Ratifizierung Europaparlament billigt Brexit-Vertrag

Die EU-Abgeordneten haben am Mittwoch in Brüssel mit großer Mehrheit für den Brexit-Vertrag gestimmt. Damit ist der Weg für einen geregelten
Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union geebnet.

Mitarbeiter von britischen Europaabgeordneten verfolgen gerührt die Abschiedsveranstaltung der Sozialdemokratischen Fraktion für die Abgeordneten Großbritanniens
Das EU-Parlament hat den Brexit-Vertrag ratifiziert. Bildrechte: dpa

Das EU-Parlament hat das Ende 2019 vereinbarte Brexit-Abkommen gebilligt. Die EU-Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Brüssel mit großer Mehrheit dafür. Damit ist der Weg geebnet für einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union am späten Freitagabend. 621 Abgeordnete stimmten für das Abkommen, 49 dagegen, 13 enthielten sich.

Durch das Abkommen bleibt Großbritannien bis Ende 2020 noch im EU-Binnenmarkt und der Zollunion. Die Übergangsphase wollen beide Seiten nutzen, um ein Handelsabkommen und weitere Vereinbarungen über die künftigen Beziehungen auszuhandeln

Großbritanniens EU-Mitgliedschaft endet nach 47 Jahren

Am Donnerstag müssen die verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten dem Brexit-Vertrag nochmals zustimmen. Das gilt aber als Formsache. Großbritanniens EU-Mitgliedschaft endet am Freitag um Mitternacht nach 47 Jahren. Das Land ist der erste Mitgliedstaat, der die Union wieder verlässt.

Vor der Ratifizierung des Brexit-Abkommens im Europaparlament haben Abgeordnete am Mittwoch noch einmal Bedauern über den EU-Austritt Großbritanniens geäußert. Gleichzeitig erinnerten sie daran, dass nun bis zum Jahresende harte Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen Brüssel und London anstehen. Bundesaußenminister Heiko Maas sprach von einer "Herkulesaufgabe". Die EU-Kommission kündigte eng getaktete Verhandlungsrunden an, weil nur elf Monate bleiben.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit eine "einzigartige" Partnerschaft in Aussicht gestellt. Kein anderes Freihandelsabkommen gewähre "einen derartigen Zugang zu unserem Binnenmarkt" wie die mit Großbritannien angestrebte Partnerschaft, sagte von der Leyen. "Wir werden euch immer lieben und nie weit entfernt sein", fügte sie hinzu.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Januar 2020 | 19:00 Uhr