Tipps gegen Schädlinge und Krankheiten Das Geheimnis gesunder und schöner Rosen

In Baumschulen und Gärtnereien warten prächtige Rosen auf neue Besitzer: Das Laub sieht gesund aus, üppige Blüten zieren die Pflanzen. Diese Schönheit ist Ergebnis von fachkundiger Pflege und oft auch von Pflanzenschutzmitteln. Wer zu Hause ebenso schöne Rosen ohne Krankheiten und Schädlinge bewundern möchte, muss daher auf die richtigen Bedingungen achten.

Hellrot blühende Beetrose der Sorte 'Sommersonne'
Die Beetrose der Sorte 'Sommersonne' hat das ADR-Prädikat erhalten. Das bedeutet, sie ist gemäß der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung besonders robust - und dabei wunderschön. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Eine widerstandsfähige Rose auswählen

Eine leuchtend rote Blüte einer Rose in Nahaufnahme.
Die Beetrose 'Die schöne Koblenzerin' wurde anlässlich der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz gezüchtet und erhielt das ADR-Prädikat. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Der erste Schritt zu gesunden, schönen Rosen ist die Wahl der Sorte. Eine gute Wahl seien ADR-Rosen, wie Thomas Kühr von der gleichnamigen Baumschule in Erfurt-Tiefthal berichtet. Die Abkürzung ADR steht für Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung: Sorten, die dieses Prädikat tragen, mussten sich drei Jahre lang ohne Pflanzenschutzmittel bewähren. Wer eine ADR-Rose auswählt, kauft daher eine Sorte, die sich als robust gegen alle möglichen Krankheiten und Schädlinge erwiesen hat. Nachteil laut Rosenexperte Kühr: Nicht jeder Wunsch hinsichtlich Farbe und Größe kann erfüllt werden. Edelrosen gelten als anspruchsvoll und eher anfällig. Gartenfachberaterin Brigitte Goss rät deshalb zu robusten Beet-, Strauchrosen oder Kletterrosen: Sorten mit bewährter Blattgesundheit seien eine gute Wahl, wenn auf Gifteinsatz im Garten verzichtet werden soll.

Die Rose an einen optimalen Standort pflanzen

Rosen sind Sonnenkinder. Je günstiger der Standort im Garten ist, desto besser blühen und gedeihen Rosen. Sehr wichtig ist ein gut durchlüfteter Platz, damit die Blätter nach einem Regenguss schnell abtrocknen können. Rosen schätzen einen lehmig-sandigen, lockeren, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden. Die richtige Gesellschaft trägt auch dazu bei, dass Rosen gedeihen: Salbei und Lavendel sind gute Begleiter für die edlen Blumen.

Die Rose richtig gießen

Die Rosen an heißen Tagen mit Gartenschlauch und feiner Brause komplett abduschen? Das sei keine gute Idee, so Thomas Kühr. Rosen werden von unten gewässert. Beim Gießen sollte das Laub nicht nass werden und keine Spritzer abbekommen. "Gewöhnen Sie die Pflanzen nicht zu sehr ans Gießen", empfiehlt der Baumschulenbetreiber. Als Tiefwurzler können sich Rosen ihr Wasser aus tiefer liegenden Schichten des Bodens holen. Gartenschlauch und Gießkanne sollten sparsam zum Einsatz kommen. "Die Rose zeigt es Ihnen schon, wenn sie Wasser braucht", weiß Thomas Kühr aus Erfahrung.

Die Rose richtig düngen

"Eine gut versorgte Rose ist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen", sagt Kühr. Vor allem Pilze wie Mehltau oder Sternrußtau nutzen es aus, wenn die Rose schwächelt. Rosen-Neulinge erkundigen sich am besten schon beim Kauf über die richtige Düngung: Baumschulen und Gärtnereien beraten ihre Kunden dazu.

