Coronavirus-Ticker 26. Mai: Bund und Länder verlängern Kontaktbeschränkung

Bund und Länder haben sich geeinigt, bis Ende Juni an Kontaktbeschränkungen festzuhalten. Sachsen und Sachsen-Anhalt beschlossen zugleich weitere Lockerungen der Beschränkungen. Thüringen will noch weiter beraten, hält aber an seinem Ausstieg aus dem Krisenmodus fest. Alle Informationen im Ticker.

Ein Mann sitzt auf dem Weg zur Arbeit in einer Straßenbahn und trägt einen Mundschutz.
Bund und Länder sind sich einig – Kontaktbeschränkungen werden zwar gelockert, gelten aber weiter. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Dienstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Mittwoch.

23:05 Uhr | WHO-Regionalbüro besorgt über Lage in Lateinamerika

Der regionale Ableger der Weltgesundheitsorganisation blickt mit Sorge auf die Corona-Lage in Teilen Südamerikas. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation teilte mit, die Ausbreitung des Virus scheine sich in Brasilien, Peru und Venezuela weiter zu beschleunigen. Insbesondere in Brasilien sei die Lage alarmierend. Die wöchentliche Zunahme der Infektionen habe einen neuen Höchststand erreicht. Lateinamerika habe sich ohne Zweifel zu einem Epizentrum der Pandemie entwickelt. Insgesamt gibt es dort bisher knapp 800.000 gezählte Infektionen und etwa 143.000 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

22:16 Uhr | Hotel- und Gaststättengewerbe wünscht klare Richtlinien

Viele wollen in diesem Jahr, wenn überhaupt, in Deutschland Urlaub machen. Erwarten die Hotels und Herbergen einen Besucheransturm, und wie sind sie vorbereitet? Fragen an Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga.

22:05 Uhr | 35 neue Corona-Fälle in Mainzer Flüchtlingsunterkunft

In einer Mainzer Flüchtlingsunterkunft, die seit einer Woche unter Quarantäne steht, sind 35 weitere Bewohner positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung Mainz-Bingen am Abend mit. Zur Gesamtzahl der positiven Tests machte sie keine Angaben. Die Unterkunft mit 113 Bewohnern war am 19. Mai unter Quarantäne gestellt worden.

20:24 Uhr | Bund und Länder verlängern Kontaktbeschränkung bis zum 29. Juni

Bund und Länder haben sich grundsätzlich darauf verständigt, die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni zu verlängern. Das teilte das Bundespresseamt mit. Zugleich sollen die Beschränkungen gelockert werden. So sollen sich ab dem 6. Juni nicht nur die Angehörigen zweier Hausstände, sondern unabhängig davon bis zu zehn Menschen in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Es werde aber empfohlen, "die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen". Auch bei privaten Treffen zu Hause in geschlossenen Räumen sollten die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.

Thüringen behält sich laut einer Protokollnotiz vor, abweichende Regelungen zu beschließen, sofern es das Infektionsgeschehen zulasse. Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte erklärt, staatliche Verordnungen seien Noteingriffe, die nur berechtigt seien, wenn das Infektionsgeschehen das erfordere. Auch andere Länder wie Sachsen-Anhalt und Sachsen planen weitere Lockerungen. Bayerns Ministerpräsident Söder kritisierte einen Überbietungswettbewerb der Länder. Es wäre besser, "wenn der Bund da mehr verbindliche rechtsnormative Kräfte hätte".

20:05 Uhr | Betrugsfälle in Sachsen-Anhalt gestiegen

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der mutmaßlichen Betrugsfälle mit staatlichen Corona-Soforthilfen deutlich gestiegen. Wirtschaftsminister Armin Willingmann teilte mit, es gebe 148 Fälle, in denen sich ein Betrugsverdacht erhärtet habe. Eine Woche zuvor hatte die Investitionsbank noch von 77 Fällen gesprochen. Laut Willingmann gibt es insgesamt 334 Anträge, bei denen der Verdacht auf Betrug besteht. Seit 30. März können Soloselbstständige, Freiberufler, Landwirte und Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten Zuschüsse beantragen. Rund 40.000 machten in Sachsen-Anhalt  Gebrauch  davon. Etwa 2.600 Anträge werden den Angaben zufolge noch geprüft. 650 wurden abgelehnt oder zurückgezogen. Die landeseigene Investitionsbank zahlte bisher fast 265 Millionen Euro aus.

