Coronavirus Ein Verdachtsfall unter Wuhan-Rückkehrern

Viele Airlines haben wegen des neuen Coronavirus ihre Verbindungen nach China gekappt. Mehr als hundert Deutsche und Angehörige wurden nun mit der Luftwaffe zurückgeholt. Elf von ihnen wurden in eine Klinik gebracht, darunter einer wegen Verdachts auf das Coronavirus. Auch die anderen müssen zunächst in Quarantäne. In Bayern gibt es indes einen achten Infizierten. Die EU schickte am Samstag zwölf Tonnen Schutzkleidung nach China.

Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" der Bundeswehr ist am Flughafen Frankfurt am Main gelandet. Rettungskräfte und Polizisten stehen an dem Flugzeug. Das Flugzeug der Bundeswehr hat Deutsche und andere Staatsbürger aus dem vom Coronavirus betroffenen chinesischen Wuhan ausgeflogen.
Die Rückkehrer wurden zunächst medizinisch untersucht und müssen für zwei Wochen in Quarantäne. Bildrechte: dpa

Die Bundeswehr-Maschine mit mehr als 100 Menschen aus der chinesischen Stadt Wuhan ist am Samstagnachmittag in Frankfurt am Main gelandet. Wie das Einsatzführungskommando berichtete, war der Airbus A 310 um 2:22 Uhr MEZ (9:22 Ortszeit) vom Flughafen der zentralchinesischen Stadt gestartet, die vom neuen Coronavirus besonders stark betroffen ist. An Bord waren nach jüngsten Angaben 100 Deutsche, 22 Chinesen, ein US-Bürger und ein Rumäne.

Elf Passagiere in Uniklinik gebracht

Nach Behördenangaben war die Rückreise freiwillig und nur für Gesunde erlaubt. Elf Passagiere wurden laut Hessens Sozialminister Kai Kloose direkt vom Flieger in die Frankfurter Uniklinik gebracht. Einer von ihnen soll auf das Coronavirus untersucht werden, bei den anderen lägen andere medizinische Gründe vor.

Die gesunden Rückkehrer müssen zunächst für zwei Wochen auf einem Luftwaffenstützpunkt in Germersheim in Quarantäne bleiben.

Achter Coronavirus-Fall in Bayern

Indes ist in Bayern bei einem weiteren Menschen das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte, handelt es sich bei dem 33-jährigen Mann erneut um einen Mitarbeiter der Firma Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Der Mann sei wohnhaft in München. Er ist der achte, bei dem bisher in Deutschland das Coronavirus nachgewiesen wurde - davon alle in Bayern. Sieben der Infizierten sind Mitarbeiter der Firma Webasto, zudem wurde ein Kind eines der Infizierten ebenfalls positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet.

Bei der Firma wurden zuletzt umfangreiche Tests durchgeführt. Teilweise stehen die Ergebnisse noch aus. Die München Klinik Schwabing, in der die meisten Infizierten derzeit versorgt werden, sieht sich nach eigenen Angaben auch für weitere Fälle gut gerüstet. Im Bedarfsfall stünden bis zu 30 Betten zur Verfügung, hieß es.

EU sendet Schutzkleidung nach China

Die Europäische Union schickte nach Angaben der EU-Kommission zwölf Tonnen Schutzkleidung an China. Die Volksrepublik habe um die Hilfsmittel gebeten. Am Samstag verzeichnete China einen neuen Rekordanstieg an Infektionen und Todesfällen. Der Gesundheitskommission in Peking zufolge stieg die Zahl der Erkrankten innerhalb eines Tages um fast 2.000 auf 11.791. Die Zahl der Toten kletterte um 46 auf 259.

Verschärfte Einreisebestimmungen für Chinesen

Per Dekret setzte die russische Regierung am Samstagabend eine Vereinbarung mit China über Einreisen ohne Visumspflicht aus. Zudem würden vorerst keine Arbeitserlaubnisse für Chinesen mehr ausgestellt, hieß es.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 01. Februar 2020 | 16:00 Uhr