Coronavirus-Ticker 24. Mai: Kritik an Ramelows Lockerungs-Plänen hält an

Thüringens Ministerpräsident Ramelow stößt mit seinen Lockerungsplänen weiter auf Kritik. Sachsen-Anhalt blieb am Sonntag ohne Neuinfektionen. Fußball-Drittligist Jena sucht ein "Heimstadion" im Westen. Einem Zeitungsbericht zufolge will die angeschlagene Lufthansa ihr Streckennetz ab Juni wieder ausbauen. Alle weiteren Informationen im Ticker.

Bodo Ramelow
In der Kritik: Thüringens Ministerpräsident Ramelow Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie wieder am Montag.

21:47 Uhr | Berlin bietet Moskau Aufnahme von Patienten an

Berlin hat seiner Partnerstadt Moskau angeboten, Corona-Patienten in Krankenhäusern der Bundeshauptstadt zu behandeln. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller sagte im "Tagesspiegel", die Charité habe Patienten aus Frankreich behandelt. Nun wolle man gern weiter helfen. Bislang habe es aber keine Reaktion gegeben. 

Müller verteidigte zudem den Bau der bislang nicht benötigten Notklinik auf dem Berliner Messegelände. Andere Städte hätten auch gerne eine solche Reserve. Bis nächstes Jahr werde die Notklinik vorgehalten. Niemand könne eine zweite, heftigere Infektionswelle ausschließen.

21:28 Uhr | Dänemark erlaubt Transit nach Sylt

Deutsche Urlauber können wieder nach Dänemark einreisen, um mit der Fähre nach Sylt zu fahren. Wie der Fährenbetreiber mitteilte, benötigen Urlauber für den Grenzübertritt die Buchungsbestätigungen der Syltfähre und der Unterkunft auf Sylt. Dänemark dürfe nur Transitland sein. Die  deutsch-dänische Grenze ist seit dem 14. März geschlossen.

20:58 Uhr | Südafrika hebt Verkaufsverbot für Alkohol auf

Die Südafrikaner dürfen ab Juni wieder alkoholische Getränke kaufen. Präsident Cyril Ramaphosa erklärte, das wegen der Corona-Pandemie verhängte Verkaufsverbot werde zum Teil aufgehoben. An bestimmten Tagen und zu bestimmten Uhrzeiten werde es wieder erlaubt sein, alkoholhaltige Getränke für den Hausgebrauch zu kaufen. Der Verkauf von Tabakprodukten bleibt weiter verboten. Ramaphosa begründete das mit den "großen Gesundheitsrisiken" durch das Rauchen. In Südafrika wurden bislang fast 22.600 Coronavirus-Infektionen und 429 Todesfälle verzeichnet.

19:00 Uhr | App für Corona-Selbstdiagnose

Eine App soll dabei helfen, das Risiko einer Covid-19-Erkrankung einzuschätzen. Sie fragt u.a. nach Symptomen und jüngsten Kontakten und gibt dann eine Wahrscheinlichkeitsprognose ab.

18:52 Uhr | Zahl der Corona-Fälle nach Restaurantbesuch in Ostfriesland steigt

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen nach einem Restaurantbesuch in Moormerland in Ostfriesland ist auf 18 gestiegen. Wie der Landkreis Leer bestätigte, kamen am Sonntag sieben bestätigte Fälle hinzu. 14 Menschen hätten sich direkt im Restaurant angesteckt, vier weitere dann in der Folge. Für 118 Menschen wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

In dem Restaurant hatte eine geschlossene Gesellschaft am 15. Mai die Wiedereröffnung nach der Corona-Beschränkung gefeiert. Laut Landkreis ergab eine Befragung der Gäste Indizien, "dass an dem Abend möglicherweise gegen Corona-Auflagen verstoßen wurde".

18:40 Uhr | Österreichs Bundespräsident nach Corona-Sperrstunde im Lokal

Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen und seine Frau sind bei einem Verstoß gegen die Corona-Sperrstunde erwischt worden. Laut Polizei saß das Paar noch nach Mitternacht im Garten eines Wiener Restaurants, obwohl Lokale derzeit nur bis 23 Uhr geöffnet haben dürfen. Van der Bellen sagte der "Kronen Zeitung", er habe sich verplaudert und die Zeit übersehen. Das tue ihm aufrichtig leid: "Es war ein Fehler". Auf Twitter fügte er hinzu: "Sollte dem Wirt daraus ein Schaden erwachsen, werde ich dafür geradestehen." Laut Covid-19-Maßnahmengesetz droht dem Wirt eine Strafe von bis zu 30.000 Euro.

