Schneeweiße Frühlingsboten Schneeglöckchen: Pflanzen, pflegen und vermehren

auch weiße Jungfrau, Milchblume; botanischer Name: Galanthus

Schneeglöckchen sind im Garten, am Waldrand und auf Lichtungen zu finden. Die pflegeleichten Zwiebelpflanzen zählen zu den ersten Boten des Frühlings, da sie bereits im Februar zu blühen beginnen. Es gibt hunderte Sorten von Schneeglöckchen - und eine wachsende Zahl begeisterter Sammler und Fans. Vermehrt werden können die Zwiebelpflanzen nach der Blüte.

 Bildbeschreibung:
Schneeglöckchen mögen einen halbschattigen bis schattigen Standort. Oft wachsen sie unter Sträuchern oder am Waldrand. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

"Nothing Special", nichts Besonderes. Für eine neu entdeckte Blumensorte ist dieser Name recht eigenwillig gewählt. Doch hinter dem Schneeglöckchen-Namen steckt eine Geschichte: Der britische Staudengärtner Joe Sharman entdeckte die Sorte in seinem Garten - und konnte keine herausragenden Eigenschaften daran erkennen. Bis auf eine: Das Schneeglöckchen zeigte sich sehr ausgewogen proportioniert. Blüte, Blätter, Größe und Wuchskraft - alles passte. Immer wieder wurde Joe Sharman bei Führungen auf seinem Grundstück nach dem Blümchen gefragt. Das sei "Nothing Special" antwortete der dann. So entstand der Name.

Erste Blüten im Staudenbeet Diese sechs Stauden blühen schon im Februar und März

Sie haben richtig Lust auf den Frühling, aber es ist erst Februar? Diese sechs Pflanzen trotzen der Kälte und blühen schon früh im Jahr. Einmal an den richtigen Standort gepflanzt, kommen die Stauden jedes Jahr wieder.

Blühendes Schneeglöckchen
Schneeglöckchen sind ein Klassiker im Frühlingsgarten. Die Zwiebeln werden im September in die Erde gesteckt, die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis März. Es gibt mehrere Arten und zahlreiche Sorten - wie das sehr ausgewogen proportionierte Schneeglöckchen Galanthus ‚Nothing Special‘, das auch für weniger erfahrene Gärtner geeignet ist. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Blühendes Schneeglöckchen
Schneeglöckchen sind ein Klassiker im Frühlingsgarten. Die Zwiebeln werden im September in die Erde gesteckt, die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis März. Es gibt mehrere Arten und zahlreiche Sorten - wie das sehr ausgewogen proportionierte Schneeglöckchen Galanthus ‚Nothing Special‘, das auch für weniger erfahrene Gärtner geeignet ist. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Hellgelb blühende, kleine Pflanze
Winterlinge (Eranthis hyemalis) zählen zu den ersten Zwiebelpflanzen überhaupt, die sich im Frühjahr öffnen. Die Sorte ‚Schwefelglanz‘ hat, wie der Name schon vermuten lässt, hellgelbe Blüten. Ganz wichtig: Winterlinge mögen es überhaupt nicht, wenn der Boden umgegraben oder aufgelockert wird. Sie gedeihen im Halbschatten oder unter Bäumen, die nur im Sommer Laub tragen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rosa blühendes Alpenveilchen im Topf
Wilde, einheimische Alpenveilchen (Cyclamen) gibt es im Handel auch als Stauden für den Garten. Doch Vorsicht: Die Pflanzen verlangen einen Standort im Halbschatten auf kalkhaltigem, durchlässigem Boden, der reich an Laubhumus sein sollte. Sagt ihnen der Platz nicht zu, gehen die rosa blühenden Frühlingsboten mit ihren marmorierten Blättern schnell ein. Schwere Böden mögen sie nicht. Empfehlenswert ist die Pflanzung im Frühjahr. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Gelb blühendes Adonisröschen im Topf
Adonisröschen sind weniger anspruchsvoll. Das Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis) blüht äußerst früh, wenn die übrigen Stauden noch im Winterschlaf liegen. Ab Februar zeigt es seine leuchtend gelben Blüten. Der Frühblüher schätzt einen sehr hellen, nicht zu trockenen Standort. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Blau blühendes Leberblümchen im Topf
Das Siebenbürger Leberblümchen (Hepatica transsilvanica) erwacht meist zwei bis drei Wochen früher als das einheimische Leberblümchen (Hepatica nobilis). Beide zählen zu den Schattenstauden und haben ähnliche Ansprüche an den Standort. Ideal ist ein humusreicher Platz unter Laubbäumen, der im Winter feucht und im Sommer eher trocken ist. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Hellrosa Blüte einer Lenzrose
Sieht ein bisschen wie eine Christrose aus, ist aber eine sehr früh blühende Lenzrose: Die Helleborus-Hybride 'HGC Madame Lemonnier' zeigt ihre zartrosa Blüten schon ab Februar. Auf nährstoffreichem, durchlässigem Boden im Halbschatten fühlt sich die Lenzrose wohl. Staunässe ist dagegen Gift für die mehrjährige Pflanze. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. Februar 2019 | 08:30 Uhr

