Beschluss im Finanzausschuss Freie Künstler bekommen weitere Finanzhilfen – unter Bedingungen

Freie Künstler sollen von Sachsen-Anhalts Landesregierung weitere finanzielle Hilfen bekommen. Darauf hat sich der Finanzausschuss geeinigt. Zuvor hatten Kulturschaffende vor dem Landtag in Magdeburg protestiert.

Teilnehmer einer Demonstration des Bündnisses Freier Kunst- und Kulturakteure protestieren vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt
Freier Kunst- und Kulturakteure protestieren vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts freie Künstler sollen von der Landesregierung finanzielle Hilfen bekommen. Darauf hat sich der Finanzausschuss des Landtages am Mittwoch geeinigt. Ausschussvorsitzender Olaf Meister (Die Grünen) teilte MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass die Künstler 1.000 Euro Starthilfe für einen Zeitraum von bis drei Monaten für künstlerische Projekte erhalten könnten. Über weitere Hilfen werde noch verhandelt sowie über eine eventuelle Ausweitung auf weitere Berufsgruppen.

Bei der Förderung handelt es sich nicht um eine Soforthilfe, wie sie etwa kleinen und mittleren Unternehmen gewährt wird. Die Finanzhilfen werden nicht pauschal bezahlt, sondern können für "Projekte und Maßnahmen" beantragt werden, die den Künstlern einen "konzeptionellen Neustart" ermöglichen soll, wie es im Entwurf der Landesregierung hieß. Anträge können voraussichtlich ab Mitte Juni über das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt gestellt werden.

Künstler-Protest vor der Landtag

Schauspielerin Ines Lacroix übergibt eine Petition an den Vorsitzenden des Finanzausschusses, Olaf Meister
Vor der Sitzung des Finanzausschusses hatten Kulturschaffende eine Petition an den Vorsitzenden des Finanzausschusses, Olaf Meister, übergeben. Bildrechte: dpa

Vor der Sitzung des Finanzausschusses hatte sich frei Künstler auf dem Magdeburger Domplatz Gehör verschafft. Mit einer Kunstaktion hatten unter anderem Kabarettisten, Schauspieler, Musiker und Maler auf dem Platz vor dem Landtag für mehr finanzielle Unterstützung protestiert. Das Motto der Veranstaltung: "Der Künste Lust und Frust – ein Gelage mit offenem Ausgang".

Damit wollte die freie Kunstszene wollte damit auf ihre prekäre Lage während der Corona-Krise aufmerksam machen. Wegen der Corona-Auflagen sind den Kulturschaffenden die Aufträge weggebrochen.

Künstler forderten finanziellen Ausgleich

Der Kabarettist Lars Johansen aus Magdeburg sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die freie Kulturszene habe nur einmal 400 Euro vom Land bekommen. Das reiche hinten und vorne nicht und sei für einige existenziell. "Natürlich ist das ein unsinniges Angebot gewesen und viel, viel zu wenig und lächerlich und betrüblich. Wir erwarten einfach vom Land ein bisschen mehr. Es geht nicht darum, reich zu werden. Aber die Grundbedürfnisse müssen wir schon stillen können."

Kabarettist Lars Johansen
Kabarettist Lars Johansen aus Magdeburg Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Kulturschaffenden benötigen dem Kabarettisten zufolge Entschädigungen für die Shutdown-Zeit . Er als Einzelkünstler habe es etwas einfacher als die Kultureinrichtungen. "Wir brauchen für viele Häuser Geld, das sie nie wieder kriegen werden. Gerade für die freien Häuser ist es ganz schwer", so Johansen. "Wenn die Lufthansa neun Milliarden kriegen kann – wir nehmen die Hälfte und lernen dafür auch Fliegen."

Bevor der Landtag zu einer Sitzung zusammen kam, überreichten die Kulturschaffenden ein Positionspapier an den Finanzausschuss, in dem sie einen finanziellen Ausgleich für die weggebrochenen Aufträge gefordert hatte.

Quelle: MDR,dpa/cw

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 27. Mai 2020 | 11:00 Uhr