19:40 Uhr | Bund verschiebt laut Bericht Beschluss über Ende der Reisewarnung

Die Bundesregierung wird sich laut einem Medienbericht am Mittwoch nicht wie geplant mit der Aufhebung von Reisebeschränkungen in Europa befassen. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, das Thema sei auf die nächste Kabinettssitzung am 3. Juni verschoben worden. Hintergrund seien Proteste aus der CSU. So habe Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von einem "einseitigen Vorgehen" des Außenministers gesprochen und gefordert, die Koalition müsse sich zunächst grundsätzlich mit dem Thema befassen. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte laut RND Vorbehalte geltend gemacht, mehr Reisemöglichkeiten könnten eine erneute Infektionswelle befördern. Außenminister Heiko Maas beabsichtigt, die seit Mitte März geltende weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für europäische Staaten aufzuheben.

19:05 Uhr | Kekulés Corona-Kompass zu Charité-Studie

Der Virologe Alexander Kekulé ordnet die Kritik an der Studie der Charité über Corona bei Kindern ein. Außerdem geht es um das wohl endgültige Aus für das von US-Präsident Donald Trump gepriesene Mittel Hydroxychloroquin.

18:55 Uhr | Alleingang der Bundesländer führt zu Verunsicherung

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte vor allem der Bund das Sagen, inzwischen entscheiden die Länder weitgehend eigenständig. Das führt zu einem Flickenteppich an Regelungen, der verunsichert.

18:42 Uhr | Frankreich unterstützt seine Autoindustrie mit acht Milliarden Euro

Frankreich will seiner Autoindustrie mit acht Milliarden Euro unter die Arme greifen. Präsident Emmanuel Macron sagte, französische Autokonzerne sollten Produktionsstätten aus dem Ausland zurückholen, neue Modelle in der Heimat entwickeln und zum Tophersteller sauberer Fahrzeuge in Europa werden. Zu diesem Zweck soll u.a. der staatliche Zuschuss für den Kauf von Elektroautos von 6.000 auf 7.000 Euro steigen. Der angeschlagene Autohersteller Renault soll einen Staatskredit in Höhe von fünf Milliarden Euro erhalten. Voraussetzung ist laut Macron aber eine Einigung von Management und Gewerkschaften über die Zukunft der Mitarbeiter und der Werke in Frankreich.

18:17 Uhr | Weitere Infektionen nach Corona-Ausbruch in Lokal

Hinweisschilder stehen vor dem Restaurant 'Alte Scheune'
Nach einem Restaurantbesuch in Ostfriesland sind inzwischen 27 Menschen infiziert. Bildrechte: dpa

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Gaststätte im ostfriesischen Moormerland steigt die Zahl der Infizierten weiter. Nach Angaben des Landkreises Leer kamen am Dienstag fünf neue Fälle hinzu, insgesamt sind es nun 27. Die Zahl der Menschen in Quarantäne stieg von 133 auf 154. Der Landkreis sucht nach eigenen Angaben weiter nach Kontaktpersonen, um die Infektionskette zu unterbrechen. Zudem gehe man Hinweisen nach, dass bei der Veranstaltung gegen Abstands- und Hygieneregeln verstoßen worden sei.

18:11 Uhr | Russland führt Statistik über Todesfälle in Medizinsektor ein

Nach massiver Kritik russischer Ärzte gibt es nun eine offizielle Statistik über die Todesfälle beim medizinischen Personal. Das Gesundheitsministerium gab an, dass bislang mindestens 101 Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Fahrer von Rettungswagen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Inoffizielle Zählungen gehen von mindestens dreimal so vielen Todesfällen aus.

Russland hat mit offiziell 362.000 Infizierten die meisten Corona-Fälle in Europa. Am Dienstag wurden mit 174 Toten so viele Sterbefälle wie bisher noch nie an einem Tag gezählt.

17:44 Uhr | Südtirol wirbt mit Corona-Gratistest um Urlauber

Beim Werben um Urlauber will Südtirol Touristen künftig Gratis-Tests auf das Coronavirus anbieten. Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte dem Radiosender Rai 1, das Angebot sei ein Service und nicht verpflichtend. Erwogen werde, die Tests in Hotelangebote zu integrieren. Südtirol wirbt derzeit verstärkt um Urlauber, vor allem aus Deutschland. Am 3. Juni will Italien die Grenzen für EU-Bürger öffnen. Österreich kündigte an, Transitreisen zu gestatten.

