Silvesternacht Esken stellt Einsatztaktik in Leipzig in Frage

Seit zwei Tagen sorgen die Ausschreitungen und der Polizeieinsatz in Leipzig während der Silvesternacht für Diskussionen - und das nicht nur regional. Nun äußert sich auch SPD-Chefin Esken zur Einsatztaktik der Polizei.

Saskia Esken
SPD-Chefin Saskia Esken hat sich zu den Vorfällen in Leipzig geäußert. Bildrechte: imago images / Rüdiger Wölk

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat nach den Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz in der Silvesternacht gefordert, den Polizeieinsatz zu überprüfen. Esken sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es müsse schnell geklärt werden, ob die Einsatztaktik angemessen gewesen sei. Falls eine falsche Einsatztaktik Polizisten unnötig in Gefahr gebracht habe, sei der sächsische Innenminister Roland Wöller verantwortlich.

Der CDU-Politiker Wöller traf sich am Freitag in Leipzig mit Polizisten, die am Einsatz in der Silvesternacht beteiligt waren. Auf die Taktik der Polizei angesprochen, sagte er:

Jeder Polizeieinsatz wird kritisch ausgewertet und aufgearbeitet. Das wird auch mit diesem geschehen.

Sachsens Innenminister Roland Wöller

Nagel schwächt Aussagen ab

Linke-Abgeordnete Juliane Nagel aus Leipzig
Die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel. Bildrechte: Linke-Fraktion im Sächsischen Landtag

Politiker der Linkspartei hatten der Polizei vorgeworfen, mit ihrer massiven Präsenz die Stein- und Flaschenwürfe auf Beamte provoziert zu haben. Unter anderem hatte die Linken-Abgeordnete Juliane Nagel auf Twitter von "kalkulierter Provokation" und "ekelhafter Polizeigewalt" geschrieben. Sie erklärte inzwischen, sie würde ihren Tweet nicht noch einmal so formulieren.

GdP-Vize Radek kritisiert Debatte

Die Gewerkschaft der Polizei hat den politischen Umgang mit den Angriffen auf Polizisten in Leipzig-Connewitz kritisiert. Der stellvertretende Vorsitzende Jörg Radek sagte MDR AKTUELL, er würde sich wünschen, dass nach solchen Auseinandersetzungen nicht die typischen politischen Beißreflexe einsetzten. Wenn jede politische Seite versuche, den Fall für sich zu nutzen, trage das zu einer Spaltung der Gesellschaft bei.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2020 | 09:00 Uhr