Rente Arbeiten bis 69: Pro und Contra

Die Rente ist in Gefahr. Aufgrund dieser Analyse hat die Bundesbank eine Erhöhung des Eintrittsalters auf 69 empfohlen. Was spricht dafür und was dagegen? Ein Gewerkschafter und ein Wirtschaftswissenschaftler debattieren.

Rente Altersteilzeit
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Die Rente ist in Gefahr. Das hat eine aktuelle Analyse der Bundesbank ergeben. Deshalb hat die Behörde vor kurzem eine Erhöhung des Eintrittsalters empfohlen. Doch wie sinnvoll ist eine Rente mit fast 70 Jahren? Ein Gewerkschafter und ein Wirtschaftswissenschaftler debattieren die Vor- und Nachteile – für die Menschen und die Wirtschaft.

Hagist: Arbeit wird digitaler und so leichter

Der Vorsitzende des DGB Sachsen: Markus Schlimbach.
Bei körperlich anstrengenden Berufen unzumutbar, sagt der Vorsitzende des DGB Sachsen, Markus Schlimbach. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für alle Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen sei das unzumutbar, sagt der Vorsitzende des DGB Sachsen, Markus Schlimbach. Immer mehr Menschen müssten früher in Rente gehen, weil sie es in der heutigen Arbeitswelt nicht mehr schafften.

"Das Schöne ist ja, wir altern und leben länger", erwidert der Wirtschaftswissenschaftler Christian Hagist. Im Durchschnitt würden die Menschen auch gesünder altern. "Das heißt, wir können uns alle quasi fitter machen, damit wir dann auch länger arbeiten können." Denn die Grundlage für das Rentensystem sei die Finanzierbarkeit und diese müsste erhalten bleiben.

Doch wie sollen die Menschen fit bleiben, um – wie es die Bundesbank vorschlägt – im Jahr 2070 bis 70 arbeiten zu können? "Wir müssen etwa in ein betriebliches Gesundheitsmanagement investieren", sagt Hagist, der an einer privaten Hochschule in Koblenz doziert. Zudem würde Arbeit künftig digitaler und somit auch leichter werden.

Schlimbach: Geht an Lebensrealität der Menschen vorbei

Wirtschaftswissenschaftler Christian Hagist.
Die Grundlagen für längeres Arbeiten müssten geschaffen werden, sagt Wirtschaftswissenschaftler Christian Hagist. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Fast 40 Prozent der Sachsen arbeiten in Schichten", antwortet der DGB-Sachsen Vorsitzende Schlimbach. Das sei eine hohe Belastung für den Körper. Es gehe auch um Gebäudereiniger oder Pflegekräfte – in solchen Jobs zeichne sich keine Entlastung für die Menschen ab.

Der Ökonom sieht an dieser Stelle die Gewerkschaften in der Pflicht. Nach 15 schlauchenden Jahren in der Nachtschicht müssten die Menschen beraten werden, wie ein anderer Karriereweg eingeschlagen werden könnte, sagt Hagist.

"Wir haben ja auch hier im Osten die großen Weiterbildungsveranstaltungen in den Neunziger Jahren erlebt. Da war auch viel Unsinn dabei", entgegnet Schlimbach. Es sei schwierig aus körperlich anstrengenden Berufen in neue Arbeit zu kommen. "Dass aus einem Gebäudereiniger dann die Computerfachkraft wird, das funktioniert nicht. Das geht an der Lebensrealität der Menschen vorbei."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 18. Dezember 2019 | 20:15 Uhr

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