17:07 Uhr | Post bleibt bei Massentests Ausnahme

Die Deutsche Post bleibt mit ihrem Vorhaben, Tausenden Mitarbeitern einen Corona-Test zu ermöglichen, eher eine Ausnahme. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur DPA. So erklärte der Paketdienstleister DPD, Tests in größerem Rahmen seien nur sinnvoll, wenn man sie regelmäßig durchführe. Ähnlich äußerte sich UPS. Supermärkte und Discounter wie Aldi Nord, Aldi Süd, die Rewe Group oder Kaufland haben aktuell ebenfalls nicht vor, ihren Mitarbeitern Corona-Tests anzubieten. Bei McDonalds und Burger King sind nach Angaben der Unternehmen ebenfalls keine Tests geplant. Zumindest diskutiert wird das Thema bei der Drogeriekette Rossmann. Das werde aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte Rossmann mit. Auch beim Discounter Lidl ist nach Unternehmensangaben ein Test-Angebot für einzelne Mitarbeitergruppen im Gespräch.

16:51 Uhr | Orbán will Sondervollmachten wieder abgeben

Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn
Kann derzeit per Dekret regieren: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán Bildrechte: imago images / PuzzlePix

Die ungarische Regierung will die Corona-Sondervollmachten für Ministerpräsident Viktor Orbán im Juni aufheben. Justizministerin Judit Varga kündigte an, die Regierung werde eine entsprechende Vorlage zur Beendigung des nationalen Notstands ins Parlament einbringen. Das von der Regierungspartei Fidesz dominierte Parlament hatte Orbán Ende März mit umfassenden Sondervollmachten zur Bewältigung der Coronavirus-Krise ausgestattet. Dieser kann seither unbefristet per Dekret regieren. Kritiker warfen ihm vor, die Pandemie zum Ausbau seiner Machtposition zu missbrauchen.

16:14 Uhr | Tiefensee verteidigt Aufschub der Entscheidung

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sieht im Aufschub der Entscheidung über weitere Corona-Lockerungen keinen Rückzieher. Der SPD-Landeschef sagte MDR AKTUELL, die Landesregierung habe sich dazu noch gar nicht geäußert, sondern nur der Ministerpräsident. Man habe sich im Kabinett sehr kritisch mit Bodo Ramelows Alleingang auseinandergesetzt. Die ursprünglichen Aussagen des Regierungschefs hätten zur Verunsicherung der Bevölkerung und der Politik bundesweit beigetragen. Zudem seien die Koalitionspartner nicht einbezogen worden. Nach Tiefensees Worten will die Koalition nun in Ruhe über Eckpunkte einer neuen Corona-Verordnung beraten. Es werde weiterhin Vorgaben des Landes geben, etwa zum Mindestabstand und zur Atemschutzpflicht.

15:57 Uhr | Sachsen-Anhalt erneut ohne Neuinfektionen

Sachsen-Anhalt hat einen weiteren Tag ohne Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Das Gesundheitsministerium teilte mit, die Zahl der bestätigten Infektionen bleibe bei 1.699. Nach dem 16., 22. und 24. Mai ist das der vierte Tag ohne neue Fälle. Aktuell sind noch etwa 60 Menschen im Land erkrankt. 1.582 Menschen sind dem Ministerium zufolge wieder genesen. 55 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

15:48 Uhr | Sachsen-Anhalt lässt Training und Spiele für HFC und FCM zu

Sachsen-Anhalt hat den Weg für Spiele der Fußball-Drittligisten 1. FC Magdeburg und Hallescher FC im eigenen Stadion frei gemacht. Die Landesregierung teilte auf einer Pressekonferenz mit, dass man Kreisen und Städten Ausnahmeregelungen für Berufssportler ermöglichen wolle. Das letzte Wort liege bei den Städten. Bisher galt ein striktes Verbot für Mannschaftstraining und Wettkämpfe.

15:27 Uhr | Russland will Sieges-Parade im Juni nachholen

russischer Veteran mit Mundschutz am 8.05.20 in Russland
Am Tag des Sieges am 9. Mai musste die Parade wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Russland will die am 9. Mai ausgefallene Sieges-Parade am 24. Juni nachholen. Präsident Wladimir Putin beauftragte Verteidigungsminister Sergej Schoigu, mit der Organisation des Großereignisses unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zu beginnen. Noch gelten in Moskau wegen der Corona-Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen. Mit dem Aufmarsch Tausender Soldaten und der Parade von Panzern und Raketen wird jedes Jahr in Moskau an den Sieg der Roten Armee über Hitler-Deutschland erinnert. Den neuen Termin für die Parade wählte Putin, weil es am 24. Juni 1945 die erste große Siegesparade nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Roten Platz gegeben hatte.

