Einjährige Sommerblumen Petunien: Blütenfülle in der Sonne

Garten-Petunie, Petunia x hybrida, Petunia cultivars

Petunien lieben die volle Sonne und eignen sich daher für alle nach Süden ausgerichteten Standorte. Die farbenprächtigen Blumen zieren Balkon, Terrasse und Garten den ganzen Sommer lang. Um kräftigen Wuchs und Blütenfülle zu fördern, sollten Sie Petunien regelmäßig gießen, düngen und ausputzen.

Eine Petunie der Sorte BabyDoll mit großen, trichterförmigen, pinken Blüten, die weiß gefleckt sind.
Die Petunie 'BabyDoll' zeichnet sich durch ihren kräftigen, verzweigten Wuchs und die großen, pinkfarbenen Blüten mit weißen Punkten aus. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Auf einen Blick
Herkunft Südamerika
Pflanzenfamilie Nachtschattengewächse ( Solanaceae)
Wuchs kompakt, hängend oder lang hängend
Größe etwa 30 Zentimeter hoch und bis zu 150 Zentimeter breit
Blüte Petunien blühen in fast allen Farben von Weiß über Hellgelb, Rosa, Pink, Lila bis hin zu fast schwarzem Dunkelrot. Es gibt außerdem Hybride mit gesprenkelten, zweifarbigen Blüten sowie mit Sternung. Erhältlich sind außerdem Sorten mit gefüllten Blüten.
Blütezeit Mai bis Oktober
Standort in der Sonne, im Hochsommer auch im lichten Schatten
Boden gleichmäßig feucht, aber gut durchlässig; humus- und nährstoffreich
winterhart nein
mehrjährig nein
Besonderheiten Wer Petunien regelmäßig ausputzt, fördert die Bildung neuer Blüten. Sorten mit helleren Blütenblättern gelten als wetterbeständiger als Petunien mit dunkleren Blütenfarben.
Eine Petunie der Sorte Miss Marvelous mit trichterförmigen, dunkellila Blüten mit weißen Rändern.
'Miss Marvelous' blüht in dunklem Violett mit zartrosa Zeichnung. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die beliebten Balkonblumen gibt es in drei verschiedenen Varianten: als kompakte, etwas hängende oder auch als lang hängende Petunien. Je nach Wuchsform schmücken sie Balkonkästen, Ampeln, Töpfe oder Beete in geeigneter Lage.

Schon bei der Pflanzung sollten Sie darauf achten, dass die Petunien ausreichend Platz für ihre Wurzelballen bekommen. Um ihre Blühfreude zu erhalten, werden die Sommerblumen regelmäßig von verwelkten Blüten sowie Samenkapseln befreit. Ein Standort, an dem sie vor kräftigen Windböen und herabprasselndem Regen geschützt sind, ist für Petunien ideal.

Petunien richtig gießen und düngen

Petunien wachsen sehr stark und benötigen viel Sonne. Sie sollten dabei gleichmäßig feucht gehalten werden, Staunässe ist jedoch zu vermeiden. Es empfiehlt sich, Petunien nicht über die Blätter, sondern lieber seitlich zu gießen. An heißen Tagen werden Balkonkästen oder Kübel mit Petunien am besten zweimal gegossen - am Morgen und am Abend.

Wer im Hochsommer einen längeren Urlaub plant, sollte daher über die Anschaffung eines Bewässerungsystems nachdenken. Es gibt inzwischen Geräte mit Tropfern für Balkon- und Kübelpflanzen, die an eine Wasserleitung angeschlossen werden oder sogar über einen Tank verfügen. Wer regelmäßig Geld in eine dekorative Bepflanzung steckt, für den könnte sich solch eine Lösung lohnen. Andernfalls müssen Verwandte, Nachbarn oder Freunde aushelfen. Einfache Tricks wie eine umgedrehte und mit Wasser gefüllte Plastikflasche sorgen zwar für wenige Tage dafür, dass die Blumen nicht vertrocknen. Einen zweiwöchigen Sommerurlaub können sie jedoch nicht überbrücken.

Petunien brauchen vergleichsweise viel Dünger, um prächtig blühen zu können. Sie können deshalb mit Langzeitdünger versorgt werden oder einmal pro Woche etwas Flüssigdünger mit dem Gießwasser bekommen.

Wenn eine Petunie zu lange Triebe entwickelt hat und weniger Blüten bildet, tun ihr ein Rückschnitt und eine anschließende Düngung für neues Wachstum gut.

Vermehrung

Petunien werden über Stecklinge oder Aussaat vermehrt, indem die Samenkapseln verwelkter Blüten abgesammelt werden. Ab Februar können Petunien im Haus vorgezogen werden: Die Samen werden in Anzuchtschalen, am besten mit einer Abdeckung aus Glas oder Kunstoff, bei Temperaturen von mindestens 20 Grad ausgesät. Nach dem Keimen brauchen die jungen Pflanzen viel Licht, können aber an einem etwas kühleren Ort stehen.

