In sechs Bundesländern Razzien gegen Rechtsextremisten – zwölf Festnahmen

Bei Razzien in Sachsen-Anhalt und fünf weiteren Bundesländern sind vier mutmaßliche Gründer einer rechtsextremen Terrorzelle und acht mutmaßliche Unterstützer festgenommen worden. Sie sollen Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime geplant haben.

Zwei Polizeifahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht stehen schräg versetzt an einer Einsatzstelle.
Spezialkräfte der Polizei ermittelten am Freitag in sechs Bundesländern gegen eine mutmaßliche rechte Terrorzelle. Bildrechte: dpa

Nach den Razzien gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle in Sachsen-Anhalt und fünf weiteren Bundesländern hat der Generalbundesanwalt zwölf Beschuldigte festnehmen lassen. Wie die Bundesanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mitteilte, handelt es sich bei den Festgenommenen um vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppierung sowie acht mutmaßliche Unterstützer. Ein weiterer Mann, der ebenfalls zum Kern gehört haben soll, gilt zwar als Beschuldigter, blieb aber auf freiem Fuß.

Alle Festgenommenen sind nach Angaben der Bundesanwaltschaft Deutsche und Männer. Sie sollen am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Der BGH entscheidet dann, ob die Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen oder möglicherweise wieder freigelassen werden müssen.

Anschläge auf Politiker und Muslime geplant

Die Festgenommenen stehen im Verdacht, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet und sich an ihr beteiligt zu haben. Ziel der Gruppe soll es gewesen sein, die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und zu überwinden. Zu diesem Zweck sollten durch Anschläge auf Politiker, Asylsuchende und Personen muslimischen Glaubens bürgerkriegsähnliche Zustände herbeigeführt werden, heißt es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft.

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Verdächtige sollen Anschläge auf Politiker und Asylsuchende erwogen haben

MDR AKTUELL Fr 14.02.2020 21:18Uhr 02:30 min

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Treffen, Chatgruppen, Telefonate

Die Gruppierung soll sich im September 2019 gegründet haben. Die fünf Beschuldigten hätten sich in unterschiedlichen Besetzungen mehrfach persönlich getroffen. Einer von ihnen habe diese Treffen anberaumt und koordiniert. Ein anderer habe ihn dabei einige Male unterstützt. Außerdem hätten sich die Männer in Chatgruppen und am Telefon ausgetauscht. Die acht mutmaßlichen Unterstützer sollen zugesagt haben, die Gruppe finanziell zu unterstützen, Waffen zu beschaffen oder an künftigen Anschlägen mitzuwirken.

Durchsuchungen in sechs Bundesländern

Spezialkräfte durchsuchten in den Morgenstunden insgesamt rund ein Dutzend Wohnungen und Objekte an insgesamt 13 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Dabei wurden die Ermittler offenbar fündig: Am Nachmittag teilte die Bundesanwaltschaft mit, dass sich die Verdachtsmomente gegen die Beschuldigten erhärtet haben. Nach Informationen verschiedener Medien wurden mehrere Waffen gefunden.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Februar 2020 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2020, 21:46 Uhr