15:07 Uhr | FC Carl Zeiss verzichtet auf Klage gegen Drittliga-Fortsetzung

Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena verzichtet auf juristische Schritte gegen die Fortsetzung des Spielbetriebs. FCC-Geschäftsführer Chris Förster erklärte: "Wir sind zum Schluss gekommen, dass man Fairness nicht einklagen kann - jedenfalls nicht beim DFB." Der DFB-Bundestag hatte mehrheitlich beschlossen, die Saison am Wochenende wieder aufzunehmen. Jena ist erst am Montag ins Mannschaftstraining eingestiegen und musste dazu wegen des in Thüringen bestehenden Trainingsverbots nach Sachsen umziehen. Wo Jena sein erstes Spiel am Sonntag gegen Chemnitz austrägt, steht noch nicht fest.

14:58 Uhr | Sachsen-Anhalt beschließt weitere Lockerungen

Auch Sachsen-Anhalt hat weitreichende Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen. Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff nach einer Kabinettssitzung mitteilte, dürfen sich ab Donnerstag bis zu zehn Menschen im privaten Umfeld treffen. Bisher waren es fünf. Private Feiern wie Hochzeiten, Trauerfeiern, Geburtstage oder Einschulungsfeiern sind mit bis zu 20 Teilnehmern möglich. Das Landesamt für Verbraucherschutz und die zuständigen örtlichen Gesundheitsämter wollen künftig einschreiten und die Ursachen prüfen, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt über einen Siebentages-Zeitraum bereits ein Schwellenwert von fünf Corona-Fällen je 100.000 Einwohner überschritten wird. Zudem kündigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne ein Ampelsystem an, wie es das z.B. in Berlin gibt. Dabei sollen die Zahl der Infizierten erfasst werden, ihr Anteil je 100.000 Einwohner sowie die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten.

14:45 Uhr | Sachsen-Anhalts Grundschulen gehen in den Regelbetrieb

In Sachsen-Anhalt sollen alle Grundschüler spätestens ab 15. Juni wieder täglich in den Schulen unterrichtet werden. Bildungsminister Marco Tullner erklärte, geplant sei ein eingeschränkter Regelbetrieb. Ältere Jahrgänge sollen weiter in kleinen Gruppen abwechselnd zuhause und in der Schule lernen.

14:35 Uhr | Thüringen will nach den Sommerferien Regelbetrieb an Schulen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat einen Regelbetrieb an Schulen und Kindergärten nach den Sommerferien in Aussicht gestellt. Ramelow sagte, dafür müssten aber die Voraussetzungen stimmen. Zudem sollten alle Menschen, die in Schulen oder Kindergärten arbeiten, ein Recht auf Corona-Tests haben. Der Ministerpräsident kündigte vorsorgliche Pool-Testungen in Kitas und Schulen an.

14:30 Uhr | Thüringen will keine Kontakt-Beschränkung auf zehn Menschen

Thüringen will die vom Bundeskanzleramt vorgeschlagene Kontaktbeschränkung auf Treffen mit maximal zehn Menschen nicht mittragen. Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, die Überschreitung dieser Schwelle der Privatsphäre durch eine staatliche Verordnung sei nicht zu rechtfertigen.

14:15 Uhr | Noch keine Entscheidungen in Thüringen

Thüringen will im Juni weitere Beschränkungen aufheben und schrittweise aus dem "Krisenmodus in den Regelmodus übergehen". Das sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) heute nach der Kabinettssitzung in Erfurt. Auch in Thüringen solle aber weiter Mund-Nase-Schutz getragen werden, wo sich Menschen zu nahe kämen, etwa im öffentlichen Nahverkehr. Auch der Mindestabstand von 1,5 Metern solle weiter eingehalten werden. Schritte zu Lockerungen würden kommende Woche beraten.

Ramelow hatte zuvor für eine neue Strategie plädiert, nach der es keine vom Land verordneten Beschränkungen mehr geben solle. Das war bundesweit viel diskutiert und auch heftig kritisiert worden.

13:49 Uhr | Berliner Bußgeld-Bestimmung zu unklar

Der Berliner Verfassungsgerichtshof hat den Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Pandemie-Bestimmungen teilweise außer Kraft gesetzt. Es geht um das Bußgeld für Verstöße gegen Abstandsgebote und das Gebot, physische Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Diese Formulierungen seien zu unbestimmt, heißt es in dem heute veröffentlichten Beschluss (VerfGH 81 A/20). Bürger könnten nicht klar erkennen, welche Handlung bußgeldbewehrt sei.

13:23 Uhr | Sachsen setzt ab 6. Juni auf Gebote

Sachsen will die Pandemie-Einschränkungen vom 6. Juni an weiter lockern. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) heute nach einer Kabinettssitzung in Dresden mit. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebot und Maskenpflichten im Nahverkehr und in Geschäften sollten zwar bleiben. Anstelle von Verboten solle es aber künftig Gebote geben. Köpping kündigte auch Erleichterungen für den Besuch von Alten- und Pflegeheimen an.

