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei einer Trauerfeier in Merseburg ist am Freitag an einen 20-Jährigen erinnert worden, der bei dem Terroranschlag in Halle getötet wurde. Neben Verwandten und Bekannten nahmen auch Ministerpräsident Reiner Haseloff, Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke, an der Gedenkfeier in der Stadtkirche teil.

Haseloff am Tatort Döner-Laden

Reiner Haseloff (l, CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, spricht mit Izzet Cagac, Betreiber des Kiez-Döners, vor dessen Imbiss.
Ministerpräsident Haseloff im Gespräch mit Beschäftigen des Dönerladens in Halle, in dem am 9. Oktober der Rechtsterrorist Stephan B. um sich feuerte. Bildrechte: dpa

Franke und Haseloff hatten zuvor den Döner-Imbiss in Halle besucht, in dem der rechtsextreme Stephan B. in der vergangenen Woche den jungen Mann erschossen hatte.

Die Politiker sprachen mit Mitarbeitern des Döner-Ladens und dem Besitzer. Der Imbiss-Besitzer sagte, ihm und seinen Mitarbeitern sei Unterstützung zugesichert worden.  

Es darf keinen Hass mehr geben. Sowas darf nie wieder passieren. Nicht nur bei uns. Überall darf so was nie wieder passieren.

Izzet Cagac, Besitzer des angegriffenen Dönerladens in Halle

Franke sagte MDR AKTUELL, es sei ihm darum gegangen, sein Mitgefühl auszudrücken und sich einfach mal die Geschichte der Menschen anzuhören. Es sei wichtig, von der Täterzentrierung wegzukommen und stattdessen den Opfern eine Stimme zu geben.

Zusätzlicher Polizeischutz für Synagoge in Halle

Die am 9. Oktober von einem Rechtsterroristen attackierte Synagoge bekommt eine mobile Polizeiwache. Wie Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht in Magdeburg sagte, bekommen die eingesetzten Polizisten eine weitere Möglichkeit zum Schutz des Gotteshauses. Die Maßnahme erhöhe sowohl die Sichtbarkeit als auch die Ansprechbarkeit der Polizei vor Ort.

Das Gotteshaus war das eigentliche Ziel des schwer bewaffneten Attentäters. Es wird inzwischen rund um die Uhr bewacht. Der Angreifer hatte versucht, sich mit Waffengewalt Zutritt zu einer Synagoge zu verschaffen und ein Massaker unter den 50 Gläubigen anzurichten. Das gelang ihm zwar nicht, doch er erschoss eine Frau auf der Straße und den jungen Merseburger im Imbiss und verletzte auf seiner Flucht zwei weitere Menschen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Oktober 2019 | 16:00 Uhr

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