Für warme Standorte Stockrosen: So haben Sie lange Freude an den Malven

bot. Alcea rosea; auch Stockmalve genannt

Die Stockrose samt sich nach der Blüte aus, so dass im Jahr darauf junge Pflanzen sprießen. Doch die Malvengewächse bilden in ihrer ersten Saison noch keine Blüten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie jahrelang Freude an blühenden Stockrosen in Ihrem Garten haben können.

Eine einzelne, dunkelrote Blüte am Stängel einer Stockrose vor einer Backsteinmauer
Besonders gut machen sich die hohen Stockrosen an Hauswänden und Mauern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Majestätisch überragen Stockrosen im Sommer den Bauerngarten, zieren Hauswände und verschönern Mauern und Zäune. Sogar mitten in der Stadt wachsen sie. Die Zierpflanzen gehören zur Familie der Malvengewächse. Bis zu drei Meter hoch werden die Stängel, an denen sich ihre großen, attraktiven Blüten öffnen. Innerhalb der botanischen Familie bilden die Stockrosen eine eigene Gattung namens Alcea. Mit den Malven, zum Beispiel der rosaviolett blühenden Wilden Malve, sind sie nur entfernt verwandt. Trotzdem heißen sie mancherorts Stockmalven oder einfach nur Malven.

Doch egal wie die Pflanzen genannt werden, eines haben sie gemeinsam: Stockrosen sind ursprünglich ein- bis zweijährige, also eher kurzlebige Gewächse. Nach der Blüte stecken sie ihre Energie in die Samenbildung und sterben danach ab. Im folgenden Jahr sprießen zwar neue Pflanzen, doch sie bilden noch keine Blüten. Erst in ihrer zweiten Saison fangen sie an zu blühen.

Stockrosen vor der Samenbildung zurückschneiden

Dieser Wechsel lässt sich umgehen: Schneiden Sie Ihre Stockrose rechtzeitig zurück. Werden die Stängel kurz vor dem Verblühen beherzt gekürzt, kann die Mutterpflanze keine Samen mehr bilden. Mit etwas Glück übersteht sie den Winter und blüht im nächsten Sommer erneut. Dies gelingt vor allem bei den einfach blühenden, gelben und dunkelroten Sorten. Sie verkürzen so zwar die Stockrosen-Blüte etwas, dafür kommt Ihre Pflanze aber immer wieder. Im ersten Winter benötigen Jungpflanzen bei strengen Frösten einen leichten Schutz, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen.

Stockrosen vermehren sich auch durch Selbstaussaat

Zwei rote Blüten einer Stockrose mit einer Hummel
Auch Bienen und Hummeln schätzen die Blüten der Stockrosen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn sich Stockrosen hingegen aussamen dürfen, vermehren sie sich in der Regel fleißig. Sie können bei der Pflanzung auch den Generationenwechsel berücksichtigen, um sich in jedem Sommer an blühenden Stockrosen zu erfreuen: Verwenden Sie einfach mehrere Pflanzen, die sich dann von Jahr zu Jahr mit der Blüte abwechseln können.

Im Handel gibt es sowohl gefüllte als auch ungefüllte Sorten. Die Vielfalt der Farben reicht von reinem Weiß über Pastelltöne in Rosa und gelb bis hin zu dunklem, fast schwarzen Rot. Sie können Stockrosen selbst aus Samen heranziehen oder junge Pflanzen kaufen und im Frühsommer pflanzen. Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen, damit sie sich nicht gegenseitig behindern. Wenn Sie zu Stockrosen greifen, die bereits Blüten tragen, sterben sie voraussichtlich nach der Samenbildung ab, das heißt noch im selben Jahr.

Der passende Standort und Dünger für Stockrosen

Dank ihres aufrechten Wuchses eignen sich Stockrosen gut als Solitärpflanzen. Wenn sich die hohen Blütenstängel zur Seite neigen, müssen sie eventuell angebunden werden. Mehrere Stängel können auch mit einem Staudenhalter fixiert werden. Ideale Pflanzplätze sind Hauswände, Pergolas oder Zäune. Als Partner eignen sich Lupinen, Rittersporn oder einjährige Sommerblumen.

Rosa Blüte der Stockrose
Die Vielfalt der Farben reicht von reinem Weiß über Pastelltöne in Rosa und gelb bis hin zu dunklem, fast schwarzen Rot. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Stockrosen mögen die Sonne und schätzen einen gut durchlässigen, kalkhaltigen Boden. Wegen ihrer beeindruckenden Wuchsleistung brauchen sie viele Nährstoffe und ausreichend Wasser. Gießen Sie die Pflanzen daher regelmäßig. Sorgen Sie für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, denn Staunässe mögen Stockrosen gar nicht. Wenn die Blätter gegen Ende der Blütezeit gelb oder vom Malvenrost befallen werden, liegt dem häufig ein Nährstoffmangel zugrunde. Düngen Sie die Pflanzen daher regelmäßig alle vier bis sechs Wochen, um sie widerstandsfähig zu machen. Staunässe sollte vermieden werden. Bekommen Stockrosen doch Malvenrost, müssen befallene Blätter entfernt und im Hausmüll entsorgt werden.

Im Überblick
Standort sonnig, warm, windgeschützt, gerne im Regenschatten von Gebäuden
Boden nährstoffreich, durchlässig, kalkhaltig
Blüte weiß, gelb, rosa, rot, verschiedene Pastelltöne
Blütezeit Juni bis August
Winterhart ja
Schädlinge Malvenrost, Schnecken
Besonderheiten Neben der Art Alcea rosea gibt es auch Kreuzungen wie die halbgefüllte, rosa blühende Sorte 'Parkrondell', die besondere Blütenformen und -farben haben. Um diese Stockrosen-Hybriden sortenrein zu vermehren, müssen die Pflanzen im Frühling vorsichig geteilt werden.

Stauden für trockene Standorte

Der Sommer 2018 war trocken und viele Pflanzen im Garten haben den Stress nicht überlebt. Zeit also für neue Pflanzen im Staudenbeet und Kübel. Diese Stauden kommen auch mit Trockenheit gut klar.

Bunte Herbststauden
Was für eine Pracht. Diese Stauden machen gute Laune und die Beete werden richtig bunt. Das Mädchenauge (Coreopsis Verticillata-Hybride 'Moonbeam') mit den hübschen gelben Blüten liebt trockene Standorte in der Sonne. Die Staude blüht bis September und wird bis zu 40 Zentimeter hoch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Bunte Herbststauden
Was für eine Pracht. Diese Stauden machen gute Laune und die Beete werden richtig bunt. Das Mädchenauge (Coreopsis Verticillata-Hybride 'Moonbeam') mit den hübschen gelben Blüten liebt trockene Standorte in der Sonne. Die Staude blüht bis September und wird bis zu 40 Zentimeter hoch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüten der Edeldiestel Blauer Zwerg
Unverwüstlich: die Edeldistel 'Blauer Zwerg' bleibt recht klein und ist äußerst genügsam. Sie kommt den ganzen Sommer über ohne Wasser aus. Also die ideale Pflanze für Sommer wie diesen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rosarote Blüten der Scharfgarbe
Die Schafgarbe (Achillea millefolium 'Pommegranate') wächst 60 bis 80 Zentimeter hoch. Die Blüten sehen wunderschön im Blumenstrauß aus. Sie blüht von Juni bis September an einem Platz in der Sonne. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüte der Fackellilie Feuerkerze
Ein echter Hingucker im Staudenbeet ist die Fackellilie 'Feuerkerze'. Die Staude ist besonders winterhart und ihre Blüte einfach umwerfend. Damit sie blüht, muss die Staude aber gegossen werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gelbe kleine Blütenknöpfe der Goldhaaraster
Einfach nur zauberhaft: Die kleinen, gelben Blütenknöpfe der Goldhaaraster, auch Mädchenhaaraster genannt (Aster linosyris). Auch sie wächst gut auf mageren Böden und liebt die Sonne. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hübsche kleine weiße Blüten des Sommerschnee Perlkörbchens.
Reizend und nicht so oft zu sehen: Das Perlkörbchen (Anaphalis triplin) 'Sommerschnee'. Blüht von Juli bis September und bevorzugt durchlässige, trockene Böden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rosa Blüte der Stockrose
So tritt die Stockrose (Alcalthaea suffrutenscens) 'Parkrondell' auf. Bis zu zwei Meter wird die Pflanze hoch. Die Blüten halten sich auch gut in der Vase. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig und Staudenexperte Jan Weinreich stehen an einem Tisch mit Stauden
Nach diesem heißen und trockenen Sommer, haben wir Staudengärtner Jan Weinreich gefragt, welche Stauden mit Trockenheit  besonders gut klarkommen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüten der Bergminze
Die Bergminze (Calamintha nepeta) 'Triumphator'gehört dabei zu seinen Favoriten. Sie blüht bis in den Herbst hinein und zieht Hummeln und Schmetterlinge magisch an. Aber auch wir können uns an ihrem Pfefferminzduft erfreuen. Je trockener die Staude steht, desto kompakter ist ihr Wuchs. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Weiße Blüten der Herbstaster
Diese Weiße Herbstaster (Aster divaricatus) gedeiht auch im Halbschatten. Bis in den Oktober hinein erfreut sie uns mit immer wieder neuen Blüten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lila Dolden der Garten Duftnessel
Ein Klassiker ist die Garten-Duftnessel (Agastache rugosa x foeniculum) 'Blue Fortune'. Die schönen Blütendolden stehen auf aufrecht wachsenden Stielen und werden bis zu einem Meter hoch. Die Blüten duften aromatisch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Bunte Herbststauden
Die Bergaster (Aster amellus) blüht bis September an einem sonnigen Platz im Garten oder auch im Kübel. Sie ist anspruchslos und eine wunderschöne Insektenweide. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Grüne Blüten der Steppen Wolfsmilch
Auch für die Steppenwolfsmilch war dieser Sommer ideal. Sie wächst auf durchlässigen, sandigen Schotterboden, auf dem das Wasser gut abfließen kann. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Grüner Blättertrieb der Walzen Wolsmilch
Mal was anderes: Die Walzen Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) wirkt durch ihre walzenförmigen bodenaufliegenden Triebe exotisch. Die Staude ist allerding giftig! Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüten des kriechenden Schleierkrauts
Das Kriechendes Schleierkraut  (Gypsophila x repens ‚Pink Star‘) setzt mit seinen filigranen, winzigen Blüten hübsche Akzente im Staudenbeet. Die Pflanze liebt vollsonnige Standorte, trockenen Boden und blüht von Juni bis August. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blüte der Fetthenne
Prächtig aber anspruchslos ist die Hohe Fetthenne. (Sedum Telephium-Hybride) 'Herbstfreude'. Sie ist sehr genügsam wenn es um den Boden oder das Licht geht und wächst auch im Halbschatten. Die Staude blüht bis in den Oktober hinein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. September 2018 | 08:30 Uhr

MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig steht mit einer gefüllt rot blühenden Stockrose im Topf neben Sebastian Albrecht vom Eichsfelder Staudenhof im Erfurter Egapark
Als Fachmann für Stockrosen hat uns Sebastian Albrecht vom Eichsfelder Staudenhof im MDR Garten besucht und mit Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig geplaudert. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. September 2018 | 08:30 Uhr