13:16 Uhr | Kretschmann: Corona-Politik wird Ländersache

Das weitere Vorgehen gegen die Coronavirus-Pandemie soll nach Angaben des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) künftig allein von den Ländern bestimmt werden. "Die Verantwortung liegt jetzt bei den Ministerpräsidenten und Landkreisen", sagte Kretschmann heute. Es seien "keine weiteren Konferenzen geplant, weder von der Bundeskanzlerin noch vom Kollegen Söder", fügte er mit Blick auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hinzu.

12:45 Uhr | Ryanair gegen Lufthansa-Rettungspaket

Die irische Fluggesellschat Ryanair will gegen das vereinbarte neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die Lufthansa vorgehen. "Ryanair wird gegen das jüngste Beispiel illegaler staatlicher Beihilfen an die Lufthansa Beschwerde einlegen", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Die staatliche Hilfe könne den Wettbewerb verzerren.

Flugzeuge von Ryanair stehen auf dem Flughafen.
Auch Ryanair-Flugzeuge bleiben am Boden. Bildrechte: dpa

Bundesregierung und Lufthansa hatten sich am Montag nach wochenlangen Verhandlungen auf Staatshilfen in Form von Krediten, stillen Einlagen und einem Einstieg des Staates bei der Lufthansa in Höhe von 20 Prozent geeinigt. Grund für die Probleme der Lufthansa ist der nahezu vollständige Silltstand des Pasagierflugverkehrs wegen der Pandemie-Schutzmaßnahmen. Die EU-Kommission muss noch prüfen, ob die Beihilfe den Wettbewerb in Europa beeinträchtigt.

12:37 Uhr | Tschechien und Slowakei ermöglichen Kurzreisen

Tschechien und die Slowakei haben sich auf einen beschränkten Grenzverkehr untereinander geeinigt. Das teilte der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš nach Gesprächen mit seinem Amtskollegen Igor Matovič heute mit. Auch Ungarn schließe sich der Gruppe an. Voraussetzung sei, dass Reisende innerhalb von 48 Stunden zurückkehren. Sie müssten dann weder einen Coronavirus-Test vorlegen und sich auch nicht in Quarantäne begeben. Die Regelung gelte ab Mittwoch. Unter anderem für Deutsche gilt derzeit noch ein weitgehender Einreisestopp für diese Länder.

12:05 Uhr | Viele Tote in Großbritannien

In Großbritannien sind inzwischen mehr als 47.300 Menschen gestorben, die an Covid-19 erkrankt waren. Das teilte das nationale Statistikamt ONS mit. Die Zahl der Todesfälle in Deutschland hat nach offiziellen Angaben zuletzt bei 8.300 gelegen.

11:50 Uhr | CDU-Chefin: "Hände weg vom Mindestlohn"

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich gegen Überlegungen in der Unions-Bundestagsfraktion gewandt, Einschnitte beim Mindestlohn zu fordern. Auf Twitter schrieb sie heute, über Hilfen für Unternehmen "reden wir beim Konjunkturpaket". Das könne aber nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden: "Deshalb: Hände weg vom Mindestlohn!" Die Fraktion aus CDU und CSU berät laut "Handelsblatt" heute Nachmittag unter anderem über die mögliche Forderung, den gesetzlichen Mindestlohn zu senken oder zumindest nicht weiter zu erhöhen.

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Stefan Körzell sagte dazu heute: "Wir bleiben dabei: Der Mindestlohn muss steigen." Er liegt derzeit bei 9,35 Euro. Die von der Regierung eingesetzte Mindestlohn-Kommission, in der auch der DGB vertreten ist, soll nach bisheriger Planung im Sommer eine Empfehlung zur Anpassung der Lohnuntergrenze ab 1. Januar 2021 aussprechen.

11:14 Uhr | Erste Inlandsflüge ab Dresden

Laut Bericht der Kollegen aus Sachsen soll es auf dem Flughafen Dresden-Klotzsche ab nächster Woche wieder einzelne Linienflüge geben. Eurowings und Lufthansa planen Flüge nach Düsseldorf und Frankfurt/Main. Eurowings will Anfang Juni mit einer Verbindung nach Düsseldorf beginnen. Lufthansa verkauft Tickets für Flüge zwischen Dresden und Frankfurt/Main ab 15. Juni. Für Fluggäste gelten aber Auflagen wie Sicherheitsabstand und Mund-Nase-Maske.