Ausgepflanzt werden die kleinen Petunien erst, wenn die Gefahr nächtlicher Fröste vorüber ist, das heißt Ende Mai bis Anfang Juni. Am besten werden die Pflanzen etwa eine bis zwei Wochen vor dem Auspflanzen durch langsames Abhärten an die Bedingungen draußen gewöhnt. Dafür werden sie täglich für eine Weile nach draußen gebracht. Beim Einpflanzen können Petunien gleich mit organischem Dünger, zum Beispiel etwas Kompost im Pflanzloch, versorgt werden.

Eine Petunie der Sorte Lightning Sky mit trichterförmigen, fast schwarzen Blüten, die hellgelbe Punkte und Streifen haben.
'Lightning Sky' nennt sich diese Sorte mit dunkelroten, fast schwarzen Blüten mit hellgelber Zeichnung. Wie alle Petunien schätzt sie einen sonnigen Standort. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Petunien mit anderen Sommerblumen kombinieren

Ein üppig bepflanzter Balkonkasten oder Kübel am Hauseingang ist eine richtige Augenweide. Petunien passen dabei gut mit den Zauberglöckchen (Calibrachoa) zusammen, da sich die Blüten beider Pflanzengattungen ähneln, aber in ihrer Größe unterscheiden. In einem Kasten oder Kübel können Petunien außerdem mit kleinen Wandelröschen (Lantana-Hybriden), Lobularien, Fächerblumen (Scaevola) und Eisenkraut (Verbena) kombiniert werden. Besonders attraktiv wirken Pflanzungen, bei denen hängende Sorten und aufrecht wachsende Blumen zum Einsatz kommen. Auch unterschiedlich große Blüten - wie die von Petunien und Lobularien - sehen in Kombination toll aus. Wichtig ist nur, dass alle verwendeten Pflanzen ähnliche Ansprüche an ihren Standort haben.

Pflanzbeispiel Ein Blumenkasten mit Erdbeeren und Oregano für den sonnigen Balkon

Hmmm, lecker - Erdbeeren aus dem eigenen Balkonkasten! Das funktioniert gut, wenn der Balkon viel Sonne abbekommen. Wie sich Erdbeeren gut kombinieren lassen, verrät Stauden-Profi Pascal Klenart aus Erfurt.

Blumenkasten mit Mädchenhaargras, Goldwolfsmilch, Katzenminze, Erdbeeren, Oregano und Küchenschelle.
Wer sich für Stauden im Kübel entscheidet, hat einen großen Vorteil: Sie sind winterhart und können bis zu zwei Jahre im Blumenkasten bleiben. Werden sie zu groß, können sie anschließend ausgepflanzt werden. Für sonnige Terrassen und Balkone können beispielsweise Mädchenhaargras, Goldwolfsmilch, Katzenminze, Erdbeeren, Oregano und Küchenschelle zusammen gepflanzt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blumenkasten mit Mädchenhaargras, Goldwolfsmilch, Katzenminze, Erdbeeren, Oregano und Küchenschelle.
Wer sich für Stauden im Kübel entscheidet, hat einen großen Vorteil: Sie sind winterhart und können bis zu zwei Jahre im Blumenkasten bleiben. Werden sie zu groß, können sie anschließend ausgepflanzt werden. Für sonnige Terrassen und Balkone können beispielsweise Mädchenhaargras, Goldwolfsmilch, Katzenminze, Erdbeeren, Oregano und Küchenschelle zusammen gepflanzt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Rote Blüte einer immertragenden Erdbeere.
Immertragende Erdbeeren lassen sich den ganzen Sommer über naschen. Das Naschobst blüht je nach Sorte in Weiß oder rot. Die Fragaria x ananassa ‚toscana‘ (im Bild) trägt eine rote Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Immertragende Erdbeere mit weißen Blüten.
Zu den weißblühenden Erdbeeren gehört die Fragaria x ananassa ‚Elan‘. Erdbeeren mit verschiedenen Blütenfarben lassen sich auch gut kombinieren. Pascal Klenart hat die beiden Erdbeersorten rechts und links in den Balkonkasten gepflanzt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Hopfenblütiger Oregano mit grünen Blättern.
Der hopfenblütige Oregano ist essbar und schmeckt beispielsweise auf Pizza oder zu Kartoffeln gut. Außerdem ist er bei Bienen und anderen Insekten als Futterpflanze sehr beliebt. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Leuchtendgrünes Mädchenhaargras.
Mädchenhaargras ziert das ganze Jahr über den Kasten. Weil es als trockenheitsresistent gilt, sind für das Ziergras sonnige Standorte kein Problem. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Goldwolfsmilch mit gelben Blüten und grünen Blättern.
Die Goldwolfsmilch hat mit Trockenheit ebenfalls keine Probleme. Sie gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, deren Pflanzensaft die Haut reizen kann. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Katzenmitnze mit lila Blütenständen.
Die Katzenminze blüht von Mai bis September. Ihre hellvioletten Blüten sind zierlich. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwei rote Blüten einer Küchenschelle.
Die Küchen- oder Kuhschelle gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist giftig. Doch ihre Blüten sehen bestechend schön aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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