18:31 Uhr | Johnson hält an umstrittenem Berater fest

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seinen Chefberater Dominic Cummings gegen Vorwürfe verteidigt, sich nicht an die Corona-Vorschriften gehalten zu haben. Johnson sagte, er sei nach einem ausführlichen Gespräch mit Cummings zu dem Schluss gekommen, dass dieser "in jeder Hinsicht verantwortlich, legal und mit Integrität" gehandelt habe.  

Vertreter der Opposition, aber auch aus den Reihen des Regierungslagers hatten Cummings Rücktritt gefordert, weil dieser Ende März trotz Lockdowns zu seinen 430 Kilometer entfernt lebenden Eltern gefahren war. Cummings, der bei diesem Aufenthalt an Covid-19 erkrankte, verteidigte sich mit der Begründung, er habe die Betreuung für seinen Sohn sicherstellen wollen, weil seine Frau bereits an Covid-19 erkrankt gewesen sei und er selbst auch mit einer Ansteckung habe rechnen müssen. Medienberichte über mehrere weitere  Fahrten zu seinen Eltern wies die Regierung zurück.

17:50 Uhr | Einreisemöglichkeit für Erntehelfer verlängert

Die Einreise von Erntehelfern ist vorerst bis zum 15. Juni verlängert worden. Das teilten das Landwirtschafts- und das Innenministerium mit. Anfang April war die Einreise von jeweils 40.000 Arbeitskräften für April und Mai unter strengen Infektionsschutzauflagen erlaubt worden. Die Regelung wäre Ende Mai ausgelaufen. Das Gesamtkontingent von 80.000 Arbeitskräften soll laut Ministerium nicht aufgestockt werden. Bisher seien erst 33.000 eingereist. Die Verlängerung sei daher ein gutes Signal für Landwirte und Verbraucher.

17:30 Uhr | Coronavirus bremst Goldmine in Südafrika aus

In Südafrika ist die tiefste Goldmine der Welt wegen einer Häufung von Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen worden. Der Bergbaukonzern AngloGold Ashanti teilte mit, unter den Arbeitern der Mponeng-Mine in Südafrika habe es 164 positive Tests gegeben. In der Mine arbeiten normalerweise mehr als 5.000 Menschen, wegen der  Corona-Pandemie war sie zuletzt nur mit halber Belegschaft betrieben worden.

16:11 Uhr | Kritik an Ramelows Lockerungs-Plänen hält an

Die Kritik an den Plänen von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, die allgemeinen Corona-Beschränkungen ab dem 6. Juni aufzuheben, hält weiter an.

Der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, sagte, die bayerische Staatsregierung sei entsetzt. Was Thüringen plane, sei ein hochgefährliches Experiment für alle Menschen im Lande. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte mit Blick auf die Infektionen in einem Schlachthof und einem Lokal in seinem Land, man müsse nach wie vor vorsichtig sein. Sein saarländischer Amtskollege Tobias Hans warnte in der "Welt" vor zu schnellen Lockerungen. Job der Politik sei es, "jetzt nicht alleine Sehnsüchte zu stillen". Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warf Ramelow in der "Saarbrücker Zeitung" vor, er stelle genau die Maßnahmen in Frage, "denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken hat".

Kritik erntete Ramelow auch aus den eigenen Reihen. Die Linken-Politikerin Katharina König-Preuß warnte davor, den Mund-Nasen-Schutz aufzugeben. Grünen-Landeschef Bernhard Stengele sagte, die Aufhebung aller Beschränkungen und die Weitergabe der Verantwortung an die Kommunen und Bürger komme zu früh und erzeuge  eine falsche Sicherheit. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mahnte zumindest, Hygiene- und Schutzstandards nicht an Kommunen und Unternehmen zu delegieren.

15:40 Uhr | Über 100 Corona-Fälle nach Frankfurter Gottesdienst

Die Zahl der nach einem Gottesdienst in einer Frankfurter Baptistengemeinde mit dem Coronavirus Infizierten hat sich auf 107 erhöht. Das teilte Hessens Gesundheitsminister Kai Klose mit. Gestern war noch von 40 Infizierten die Rede gewesen. Die Betroffenen stammten aus Frankfurt am Main und drei benachbarten Landkreisen.