Terminal des Flughafen Dresden-Klotzsche
Terminal des Flughafens Dresden-Klotzsche Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

10:48 Uhr | Weitere Lockerungen in Sachsen geplant

Auch Sachsen plant weitere Lockerungen. Das geht aus einem Statement von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hervor. Demnach sollen vom 6. Juni an unter anderem Familienfeiern "in einem größeren Umfang" wieder möglich sein. Aktuell gilt, dass sich nur Angehörige von maximal zwei Haushalten treffen dürfen. Das Infektionsgeschehen sei jedoch "so positiv, dass wir auch in diesem Bereich mehr möglich machen wollen", sagte Kretschmer. Auch "beim Thema Bus und Reisebusse" werde es "eine Veränderung" geben.

Die aktuelle Rechtsverordnung gilt noch bis zum 5. Juni. Laut Kretschmer sollen die Regeln am Donnerstag bei einem Runden Tisch diskutiert werden, an dem auch Virologen und Betroffene mit überstandener Corona-Infektion teilnehmen. Am 3. Juni solle die neue Rechtsverordnung für Sachsen dann beschlossen werden.

10:24 Uhr | Große Verluste bei Leipziger Messe

Die Leipziger Messe kämpft mit der Krise. Seit Beginn der Pandemie-Schutzmaßnahmen wurden nach Angaben der Messegesellschaft mehr als hundert Veranstaltungen abgesagt. Der Schaden liege schon jetzt im zweistelligen Millionenbereich. Von 400 Mitarbeitern seien 360 in Kurzarbeit. Die Hoffnungen richteten sich nun auf das zweite Halbjahr mit dem EU-China-Gipfel im September und den Messen für Publikum wie der "Modell-Hobby-Spiel", "Denkmal" und "Musicpark".

10:00 Uhr | Wenige neu bestätigte Infektionen

Die Zahl der in Deutschland täglich neu bestätigten Coronavirus-Infektionen liegt seit jetzt mehr als zwei Wochen deutlich unter der Marke von 1.000 Fällen. Zuletzt pendelte sie zwischen etwa 700 und weniger als 300 von den Behörden registrierten Infektionen.

Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt bei 0,83, was bedeutet, dass jeder Infizierte statistisch betrachtet weniger als eine weitere Person angesteckt hat. Der Wert bildet das Infektionsgeschehen vor etwa eineinhalb Wochen ab. Dazu ermittelte das RKI einen Sieben-Tage-R-Wert von 0,84, der weniger schwankt und Infektionen vor acht bis 16 Tagen anzeigt.

Institutionen wie "Risklayer" oder die Johns-Hopkins-Universität stützen sich auf die durch die Gesundheitsämter oder andere staatliche Behörden vermeldeten Infektionsfälle. Diese Daten sind aktueller als jene des Robert Koch-Instituts, das seine Daten über eine längere Meldekette erfasst und nur einmal am Tag aktualisiert veröffentlicht.

09:41 Uhr | Messefirmen vor Entlassungswelle

Wegen des Verbots von Messen und Großveranstaltungen rechnet die Branche mit einer großen Entlassungswelle. "Noch bevor Messen wieder durchgeführt werden können, werden weite Teile der Veranstaltungs-Branche insolvent sein", sagte Fachverbandschef Jan Kalbfleisch. Im Juni drohe eine Kündigungswelle, weil vielen Betrieben die Liquidität ausgehe. Nach Schätzungen des Verbands könnten 250.000 Menschen von Kündigungen betroffen sein.

09:00 Uhr | Aktuelle Meldungen aus den Ländern

Auch heute halten unsere MDR-Kollegen in den Ländern uns mit aktuellen Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Neues aus Sachsen-Anhalt gibt es im Morgenticker aus Magdeburg. Die Live-Ticker aus Sachsen und Thüringen finden Sie hier:

Zwei Polizisten kontrollieren im Park an der Schlossteichinsel in Chemnitz junge Leute. sie haben auf einer Decke gepicknickt. Das ist dort nicht erlaubt. nicht nur wegen der ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise.
Bildrechte: Harry Härtel
Ein Arzt nimmt einen Mundabstrich bei einer Patientin mit Video
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

08:20 Uhr | Einzelhandel leidet unter Zurückhaltung

Sachsens Einzelhändler leiden nach der Wiedereröffnung im Mai unter der Zurückhaltung der Kunden. Der Chef des Handelsverbands, René Glaser, führt das auf die Unsicherheiten am Arbeitsmarkt und den Anstieg der Kurzarbeit zurück. Auch die Maskenpflicht und die Zugangsbeschränkungen bremsten "die Shoppinglaune", Touristen blieben weiter aus. Laut den Marktforschern der GfK hat sich das Konsumklima in Deutschland zwar etwas erholt. Den Wert für Juni gab die GfK mit minus 18,9 Punkten an – 4,2 mehr als im Mai, aber noch immer der zweitniedrigste je gemessene Wert.

