Gehölz aus Mittel- und Südamerika Kakaobaum – Ein Tropenklassiker fürs Wohnzimmer

Bot. Name: Theobroma cacao L.

Schon bei den Inkas, Mayas und Azteken war der Kakao als Genussmittel beliebt. Die Azteken nutzen ihn darüber hinaus sogar als Zahlungsmittel. Wer das traditionsreiche Gehölz aus Mittel- und Südamerika als Zimmerpflanze kultivieren möchte, braucht den geeigneten Standort und Mut zur Gartenschere.

Kakaobaum mit orangen Früchten.
Die Krone eines Kakaobaums mit Früchten im Botanischen Garten in Jena. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Auf einen Blick
Heimat Mittel- und Südamerika 
Pflanzenfamilie Stinkbaumgewächse (Sterculiaceae)
Wuchs wird bis zu zehn Metern hoch, große immergrüne Blätter; wächst im Jahreswechsel senkrecht und waagerecht (d.h. ein Jahr senkrecht, das Folgejahr waagerecht usw.) 
Blüte ja; weiß bis rosa, wachsen direkt am Stamm; blüht das ganze Jahr über
Früchte 15 bis 20 Zentimeter große Trockenbeere mit Samen (umgangssprachlich: Bohnen); grünlich, gelb oder rotbraun
Standort halbschattig, warm 
Boden tiefgründig, humos, nährstoffreich, durchlässig
Mehrjährig ja
Lebensdauer kann bis zu 60 Jahre alt werden
Besonderheiten Kakao ist vitaminhaltig. Außerdem enthält er, wie Kaffee, Theobromin. Deshalb hat er eine aufputschende Wirkung.

Der Kakaobaum als Zimmerpflanze

Der Kakaobaum ist eine tropische Pflanze, der auch im Kübel kultiviert werden kann. Mit etwas Mühe gedeiht das Gehölz auch im Blumentopf als Zimmerpflanze. Verwenden Sie dafür durchlässiges Substrat. Es sollte nährstoffreich sein.

Blüte am Stamm vom Kakaobaum.
Blüte eines Kakaobaums. Der Kakaobaum blüht ganzjährig. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Wer einen Kakaobaum in der Wohnung haben möchte, sollte sich gut überlegen, wo er steht. Die Tropenpflanze mag es nämlich warm und bevorzugt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei 25 bis 28 Grad Celsius fühlt sich der Baum so richtig wohl. Die Tagesdurchschnittstemperatur sollte nicht unter 20 Grad Celsius liegen. Daher ist ein im Winter beheizter Wohnraum eine Möglichkeit. Die Pflanze direkt an die Heizung zu stellen, ist jedoch keine gute Idee. Dort ist die Luft zu trocken. Wer wegen der Luftfeuchtigkeit den Kakao ins Bad stellen möchte, sollte dabei beachten, dass auch genügend Tageslicht in das Zimmer fällt.

So wird der Kakaobaum vermehrt

Der Kakao wird über die Samen vermehrt. Der Samen sollte dafür direkt aus der Frucht in die Erde gebracht werden. Dafür muss die Frucht zunächst geöffnet werden. Anschließend werden die Samen aus dem Fruchtfleisch befreit.

Den Kakaobaum gießen und düngen, zurückschneiden und umtopfen

Weil der Kakaobaum im Kübel schnell austrocknet, sollte er als Zimmerpflanze regelmäßig gegossen werden. Das kann täglich sein. Im Zweifelsfall gibt die Fingerprobe Auskunft über den Wasserbedarf der Tropenpflanze. Achten Sie aber auch darauf, dass überschüssiges Wasser abfließen kann. Staunässe mag der Kakaobaum nämlich ebenfalls nicht.

Der Kakaobaum mag es nährstoffreich. Deshalb sollte er regelmäßig gedüngt werden. Mischen Sie dafür dem Wasser beim Gießen handelsüblichen Flüssigdünger bei.

Wer den Kakaobaum als Zimmerpflanze kultivieren möchte, muss ihn regelmäßig schneiden. Nur so kann der Baum kleingehalten werden. In der Natur kann das tropische Gehölz bis zu zehn Meter hoch werden. Weil das für normale Wohnungen zu groß wäre, hilft nur ein regelmäßiger Rückschnitt. Wer einen (zu) großen Baum hat, sollte ihn Stück für Stück auf die gewünschte Größe bringen. So vermeiden Sie, dass die Abstände zwischen den Blätter zu groß werden und der Baum kahl wirkt. Außerdem ist es wichtig, tropische Pflanzen jährlich umzutopfen, um eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen.

Kakao ernten und verwenden

Dass der Kakaobaum als Zimmerpflanze Früchte trägt ist recht unwahrscheinlich, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens in Jena, Dr. Stephan Arndt. In der Natur oder im Plantagenanbau brauchen die Früchte bis zur Reife fünf bis acht Monate.

Von der Kakaofrucht können alle Teile verwendet werden:

Die sogenannten Bohnen sind die Samen der Frucht. Aus ihnen wird Kakaopulver gewonnen. Dafür werden die Samen noch im Fruchtfleisch auf einen Haufen gelegt und liegen gelassen. Nach einem Tag setzt der Gärungsprozess ein. Es entsteht Wärme. Der Samen wird Stück für Stück vom Fruchtfleisch gelöst und die Keimfähigkeit des Samens stirbt dabei ab. Um aus dem Samen schließlich das Pulver zu gewinnen, werden die gereinigten Samen anschließend getrocknet und gemahlen.

Das weiße Fruchtfleisch kann roh gegessen werden. Es schmeckt süß-säuerlich und erinnert ein bisschen an den Geschmack von Maracuja. Das Fruchtfleisch wird auch gern für Desserts verwendet. Die Kakaobaum-Art Theobroma grandiflorum (Cupuaçu) wird vor allem wegen ihres Fruchtfleischs angebaut. Ihr Fruchtfleisch wird im Amazonas beispielsweise für Erfrischungsgetränke genutzt. Industriell wird das Fruchtfleisch der Theobroma grandiflorum mittlerweile für Joghurt und Eis genutzt.

Die Schale wird auf den Kakaoplantagen zu Mulch verarbeitet. Kakaoschalen sind organisches Material und komplett abbaubar. Zusätzlich wirken Kakaoschalen als Dünger und geben langsam Nährstoffe frei.

Quelle: Kustos Dr. Stefan Arndt vom Botanischen Garten in Jena

Die geöffnete Frucht eines Kakaobaums.
Frucht eines Kakaobaums mit Fruchtfleisch und Samen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. November 2018 | 08:30 Uhr