Der Gottesdienst fand am 10. Mai statt. Die Gemeinde versicherte, es seien alle Regeln eingehalten worden. Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden. Das Frankfurter Gesundheitsamt erklärte, die meisten hätten sich auch nicht bei, sondern nach dem Gottesdienst zu Hause angesteckt. Man habe die Situation gut im Griff.

15:16 Uhr | Carl Zeiss geht nach Leipzig und sucht West-Stadion

Der Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena startet am Montag sein Quarantäne-Trainingslager in Leipzig. Weil Thüringen bis zum 5. Juni weder Training noch Wettkampf für Mannschaftssportler erlaubt und die Stadt auch keine Ausnahmegenehmigung erteilen wollte, musste der Verein nach Sachsen ausweichen. Am Montag steht zunächst ein zweiter Reihentest auf das Coronavirus an. Sollte der negativ ausfallen, soll am Mittwoch das Training beginnen.

Der Restart der Saison ist für den 31. Mai geplant. Für das erste Spiel, gegen den Chemnitzer FC, sucht Jena der FCC unterdessen noch ein Stadion. Da Jena am 3. Juni auswärts beim MSV Duisburg antritt, hat der Club alle westdeutschen Drittligisten angefragt, ob man bei ihnen sein Heimspiel gegen Chemnitz austragen könne.

14:59 Uhr | 24 Neuinfektionen in Thüringen

Thüringen meldet wiederholt die meisten Neuansteckungen im Sendegebiet. Laut einer Übersicht der Staatskanzlei wurden am Sonntag 24 neue Corona-Fälle gemeldet. Allein neun davon entfielen demnach auf den Kreis Sonnerberg. 16 der 23 Kreise und kreisfreien Städte meldeten hingegen keine Neuansteckung. In neun Kreisen/kreisfreien Städten liegt die letzte inzwischen eine Woche und länger zurück. Insgesamt sind in Thüringen den Angaben zufolge 2.865 Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden.

Schätzungsweise 2.450 Patienten sind wieder genesen. Die Zahl der mit oder an einer Corona-Infektion Gestorbenen wurde unverändert zum Vortag mit 152 angegeben.

14:47 Uhr | Sachsen – Neuinfektionen nur in zwei Landkreisen

In Sachsen ist die Zahl der bekannten Coronavirus-Infektionen auch am Sonntag nur leicht gestiegen. Nach Angaben des Sozialministeriums kamen zehn neue Fälle hinzu, sieben aus dem Vogtlandkreis und drei aus dem Kreis Zwickau.  

Seit Beginn der Pandemie haben sich in Sachsen nachweislich 5.228 Menschen angesteckt, geschätzt 4.710 von ihnen gelten inzwischen wieder als genesen. Die Zahl der Todesfälle stieg um eins auf 204.

14:38 Uhr | Keine Neuinfektionen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind am Sonntag keine neuen Corona-Infektionen gemeldet worden. Das teilte das Sozialministerium in Magdeburg mit. Die Gesamtzahl der der bestätigten Infektionen im Land bleibe bei 1.695. Nach dem 16. und dem 22. Mai sei das der dritte Tag ohne festgestellte Neuerkrankte. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Verstobenen liege unverändert bei 54. Die Zahl der Genesenen gibt das Ministerium mit 1.573 Menschen an.

14:10 Uhr | Italien testet ab Montag 150.000 Menschen auf Antikörper

In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2.000 Orten nehmen, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit.

Medizinische Mitarbeiter in Schutzanzügen entnehmen von einer Patientin eine Probe
Rund 150.000 Menschen sollen getestet werden. Bildrechte: dpa

Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.

Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die noch nichts von ihrer Infektion wussten.

13:30 Uhr | Fußball-Landesverbände fordert Abbruch der 3. Liga

Die Fußball-Landesverbände Sachsen (SFV) und Sachsen-Anhalt (FSA) fordern wegen der Corona-Pandemie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Abbruch der Saison der 3. Liga. Ein entsprechender Antrag für den DFB-Bundestag wurde am Freitag zugestellt. Darin wird gefordert, dass es in dieser Saison keine Absteiger in die Regionalligen geben soll. Gleichzeitig sollen die per 27. Spieltag auf den Aufstiegsrängen zur 2. Bundesliga stehenden Vereine genauso aufsteigen wie der Tabellen-Dritte, der eigentlich eine Relegation spielen müsste. Die beiden Verbände beziehen sich auf die nach wie vor geltenden unterschiedlichen Verfügungslagen in Deutschland in der Corona-Pandemie, was einen fairen Wettbewerb nicht zulasse.