07:43 Uhr | "Bild": Kontaktbeschränkungen bleiben noch

Die Bundesregierung plant laut Bericht der "Bild"-Zeitung eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis zum 29. Juni. Das Blatt beruft sich auf einen Entwurf, der von den Ländern noch abgesegnet werden müsse. Danach sollen sich im öffentlichen Raum maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte treffen können. Die Zahl der Besucher in der eigenen Wohnung solle nicht mehr beschränkt werden, allerdings müsse genug Platz zur Einhaltung der Abstandsregeln und ausreichend Frischluft zur Verfügung stehen. Nach Angaben der Regierung laufen die Gespräche noch.

07:02 Uhr | WHO stoppt Hydroxychloroquin-Tests

Die Weltgesundheitsorganisation hat klinische Tests des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin zur Behandlung der Coronavirus-Infektion wegen Sicherheitsbedenken ausgesetzt. Die Tests in mehreren Ländern seien "vorübergehend" eingestellt worden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Grund sei eine Studie der Harvard Medical School in Boston und des Universitätsspitals Zürich, wonach Hydroxychloroquin nicht nur keinen Nutzen bei Covid-19-Patienten zeige, es könne vielmehr das Sterberisiko noch erhöhen. In Brasilien will die Regierung das Mittel dennoch weiter empfehlen, und US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche verkündet, er nehme das Mittel zur Vorbeugung ein.

06:38 Uhr | Paul-Ehrlich-Institut ist optimistisch

Das Paul-Ehrlich-Institut sieht zwei weitere deutsche Impfstoff-Forschungsprojekte "nahe an der klinischen Prüfung". Wie Präsident Klaus Cichutek in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart" sagte, sind ein Präparat der Firma CureVac aus Tübingen und ein Impfstoff des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung vielversprechend. Er rechnete damit, dass "in wenigen Wochen die nächste klinische Prüfung vom Paul-Ehrlich-Institut genehmigt werden kann". Bislang hat nur die Firma BioNTech aus Mainz eine PEI-Genehmigung.

06:05 Uhr | Ärzte: Pflegeheime bei Besuchen zu streng

Die Landesärztekammer Sachsen hat beklagt, dass Pflegeheime die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen oft nur zögernd umsetzen. Präsident Erik Bodendieck sagte MDR AKTUELL, manche Pflegeheime seien beispielsweise beim Zulassen von Besuchern zu streng. Der Landesärztekammer seien außerdem Fälle bekannt, in denen Heimbewohnern wegen des Infektionsrisikos Arzttermine verweigert worden seien. Dafür gebe es keine Grundlage. Der Verband der Hauskrankenpflege Sachsen zeigte Verständnis für die Vorsicht der Pflegeheime. Geschäftsführerin Heike Morgenstern sagte, das Infektionsrisiko für die Bewohner sei sehr hoch.

05:45 Uhr | Schwieriger Umgang mit Masken-Verweigerern

Die Maskenpflicht ist in Mitteldeutschland lediglich eine "dringende Empfehlung an die Bürger". In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Geschäften ist sie jedoch verbindlich. Doch wie kan man mit solchen Menschen umgehen, die sich weigern, eine Maske zu tragen und - darauf angesprochen - teilweise sogar aggressiv werden? Unsere Reporterin hat festgestellt: Viel tun lässt sich da nicht.

05:20 Uhr | Unionspolitiker fordern Senkung von Mindestlohn

Wegen der Corona-Krise fordern Wirtschaftspolitiker der Union, den Mindestlohn zu senken oder zumindest eine Erhöhung im kommenden Jahr auszusetzen. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet, das stehe in einem Entwurf für ein Wachstumsprogramm. Ein weiterer Vorschlag sei, den Solidaritätszuschlag bereits am 1. Juli und für alle abzuschaffen. Bisher ist gesetzlich vorgesehen, den Soli im Januar 2021 für 90 Prozent der Steuerzahler abzuschaffen. Nach Informationen des "Handelsblatt" soll der Entwurf heute vom Vorstand der Unionsfraktion beschlossen werden. Anfang Juni solle er dann mit dem Koalitionspartner SPD beraten werden.