Schneeglöckchen: 19 Arten und mehr als 1.000 Sorten

"Nothing Special" ist eine von mehr als 1.000 Schneeglöckchen-Sorten. Züchter wie Joe Sharman, der in britischen Medien schon "Mr. Snowdrop" ("Herr Schneeglöckchen") genannt wurde, sind regelrecht verrückt nach Seltenheiten. Die Frühlingsboten faszinieren zahllose Gartenbesitzer und Sammler, die auch "Galanthophile" genannt werden. Für Raritäten blättern die Schneeglöckchen-Fans teils hohe Summen hin. Übrigens: Der botanische Name der Gattung, Galanthus, setzt sich aus den griechischen Wörtern "Gala" für Milch und "Anthos" für Blüte zusammen. Innerhalb der Gattung sind 19 Arten bekannt. Weit verbreitet sind das kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) und das Großblütige Schneeglöckchen (Galanthus elwesii).

Schneeglöckchen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Schneeglöckchen im Garten pflanzen

Das Frühjahr ist ein günstiger Zeitpunkt, sich über die Sorten zu Schneeglöckchen sollten Sie im September in den Garten pflanzen - und zwar möglichst sofort nach dem Kauf, damit die Zwiebelchen nicht austrocknen. Sie werden in fünf bis acht Zentimeter tiefe Pflanzlöcher mit der Spitze nach oben gesetzt. Zwischen den Löchern muss ein Mindestabstand von 10 bis 15 Zentimetern sein, damit sich die Pflanzen ausbreiten können. Vermeiden Sie es, Schneeglöckchen in die Nähe von Nadelgehölzen zu setzen, da die Erde dort oft zu sauer ist. Wenn Schneeglöckchen mit Samen gepflanzt werden sollen, müssen sie einen Zentimeter tief in die Erde gesät werden.

Schneeglöckchen
Wer viele Glöckchen im Garten haben möchte, sollte die Pflanze am besten in Ruhe lassen. Bildrechte: Diana Fritzsche

 Schneeglöckchen pflegen

Dank der meist feuchten Witterung während der Blütezeit im Februar und März müssen Schneeglöckchen nicht gegossen werden. Dünger brauchen sie auch nicht. Bei zu vielen Nährstoffen treiben die Blätter stärker aus, aber die Blütenbildung wird nicht unterstützt. Nach der Blüte ziehen sich Schneeglöckchen in ihre Zwiebel zurück und reagieren danach empfindlich auf Bodenbearbeitung wie Auflockern oder Jäten. Das sollte bei der Standortwahl bedacht werden.

Schneeglöckchen blüht im Schnee
Der Schnee macht den Schneeglöckchen nichts aus. Bildrechte: IMAGO

Schneeglöckchen vermehren

Schneeglöckchen können Sie durch Selbstaussaat, Aussaat von Samen oder Abtrennen von Zwiebeln vermehren. Bei der Selbstaussaat helfen Ameisen, die Samen zu verteilen. Sie gehen zu Pflanzen mit geplatzten Fruchtknoten und sammeln die Samen wegen ihrer fressbaren Nährkörper ein. Diese Art der Verteilung heißt Myrmekochorie.

Möchten Sie selbst die Samen an gewünschten Orten oder in Kästen aussäen, sollten Sie das direkt im April nach der Reife tun. Sie keimen, wenn die Temperatur zwischen minus vier und vier Grad liegt. Die Erde sollte bei der Aussaat feucht und humos sein. 

Wenn größere Horste durch Abtrennen von Zwiebeln vermehrt werden sollen, ist es sinnvoll, die Zwiebeln während oder kurz nach der Blüte abzutrennen. Dann hat die Zwiebel noch genug Kraft und Zeit, am neuen Platz Wurzeln zu bilden. Um Tochterzwiebeln erfolgreich abzutrennen, müssen die Schneeglöckchen vorsichtig ausgegraben werden. Nachdem die Erde von den Zwiebeln entfernt ist, können die kleineren Zwiebeln von der Hauptzwiebel getrennt und an den neuen Standorten eingepflanzt werden.

Auf einen Blick
Heimat Asien, Europa, Nordamerika
Pflanzenfamilie Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Wuchs Zwei bis 20 cm hoch
Blüte Weiße Blüten
Blütezeit Februar bis April
Früchte Kapselfrucht
Standort Halbschattig bis schattig, unter Sträuchern und an Wegesrändern im Wald
Boden humoser, feuchter Boden
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Besonderheiten Giftig, wilde Schneeglöckchen stehen unter Naturschutz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 02. Februar 2020 | 08:30 Uhr