12:00 Uhr | Städtetagspräsident befürchtet Innenstadt-Sterben

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, sorgt sich wegen der Corona-Folgen um das Überleben der Innenstädte. Präsident und Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte dem "Tagesspiegel", das sei eine seiner größten Sorgen. Die Krise betreffe Handel, Gastronomie und Kultur. Niemand könne sagen, wie lange Kaufhäuser und Kleinhändler noch durchhielten. Es sei schrecklich bequem, nur noch Dinge im Internet zu bestellen. Gleichzeitig gebe es eine Sehnsucht nach Begegnung. Die Kommunen stehen laut Jung vor historisch einmaligen Steuerausfällen.

11:50 Uhr | Wenig Hoffnung für Freilichtbühnen

Trotz der Hoffnung auf weitere Lockerungen in der Corona-Krise rechnen viele Theater-Freilichtbühnen nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Saison in größerem Umfang. "Einen Freilichtsommer wie man ihn gewohnt ist, wird es bei den bestehenden Bedingungen nicht geben. Selbst bei gewaltigen Lockerungen blieben zu viele Probleme für eine reguläre Spielzeit", sagte Herbert Knecht, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) Nord. Der in die Regionalverbände Nord und Süd unterteilte VDF vertritt die Interessen von rund 90 Amateur-Freilichtbühnen bundesweit.

11:35 Uhr | Bundesverwaltungsgericht sucht Ausweichdomizil

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sucht für das anstehende Verfahren zum Fehmarnbelt-Tunnel ein Ausweichdomizil. Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, würden zu der Verhandlung im September so viele Beteiligte erwartet, dass unter Corona-Bedingungen selbst der große Sitzungssaal zu klein sei. Daher werde geprüft, ob die Verhandlung in einer Räumlichkeit außerhalb des Gerichts durchgeführt werde. Bei dem Verfahren geht es um den geplanten Eisenbahn- und Straßentunnel zwischen der Insel Fehmarn und Dänemark. Unter anderem der Naturschutzbund Nabu hatte dagegen geklagt.

11:20 Uhr | Kritik an Ramelow auch aus eigenen Reihen

Nach dem angekündigten Ende der strengen Corona-Regeln von Ministerpräsident Bodo Ramelow kommt erstmals Kritik aus den eigenen Reihen. Es sei ein Fehler, Abstandsregeln oder den Mund-Nasenschutz aufheben zu wollen, schrieb die Linken-Politikerin Katharina König-Preuss auf Twitter. Unabhängig von den Infektionszahlen pro 100.000 Einwohnern plädiere sie weiterhin für Auflagen, die die Ausbreitung von Corona eindämmen können.

11:00 Uhr | China offen für Suche nach Corona-Ursprung

Chinas Regierung hat sich offen gezeigt für eine internationale Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus. Außenminister Wang Yi sagte am Rande der Sitzung des chinesischen Volkskongresses, der Ursprung müsse professionell und unter Führung der Weltgesundheitsorganisation erforscht werden. Eine Schuld für den Ausbruch wies Wang scharf zurück. China sei wie andere Länder auch ein Opfer.

Auch das Labor in Wuhan, das von den USA als Ausgangspunkt für die Corona-Pandemie bezeichnet wurde, hat entsprechende Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Solche Anschuldigungen unter anderem von US-Präsident Donald Trump seien eine "reine Erfindung", sagte Labor-Leiterin Wang Yanyi.

08:45 Uhr | "New York Times" erinnert an Corona-Tote

Die Titelseite der "New York Times" ist am Sonntag den amerikanischen Opfern der Coronavirus-Pandemie gewidmet: Die Zeitung hat ganzseitig die Namen von Hunderten Verstorbenen abgedruckt. Insgesamt 1.000 Namen aus veröffentlichten Nachrufen und jeweils ein persönlicher Satz zu den Opfern stehen in der Ausgabe. "Die 1.000 Menschen hier stellen nur ein Prozent der Opfer dar. Keiner von ihnen war nur eine Statistik", schrieb die Zeitung auf Twitter. Die Überschrift der Zeitungsseite lautete: "Fast 100.000 Tote in den USA, ein unermesslicher Verlust".

08:00 Uhr | Hunderte Verstöße gegen den Mindestabstand und Kontaktverbot

In den Thüringer Landratsämtern und Verwaltungen der kreisfreien Städte sind in den vergangenen Wochen tausende Anzeigen im Zusammenhang mit den Corona-Auflagen der Landesregierung eingegangen. Allein in Erfurt wurden laut Stadtverwaltung im April fast 450 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Rund 130 davon gelten als abgeschlossen. Die Ordnungsämter haben vor allem Verstöße gegen den Mindestabstand und das Kontaktverbot registriert.

07:45 Uhr | Debatte über Wiederaufbau-Programme

Die Corona-Krise hat die Wirtschaft in Europa nahezu gelähmt. Die EU-Mitglieder und Brüssel diskutieren derzeit über Wiederaufbau-Programme. Dabei sind gigantische Summen und auch die unterschiedlichsten Konzepte im Spiel.

07:15 Uhr | Schäuble: Grundrechte waren nie außer Kraft gesetzt

Für Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sind die Proteste gegen Corona-Einschränkungen Zeichen einer offenen Gesellschaft. Schäuble sagte der "Welt am Sonntag", die Demokratie und der Rechtsstaat funktionierten. Es sei gut, wenn zum Beispiel der Wunsch artikuliert werde, die Meinungsfreiheit zu erhalten. Es lasse sich nicht verhindern, dass auf solchen Demonstrationen auch Menschen mit abstrusen Thesen kämen. Dennoch solle jeder, der zum Grundgesetz stehe, Abstand zu Extremisten halten. Schäuble betonte, die Grundrechte seien nie außer Kraft gesetzt gewesen. Vielmehr seien sie in der ersten Welle der Pandemie deutlich eingeschränkt worden. Zum Teil seien sie es immer noch. Das werde aber durchgängig kontrolliert.

06:50 Uhr | Jenas OB kritisiert Aufhebung der landesweiten Beschränkungen

Der angekündigte Verzicht auf landesweit gültige Corona-Beschränkungen in Thüringen ist bei Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche auf Kritik gestoßen. "Mir scheint das ein Gang aufs Minenfeld", schrieb er auf Facebook.  Er fragte, ob das wirklich die Strategie für das Land sein solle. Dennoch meinte Nitzsche, dass es für viele sicher verlockend sei, anstatt landesweiter Vorgaben lokal angepasste Maßnahmen zu haben. Ramelow verteidigte seine Pläne in der "Bild am Sonntag". Der Erfolg sei auf die harten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zurückzuführen. Er zwinge nun aber auch zum Handeln. Ramelow hat angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften verzichten zu wollen.

06:30 Uhr | Argentinien verlängert strenge Ausgangsbeschränkung

Die argentinische Regierung hat die Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie erneut um zwei Wochen verlängert. Präsident Alberto Fernández begründete die Maßnahme am Samstagabend damit, dass das Virus im Großraum Buenos Aires noch zirkuliere. In den vergangenen zwei Wochen habe es sich vor allem in den ärmlichen Viertel der Hauptstadt ausgebreitet. In Buenos Aires und dem angrenzenden Ballungsraum lebt rund ein Drittel der Argentinier. 87,5 Prozent der Corona-Infektionen wurden dort registriert. In Argentinien haben sich bislang mehr als 11.350 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

06:15 Uhr | Bericht: Lufthansa plant Reaktivierung

Die wegen der Corona-Pandemie angeschlagene Lufthansa will einem Zeitungsbericht zufolge ihr Streckennetz ab Juni wieder ausbauen. In der zweiten Monatshälfte sollen allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Konzernkreise. Darunter befänden sich Heraklion (Kreta), Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle deutlich häufiger angeflogen werden. Mit dem neuen Juni-Flugplan sollen 80 Flugzeuge reaktiviert werden. Damit wären dem Bericht zufolge 160 von insgesamt 760 Lufthansa-Maschinen im Einsatz. Wegen der Pandemie kam der internationale Luftverkehr praktisch zum Erliegen. Die bislang geltende weltweite Reisewarnung soll Mitte Juni jedoch aufgehoben werden.

06:00 Uhr | Vor Urlaubssaison: Mediziner warnen vor 2. Welle

Mit Blick auf fortschreitende Lockerungen und die bevorstehende Urlaubszeit warnen Experten vor dem Risiko eines erneuten Anstiegs von Corona-Neuinfektionen. Aktuell sähen die Infektionszahlen zwar gut aus, sagte der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg der Deutschen Presse-Agentur. Wenn Menschen jedoch wieder vielerorts eng zusammenkämen, etwa in Bars, könnte das dennoch ausreichen, "um wieder einen starken Anstieg loszutreten". In der Reisezeit könne sich das Virus leicht auch an Orte, die bislang verhältnismäßig verschont geblieben sind, ausbreiten.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Mai 2020 | 06:00 Uhr