Schritt für Schritt So pflanzen Sie einen Baum

Einen Baum zu pflanzen ist nicht kompliziert, in jedem Fall aber Teamwork. Wir verraten Ihnen, wie Sie einen Baum Schritt für Schritt einpflanzen können.

Weißer Anstrich für jungen Baum
Einen Baum zu pflanzen ist Teamwork. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Bäume sollten während der Ruheperiode, das heißt zwischen Oktober und März, im Garten gepflanzt werden. Der Boden muss bei einer Baumpflanzung aber frostfrei sein. In Gegenden, die ohnehin eher zur Trockenheit und heißen Sommern tendieren, empfiehlt es sich, Bäume im Herbst zu setzen, damit sie den Winter über genug Feuchtigkeit abbekommen und gut anwurzeln können. So sollten beispielsweise Apfelbäume im Herbst gepflanzt werden. Das gilt jedoch nicht für alle Obstbäume. Denn frostempfindliche Bäume sollten lieber im Frühjahr gepflanzt werden. Frühjahrspflanzungen sind auch für Gegenden mit eher schweren Böden zu empfehlen. Denn dort trocknet die Erde nicht so leicht aus. Bei Frühjahrspflanzungen muss sorgfältig gegossen werden. Wer sicher gehen will, sollte so oder so im Herbst pflanzen, da die Sommer momentan generell eher trocken und heiß sind und damit bei einer Frühjahrspflanzung die anschließende Feuchtigkeit zum Anwachsen fehlen würde.

1. Das Pflanzloch ausheben und gegebenenfalls die Pflanzfläche vorbereiten

Der MDR Gartenmeister Jürgen Meister hebt mit Hilfe einer Spitzhacke ein Loch in einem Stück Rasen für einen Baum aus, der in einem Pflanzgefäß daneben steht
Gartenmeister Jürgen Meister hebt ein Pflanzloch aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Heben Sie das Pflanzloch aus und lockern Sie die angrenzende Erde auf, damit die Wurzeln leichter ihren Weg finden. Das Loch sollte etwas größer als der Wurzelballen sein, so dass sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Die Rindenfärbung zeigt an, wie tief der Baum ursprünglich gepflanzt war. So tief sollte er auch jetzt wieder gesetzt werden.

Sind die Bodenverhältnisse nicht optimal, sollte das Loch etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Schwere Böden können mit Sand durchlässiger gemacht werden, damit die Wurzeln gut atmen können. Blähbeton ist dafür ebenfalls geeignet.

2. Pflanzschnitt bei wurzelnackten Bäumen

Normalerweise erhalten Bäume noch in der Baumschule ihren Pflanzschnitt. Bei wurzelnackten Bäumen kann es jedoch sein, dass sie noch geschnitten werden müssen. Kürzen Sie bei diesen die Wurzeln um etwa ein Drittel ein und entfernen Sie abgebrochene und vertrocknete Wurzeln. Die Krone sollte ebenfalls eingekürzt werden. So stellen Sie sicher, dass sich die Krone besser verzweigt und verhindern die Bildung von Kahlstellen.

Bei Container- und Ballenpflanzen ist kein Pflanzschnitt nötig. Hier reicht es, beschädigte und gekreuzte Äste zu entfernen.

3. Pfahl in die Erde schlagen

Bringen Sie schon vor der Pflanzung einen Pfahl in die Erde, an dem später der Baum festgebunden werden soll. So verhindern Sie, dass Wurzeln durch das Einschlagen des Pfahls verletzt werden. Bei wurzelnackten Bäumen reicht normalerweise ein Pfahl als Stütze aus, bei Container- und Ballenpflanzen werden je nach Baumgröße zwei bis drei Pfähle benötigt.

