Gartenvögel im Winter Vögel füttern - das sollten Sie wissen

Das Thema "Vögel füttern" ist umstritten. Befürworter wollen Vögel mit zusätzlichem Futter unterstützen, da sich ihre Lebensbedingungen verschlechtert haben und Futter knapp ist. Gegener befürchten einen Eingriff in die Natur, der eine natürliche Auslese verhindert. Klaus Lieder ist Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen. Wir haben mit dem Befürworter der Vogelfütterung gesprochen.

Ist Vögel füttern im Winter sinnvoll?

Die Baumärkte sind voll mit unzähligen Sorten Vogelfutter. Im Beutel, als Ring mit Kokosfett oder als Meisenknödel. Passend dazu gibt es noch jede Menge kleiner und großer Vogelhäuser für die kalte Jahreszeit. Klaus Lieder, Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen, versorgt die Gartenvögel schon im Herbst mit Futter.

Heute ist die Fütterung notwendiger denn je. Gerade in der freien Natur finden Vögel durch den hohen Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln weniger Insekten. Hinzu kommt, dass heute die Felder viel früher umgeackert werden. Die Getreidekörner verschwinden unter der Erde und bleiben so für die Vögel unerreichbar.

Klaus Lieder | Sprecher des Landesfachausschusses für Ornithologie im NABU Thüringen

Bei Frost und Schnee verbrauchen kleine und große Vögel dann sehr viel Energie fürs Hochhalten der Körpertemperatur. Da kommt das Zusatzfutter gerade recht. Grundsätzlich würden Vögel aber auch ohne uns Menschen über den Winter kommen, sagt Detlev Schneider vom Naturschutzbund Thüringen. Wichtig laut NABU Deutschland: Wer ein Vogelhaus hinstellt, sollte auch jeden Tag bis zum Ende des Winters füttern. Die Tiere verlassen sich dann auf das Zusatzangebot und würden ohne schnell verhungern.

Ab wann sollte gefüttert werden?

Vögel brauchen nicht erst Hilfe, wenn es schneit und frostig ist. Schon im Spätherbst finden sie kaum noch Insekten. Auch Samen von Unkräutern oder Pflanzen sind immer schwerer zugänglich. Deswegen rät Klaus Lieder schon im Herbst zu füttern. Auch gegen eine ganzjährige Fütterung ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Man sollte aber darauf achten, dass kontinuierlich gefüttert wird.

Welches Futter brauchen Amsel, Fink und Star?

Man unterscheidet bei den Vögeln Weichfutterfresser und Körnerfresser. Weichfutterfresser sind zum Beispiel Rotkehlchen, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie holen sich ihr Futter gern vom Boden. Locken können Sie sie mit Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst oder einer Vogelmischung aus dem Handel. Meisen, Spechte und Kleiber gehören auch zu den Weichfutterfressern, aber sie sind flexibler und nehmen im Winter auch Körner und Sonnenblumenkerne zu sich. Auch aus einem halben Apfel picken sich die Weichfutterfresser gern mal ein Stück heraus.

Zu den klassischen Körnerfressern gehören u.a. Finken und Sperlinge. Sie mögen Sonnenblumenkerne, Hanf und Samen aus Körnermischungen.

Auf keinen Fall sollten Vögel mit Teigwaren gefüttert werden. Brot, Kekse und Kuchen quellen im Magen auf und schaden den Tieren mehr als sie nützen.

Das sollten Sie beim Bau eines Vogelhauses beachten

  • Das Vogelhaus sollte überdacht sein, damit das Futter nicht nass wird und fault.
  • Am besten ist ein trockener halbschattiger Platz, nicht zu nah an Fenstern.
  • Vögel sollten nicht direkt im Futter stehen, da es sonst verdreckt und sich Keime ausbreiten können. Schaffen Sie also eine Sitzmöglichkeit außerhalb des Futterbehälters. Ideal sind Futterspender, bei denen immer nur ein Teil der Körner nachrutscht.
  • Meisenknödel, die in einem Netz stecken, sind gefährlich für Vögel. In ihnen können sie hängenbleiben und sich verletzen.
  • Der Standort der Futterstation sollte sicher vor Katzen und wilden Tieren wie Waschbären sein. Vögel bevorzugen einen ruhigen Platz. Deswegen ist ein Platz etwas weiter im Garten besser als zu nah am Haus. Je nachdem was man für ein Futterhaus hat, sollte es einmal pro Woche gereinigt werden.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Haase und Waage am Vormittag | 20. November 2018 | 11:10 Uhr