Lücken im Beet füllen Gemüse im Juni und Juli säen und anbauen

Auch im Sommer können viele Gemüsesorten bis in den August hinein gesäht werden. Dann ist die Freilandsaison allerdings vorbei und es wird geerntet. Hier erfahren Sie, was im Juni und Juli gesät werden darf.

In einer Pflanzrinne liegen Samen.
Der Frühsommer ist ideal, um Buschbohnen zu säen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Hanna Strotmeier ist Gärtnermeisterin und Gemüsespezialistin. Sie empfiehlt, Anfang Juli noch Sommermarkerbsen, Radieschen, Buschbohnen oder Mangold zu säen. Achten Sie aber darauf, dass sich das Saatgut als Ganzjahres-Freilandkultur eignet. Manche Samensorten sind nur für die Frühjahrs- oder Herbstkultur gedacht.

Haben Sie einen schönen Platz im Garten gefunden, kann fast nichts mehr schiefgehen. Die Samen werden etwas doppelt so tief in die Erde gebracht, wie das Saatgut groß ist. Ausnahmen sind Lichtkeimer. Dann heißt es: ausreichend wässern. Die Samen dürfen auf keinen Fall austrocknen, sonst sterben die kleinen Keimlinge ab. Auch wer keinen Garten hat, kann Gemüse ernten: Auf dem kleinsten Balkon ist Platz für einen Kübel. Viele Gemüsearten gedeihen auch im Blumenkasten und bringen durchaus stattliche Erträge.

Pflanzensamen für den Juli Buschbohnen (bis Mitte Juli)
Erbsen
Feldsalat
Kräuter wie Petersilie, Dill, Kresse
Möhren (z.B. Nantaise)
Radieschen
Rucola
Rettich
Rote Bete
Salate wie Endivie, Radicchio
Spinat ab Mitte Juli

Buschbohnen

Ob als zartes Gemüse, im Eintopf oder als Eiweiß-Lieferanten im Winter: Bohnen sind vielseitig. Die einjährigen Schlingpflanzen können auch von Garten-Einsteigern gut angebaut werden.

Sommermarkerbsen

Ein Rechen schiebt Erde über Samen
Erbsen brauchen eine Rankhilfe Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Normalerweise sät man Erbsen bis Ende April aus. Sommermarkerbsen können aber bis Ende Juni gesät werden. Sie gedeihen am besten auf einem humushaltigen, durchlässigen Boden. Die Erbsen werden im Abstand von fünf Zentimetern etwa einen Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Ganz wichtig ist, das Saatgut anzugießen, damit die Körner keimen. Helfen Sie den Erbsen beim Ranken! Hierfür eignet sich beispielsweise ein Maschendrahtzaun, durch den in regelmäßigen Abständen einfach lange Stäbe gesteckt werden, die in der Erde versenkt werden. Nach circa acht Wochen sind die Erbsen reif. Sie können als Gemüse gekocht oder eingefroren werden. Vor dem Einfrieren werden Erbsen kurz blanchiert.

Mangold bis Anfang Juli säen                

Mangoldblätter mit rotem Stiel
Mangold übersteht sogar milde Winter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Mangold kann noch bis Anfang Juli ins Freiland oder auch in den Kübel gesät werden. Am besten gedeiht er in einer humus- und nährstoffreichen Erde. Mangold bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Etwa drei Monate nach der Aussaat kann geerntet werden. Bleibt das Herz des Mangold stehen, wachsen immer neue Blätter nach. Die kleinen schmecken gut im Salat, große Blätter eignen sich als Schmorgemüse oder auch Verarbeitet wie Kohlrouladen.

Mangold kann auch milde Winter gut überstehen. Zusätzlich kann das Gemüse in der kalten Jahreszeit durch ein Vlies geschützt werden. Anfang April können die Blätter und die knackigen Stiele dann geerntet werden, bevor die Pflanze schießt und die Blüte ausbildet.

Salate aus dem eigenen Garten

Verschiedene Salate
Je bunter desto besser. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Jeder Salat schmeckt anders. Da Salate die gleichen Standortbedingungen mögen, können sie im Topf bunt kombiniert werden. Nach der Ernte dürfen Lücken allerdings nicht wieder mit Salaten der gleichen Familie bestückt werden. Feldsalat wächst gut an einem Platz an dem vorher Kopfsalat stand. Bei den Salaten ist er wichtig zu schauen, ob die Aussaat ganzjährig möglich ist. Übrigens: Salate mögen es nicht so warm, dann wachsen sie nicht. Temperaturen um die 18 Grad Celsius sind ideal.

Ideal für den Kübel auf dem Balkon sind Schnittsalate, da sie lange geerntet werden können und immer wieder nachwachsen. Schnittsalate können noch bis Anfang August gesät werden. Schon nach wenigen Wochen kann geerntet werden.