4. Den Baum ins Pflanzloch setzen

Achten Sie darauf, dass die Wurzeln vor der Pflanzung gut mit Feuchtigkeit versorgt sind. Heben Sie den Baum in das Pflanzloch. Überprüfen Sie, dass die Wurzeln gut liegen und nicht eingezwängt werden. Füllen Sie den Zwischenraum um den Ballen mit Erde bzw. bei schweren Böden mit einem Erde-Sand- oder Erde-Blähton-Gemisch auf. Wer mag, kann die Erde außerdem mit Kompost oder anderem Dünger anreichern.

Schnurbaum Magdeburg
Das Pflanzloch muss ausreichend groß sein. Bildrechte: MDR/Janine Wohlfahrt

5. Erde andrücken

Drücken Sie nun die Erde an. Wichtig ist, dass der Boden fest genug ist, dass der Baum stabil steht. Zu fest sollte die Erde jedoch nicht getreten werden, sonst bekommen die Wurzeln keine Luft mehr.

Häufige Fehler bei der Baumpflanzung + Ausgetrocknete Wurzeln: Achten Sie darauf, dass die Wurzeln nicht austrocknen. Vor allem wurzelnackte Bäume trocknen beim Transport und der Lagerung leicht aus.
+ Erde wird zu dicht angedrückt: Treten Sie die Erde nur leicht an. Wird die Erde zu fest angedrückt, können die Wurzeln nicht mehr atmen.
+ Bei veredelten Bäumen - Veredlungsstelle wird mit eingegraben: Bei veredelten Bäumen ist wichtig, dass die Veredlungstelle nicht mit eingegraben wird. Andersfalls kann es passieren, dass nicht nur die Unterlage anwurzelt.

6. Pfahl befestigen

Binden Sie den Baum nun an dem Pfahl bzw. den Pfählen fest. Verwenden Sie dafür Gurtband oder Baumbänder. Die Wurzeln erhalten so einen zusätzlichen Schutz und sie bleiben ruhig, selbst wenn die Baumkrone im Wind stark schaukelt.

7. Den Baum angießen

Gießen Sie den Baum nach der Pflanzung gut an. Dabei ist ein Gießrand hilfreich. Häufeln Sie die Erde dafür kreisförmig um den Stamm an. Er verhindert das Breitlaufen des Wassers; das Wasser konzentriert sich mehr auf den Baum. Nur so hat der Wurzelballen auch tatsächlich die Chance das Wasser aufzunehmen.

Achten Sie im ersten Jahr darauf, dass der Wurzelbereich immer gut mit Wasser versorgt ist. Frisch gepflanzte Bäume sollten von Jahr zu Jahr weniger gegossen werden: Am Anfang noch jede Woche, nach fünf Jahren dann nur noch einmal im Monat und später gar nicht mehr.

Ein Baumstamm mit einem kleinen Erdwall, in dem sich Wasser sammelt.
So sieht ein Gießrand aus. Der weiße Anstrich schützt vor Verdunstung und Sonne. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

8. Mulchen

Um beim Anpflanzen Wurzelkonkurrenz durch Wildwuchs zu vermeiden, sollten ein halber Meter um den Stamm frei von Pflanzen gehalten werden. Daher ist nach der Pflanzung das Mulchen des Bereichs um den Stamm zu empfehlen. Die Mulchschicht sollte nicht höher als fünf Zentimeter sein. Wichtig ist, dass der Mulch den Stamm nicht berührt. Es könnte sonst zur Fäulnis kommen. Die Mulchschicht schützt im Herbst außerdem vor Kälte und im Frühjahr vorm schnellen Austrocknen.

9. Bei jungen Obstbäumen: Weißer Anstrich

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Februar 2020 | 08:30 Uhr

Bäume im Garten

Sich abschälende Rinde am Stamm von einem Zimtahorn im Egapark in Erfurt
Die rotbraune, an Papier erinnernde Rinde des Zimt-Ahorns (Acer griseum) löst sich in breiten Streifen ab. Das sechs bis zehn Meter hohe Gehölz stammt ursprünglich aus China. Im Herbst besticht die rote Färbung seines Laubes. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK