Gartenarbeit im Frühling Rosenschnitt: So schneiden Sie Rosen richtig

Wenn die Forsythien im Frühling blühen, wird es Zeit für den Rückschnitt der Rosen. Doch wann genau, wie und warum überhaupt sollten Sie die Gartenschere bei den edlen Blumen ansetzen? Tipps zum Rosenschnitt und zur Pflege im Frühjahr finden Sie hier.

Eine Hand in einem bunt gestreiften Gartenhandschuhe hält eine Rosenschere an einen vertrockneten Trieb an einem Rosenstrauch
Braune, abgestorbene Triebe werden am besten mit einer scharfen Gartenschere entfernt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Für den Zeitpunkt des Rückschnitts hat sich folgende Regel bewährt: Rosenfans können in der Zeit von der Forsythien- bis zur Kirschblüte die Gartenschere ansetzen. Gartenfachberaterin Brigitte Goss wartet sogar bis April, um die Gefahr von Frostschäden an frisch geschnittenen Rosen zu verringern.

Warum brauchen Rosen einen Rückschnitt?

Rosen sollten zurückgeschnitten werden, weil sie sonst vergreisen. Mit einem fachkundigen Rosenschnitt wird die Pflanze verjüngt. Das Schneiden sorgt auch dafür, dass die Rosentriebe aus dem Vorjahr sich besser verzweigen und einen schönen Blütenflor bringen. Wuchskraft und Blühfähigkeit lassen bei Rosen ohne weitere Pflege mit der Zeit nach, sie verholzen. Vor allem bei Tee- und Beetrosen ist das sehr auffällig. Ohne Rückschnitt werden die Rosen zu sogenannten "Kleiderständern" - also tristen Stielen ohne jegliche Neutriebe. Wer sich kräftige Triebe mit gesunden, prächtigen Blüten wünscht, muss die Pflanzen also zurückschneiden.

Grundregeln für den Rosenschnitt: Was ist beim Schneiden zu beachten?

Eine Hand in einem bunt gestreiften Gartenhandschuhe hält eine Rosenschere an sich kreuzende Triebe an einem Rosenstrauch
Wenn zwei Triebe aneinander reiben, sollte einer entfernt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Verwenden Sie eine saubere, scharfe Rosenschere, damit die Schnittflächen glatt und keine Krankheiten übertragen werden. Die Wunden, die durch den Rückschnitt entstehen, sollten so klein wie möglich sein. Eine leicht schräge Schnittfläche führt dazu, dass Regenwasser besser abläuft. Genauso wie bei Gehölzen auch, muss der Schnitt so angesetzt werden, dass die oberste Knospe, die Sie stehen lassen, nach außen zeigt. Für alle Rosen gilt, dass zu dünne, vertrocknete Zweige und sich kreuzende Triebe entfernt werden müssen. Solche quer stehenden Zweige können sich durch Reibung gegenseitig verletzen - und Verletzungen sind Eintrittsstellen für Krankheiten und Schädlinge. Das Auslichten sorgt außerdem dafür, dass mehr Platz zum Wachsen bleibt. Triebspitzen können ebenfalls weggenommen werden. Dort hat möglicherweise der Echte Mehltau überwintert.

Beet-, Strauch- und Kletterrosen zurückschneiden

Bei einmalblühenden Rosen müssen Sie nur das alte Holz entfernen, darüber hinaus ist kein Schnitt nötig. Kleinstrauchrosen können auch mal zwei oder drei Jahre wachsen, ohne dass sie zurückgeschnitten werden. Wenn es dann so weit ist, kürzen Sie die Kleinstrauchrosen auf drei bis vier Augen ein. Beetrosen können genauso weit zurückgeschnitten werden. Ziel ist dabei, dass sich viele Triebe mit zahlreichen Blüten bilden.

Eine Frau mit bunt gestreiften Gartenhandschuhe schneidet eine Rose in einem Pflanzgefäß zurück
Garten-Expertin Brigitte Goss schneidet eine Kleinstrauchrose zurück. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Bei Strauchrosen sollten Sie die Haupttriebe um ein Drittel kürzen und einige Triebe auf drei bis vier Augen zurückschneiden. So verhindern Sie, dass der Strauch von unten verkahlt. Ziel ist eine stabile, gut verzweigte Strauchform ab der Basis. Nehmen Sie Triebe heraus, die mehr als fünf Jahre alt sind. Wichtige Faustregel: Ein starker Rückschnitt erzeugt einen starken Austrieb. Ein radikaler Verjüngungsschnitt sollte nur bei Bedarf und nicht jährlich erfolgen. Öfter blühende Strauchrosen können stärker zurückgeschnitten werden als einmalblühende, weil auch das frisch gewachsene Holz wieder Blüten treibt. Die noch grünen, langen Triebe vom vergangen Jahr werden eingekürzt, damit sie sich verzweigen, neue Blüten bilden und die Pflanze kompakt bleibt. Abgeblühtes wie Triebe mit Hagebutten werden weggenommen. 

Lassen Sie bei Kletterrosen kräftige Triebe stehen, bis diese fünf Jahre alt sind, dann schneiden Sie sie herunter, so dass sie sich verjüngen. Lockern Sie im April auch den Boden, befreien Sie das Rosenbeet von unerwünschten Kräutern, düngen Sie und bringen Sie Mulch aus. Ab dem Frühsommer ist dann regelmäßiges Ausputzen angesagt, damit die Rosen fit bleiben.

Richtige und falsche Handhabung der Gartenschere beim Rosenschnitt
Wichtig: Jede Gartenschere hat eine Vorder- und Rückseite. Wo der Verschluss ist, ist die Vorderseite. Und die sollte beim Schneiden immer nach außen zeigen - beziehungsweise oben, von der Pflanze weg. Das heißt umgekehrt, die Rückseite der Schere weist zu dem Teil des Astes, der nach dem Schneiden an der Rose stehen bleibt. So entstehen keine Quetschverletzungen. Bildrechte: MDR/Heike Mohr

Quellen: Gartenfachberaterin Brigitte Goss/Rosenzüchter Volker Rönigk aus Bad Langensalza

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. März 2020 | 08:30 Uhr