Gemüse säen Gemüse im Sommer anbauen

Liegen Ihnen Paprikaschoten schwer im Magen? Dann lohnt sich ein Blick in diese Bildergalerie. Wir stellen verträgliche Gemüsesorten vor und zeigen, welche Samen im Sommer in die Erde können.

Aufgestellter Maschendrahtzaun
Erbsen brauchen eine Rankhilfe. Ganz einfach kann man Maschendrahtzaun auffädeln und senkrecht in die Erde stecken. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Aufgestellter Maschendrahtzaun
Erbsen brauchen eine Rankhilfe. Ganz einfach kann man Maschendrahtzaun auffädeln und senkrecht in die Erde stecken. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Verschiedene Salate und Schnittlauch
Auch Salate können im Juni und Juli gesät werden – übrigens auch in den Kasten auf dem Balkon. Hier gilt – je bunter desto besser. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Mangold in einem Blumentopf
Der Mangold kann vielfältig verarbeitet werden – im Salat oder zu Schmorgemüse. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Mangoldblätter mit rotem Stiel
Außerdem sehen die kräftigen Blätter auch zwischen Blumen schön aus. Im Juni ist noch Zeit ihn zu säen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Große Blätter eines Kohls
Aber beim MDR Garten gab es auch schon Tipps für die nächste Saison. Butterkohl zum Beispiel. Die Blätter sind besonders zart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Eine Hand hält ein gebrochenes dickes Blatt
Auch Allium 'Fettleaf' ist ein nicht so bekanntes Kraut. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Grasähnliche Pflanze in einem Blumentopf
Die dicken Blätter können als Knoblauchersatz genutzt werden. Großer Vorteil – man riecht nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Eine geschälte Gurke liegt aufgeschnitten auf einem Holzbrett
Kennen Sie so eine Gurke? Und schauen Sie doch nochmal genauer hin – die Schale der Gurke 'Deli Star' ist noch dran – aber dafür besonders dünn und besonders verträglich. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Grüne Paprika aufgeschnitten
Auch die Paprika 'Sweet Green' ist aromatisch süß und liegt nicht schwer im Magen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Empfehlungen für die nächste Saison

Salzkraut

Krautartiges Gewächs
Schmeckt in Wok-Gerichten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Salzkraut wird im Frühjahr vorkultiviert. In einem Topf werden mehrere Samenkörner ausgesät. Der Topf sollte hell bei 15 bis 20 Grad auf der Fensterbank stehen. Nach den letzten Frösten kann das Salzkraut in den Garten gepflanzt werden. Das Kraut eignet sich besonders für Wok-Gerichte und gibt dem Essen eine ganz besondere Note.

Gurke und Paprika - verträgliche Sorten

Eine geschälte Gurke liegt aufgeschnitten auf einem Holzbrett
Die Schale ist sehr dünn und kann mitgegessen werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Im Handel werden auch Samen für besonders verträgliche Gemüsesorten angeboten. Die Paprika "Sweet Green" ist sehr aromatisch süß und liegt nicht schwer im Magen. Auch die Gurke "Deli Star" ist durch ihre besonders dünne Schale sehr bekömmlich. Ihr Aroma schmeckt leicht nussig. Beide Gemüse werden auf dem Fensterbrett oder im Gewächshaus vorkultiviert. Im März dürfen sie ins Freiland. Vor allem für die Gurke ist es allerdings wichtig, dass sie geschützt steht, beispielsweise an einer Hauswand unter einem Dach. Bei Temperaturen unter 15 Grad können Kälteschäden auftreten, warnt Hanna Strotmeier.

Butterkohl       

Große Blätter eines Kohls
Butterkohl hat besonders zarte Blätter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Butterkohl ist ein historisches Gemüse. Gärtnermeisterin Hanna Strotmeier rät, den Kohl am besten Anfang März vorzuziehen und ihn Ende April ins Beet zu pflanzen. Butterkohl hat einen lockeren Kopfaufbau. Die besonders zarten Blätter können einzeln abgeerntet werden. Sie eignen sich gut für Kohlrouladen und Schmorgemüse. Kulturnetze helfen gegen Schädlinge. Die Pflanzen sollten aber regelmäßig kontrolliert werden, manchmal schleichen sich Blattläuse ein.

Allium Hybride "Fettleaf",

Eine Hand hält ein gebrochenes dickes Blatt
Blüten erinnern an den Schnittlauch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Allium "Fettleaf" ist ein wunderbarer Knoblauchersatz und wächst im Kübel und im Beet. Die grasähnlichen langen Blätter sind dick. Das Kraut ist mehrjährig und schmeckt auch nach der Blüte noch sehr gut, es kann ganzjährig verwendet werden. "Fettleaf" entwickelt wunderschöne lila Blüten. Der Geschmack ähnelt dem Knoblauch, aber übler Nachgeschmack und Geruch verschwinden schnell.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Juli 2020 | 08:30 Uhr