04:45 Uhr | Ramelow: "Wir müssen aus dem Krisenstatus raus"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow verteidigt sein umstrittenes Vorpreschen bei der Lockerung der Corona-Alltagsbeschränkungen. Die geringe Zahl der Infektionen in seinem Bundesland müsse Konsequenzen haben, sagte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen aus dem Krisenstatus raus." Er und auch die sächsische Landesregierung wollen wegen niedriger Ansteckungszahlen vom 6. Juni an statt landesweiter Regeln nur noch lokale Einschränkungen – abhängig von der Lage in den jeweiligen Kommunen. Der Bund und das besonders stark betroffene Bayern setzen dagegen weiter auf möglichst verbindliche und überregionale Anordnungen. Die Landesregierung in Erfurt will heute über Lockerungen beraten.

04:15 Uhr | Drastischer Rückgang bei Facharztbesuchen

In der Hochphase der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der Facharztbesuche in Deutschland massiv eingebrochen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des NDR bei Ärzteverbänden, Kassenärztlicher und Kassenzahnärztlicher Vereinigung hervor. Demnach melden zum Beispiel Kardiologen und Onkologen Terminrückgänge von bis zu 50 Prozent. Zahnärzte verzeichneten sogar ein Minus von bis zu 80 Prozent. Die Kassenärztlichen Vereinigungen und Berufsverbände forderten Patienten dazu auf, Facharztbesuche jetzt dringend nachzuholen – auch wenn in manchen Praxen die Termine knapp seien. Ausbleibende Arztbesuche könnten für Risikopatienten lebensbedrohlich sein.

03:05 Uhr | Bundesregierung will Reisewarnungen aufheben

Die Bundesregierung will die Reisewarnungen für 31 europäische Staaten ab dem 15. Juni aufheben, wenn die weitere Entwicklung der Pandemie es zulässt. Neben den 26 EU-Ländern gehören dazu das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die keine EU-Mitglieder sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Das geht laut dpa aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier hervor, das schon am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden könnte. Die Reisewarnung soll durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, die für jedes einzelne Land die Risiken aufzeigen sollen.

02:25 Uhr | Verband fordert: Prostitution wieder erlauben

Der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen hat verlangt, die Schließung aller Prostitutionsstätten wieder aufzuheben. Eine weitere Schließung der Bordelle und ein Verbot der Prostitution seien durch nichts gerechtfertigt, heißt es in einem Offenen Brief an die 16 Bundestagsabgeordneten, die jetzt ein generelles Sexkaufverbot gefordert hatten. Der Verband schrieb, es müsse ermöglicht werden, "wieder Einnahmen zu generieren und den Kunden einen guten Service zu bieten, der menschlich, stabilisierend und für sie insbesondere in Corona-Zeiten existenziell ist". Man habe dazu ein entsprechendes Hygienekonzept erarbeitet. Weiter erklärte der Verband, Sexarbeiterinnen hätten per se ein großes Interesse an Hygiene und ihrer Gesundheit, "denn die ist ihr Kapital".

01:15 Uhr | Bayern droht mit Gegenmaßnahmen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) droht Thüringen mit Gegenmaßnahmen wegen der in Aussicht gestellten Lockerungen bei den Schutzmaßnahmen. "Die Vorschläge von Ministerpräsident Ramelow sind unverantwortlich", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Man werde die Entwicklung in Thüringen sehr genau im Blick haben, "um in Bayern im Zweifel gegenzusteuern". Herrmann: "Wir werden sicher nicht tatenlos zusehen, wie Ramelow große Erfolge im Kampf gegen das hochgefährliche Coronavirus sorglos zunichte macht." Weitere Details nannte er zunächst nicht.

01:00 Uhr | Höchster Krankenstand seit 20 Jahren

Im März haben sich laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) so viele Arbeitnehmer krankgemeldet wie zuletzt vor 20 Jahren. Der Anteil krankgeschriebener Beschäftigter habe bei 6,84 Prozent gelegen, berichten Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf Daten der Krankenkasse . Im vergangenen Jahr lag demnach der höchste Wert bei 5,3 Prozent, wobei als Grund für die Krankschreibungen überwiegend Erkältungen angegeben wurden. Ursache für den überdurchschnittlichen Krankenstand im März 2020 seien offenbar überwiegend präventive Krankmeldungen wegen der Coronavirus-Pandemie gewesen, sagte TK-Chef Jens Baas.

00:55 Uhr | Deutsche Post plant vorbeugende Tests

Die Deutsche Post wird als erster deutscher Konzern tausende Mitarbeiter ohne konkreten Anlass auf das Coronavirus testen lassen. Das Unternehmen schlage den Weg einer "prophylaktischen Teststrategie" ein, kündigte Vorstandsmitglied Tobias Meyer in der "Rheinischen Post" an. Deutlich mehr als 10.000 Mitarbeitern solle angeboten werden, sich vorsorglich testen zu lassen, "vor allem in größeren Betriebsstätten".

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 26. Mai 2020 | 19:30 Uhr