Rosa blühende Strauchrose der Sorte 'Abraham Darby'
Strauchrose der Sorte 'Abraham Darby': Rosen brauchen Nährstoffe, um zu blühen und zu gedeihen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Gedüngt wird im Frühjahr während des Austriebs mit organischem Langzeitdünger wie beispielsweise Kompost. Auch während der Blüte können Rosen Dünger erhalten. Doch zu viele oder die falschen Nährstoffe schaden ebenfalls. Wer fertigen Dünger kauft, sollte sich daher an die Angaben auf den Packungen halten. Der weit verbreitete Rindenmulch als Schutzschicht rund um die Rosen hat einen Nachteil: Beim Zersetzen sorgt der Mulch für ein Ungleichgewicht der Nährstoffe im Boden. Doch Rosen brauchen ausgewogenen Dünger. Eine dicke Schicht Rindenmulch schadet eher, als dass sie den Pflanzen nützt. Wer im Rosenbeet nicht ständig jäten und hacken möchte, kann zum Beispiel mineralischen Mulch verwenden.

Auf biologische Schädlingsbekämpfung und Pflanzenstärkung setzen

Sternrußtau Braune Flecken auf grünem Blatt
Sternrußtau tritt bei Rosen in vielen Gärten auf. Um die Pilzkrankheit einzudämmen, sollten befallene Blätter entfernt und im Müll entsorgt werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Manchmal kränkeln auch  robuste Rosen. Dann stellt sich zuerst die Frage: Was hat meine Rose? Blattläuse sind leicht zu erkennen. Rosenblattwespen fressen riesige Löcher in die Blätter. Sternrußtau ist eine gefürchtete Pilzkrankheit bei Rosen: Auf dem Laub bilden sich schwarz-braune, an Ruß erinnernde Flecken, die sich sternförmig ausbreiten. Die Blätter sterben ab und fallen von der Pflanze. Der Sternrußtau schwächt die gesamte Rose. Ursache für den Befall sind ein ungünstiger Standort, extremes Wetter und Temperaturschwankungen, zu starke Düngung und falsches Gießen. Entsorgen Sie betroffene Blätter unbedingt in der Mülltonne, damit der Pilz nicht darauf überwintern kann. Mehltau ist ebenfalls eine Pilzerkrankung, die sich als weißer, pudriger Belag zeigt. Bei extremem Befall mit schädlichen Pilzen hilft auch ein kräftiger Rückschnitt. Rosen wachsen schnell und schaffen es auch, nach dem Stutzen wieder auszutreiben.

Blattläuse an jungen Rosen? Auf Nützlinge warten!

Im Frühsommer sammeln sich Blattläuse gerne auf Blütenknopsen, Trieben und jungen Blättern. Gartenfachberaterin Brigitte Goss rät, die Nerven zu bewahren: "Warten Sie einfach mal 14 Tage ab, so dass sich Nützlinge einstellen können". Marienkäfer und Florfliegen-Larven zum Beispiel räumen schnell mit Blattläusen auf. Voraussetzung dafür ist aber, dass auf chemische Pflanzenschutzmittel möglichst verzichtet und der Garten nützlingsfreundlich gestaltet ist. Marienkäfer-Larven, die ebenfalls Blattläuse fressen, gibt es auch zum Bestellen im Internet. Brennnessel-Sud zählt überdies zu den Hausmitteln gegen saugende Schädlinge.

Pflanzenschutzmittel richtig einsetzen

MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig mit Thomas Kühr in der Baum- und Rosenschule Kühr
Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig mit Thomas Kühr, der eine Baum- und Rosenschule in Tiefthal bei Erfurt betreibt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Viele Gartenbesitzer möchten die chemische Keule gerne vermeiden. Doch wenn Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, sollten es unbedingt die richtigen sein, so Rosenexperte Thomas Kühr. So helfen gegen Pilze nur Fungizide, aber keine Präparate gegen Insekten. Die Mittel sollten bienenfreundlich sein und genau nach der Packungsbeilage verwendet werden. Dies gilt für alle Fungizide und Insektizide, mit denen Rosen behandelt werden. Thomas Kühr rät, sich dazu eingehend im Fachhandel beraten zu lassen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. Mai 2020 | 08:30 Uhr