Aus dem Kräutergarten Liebstöckel anbauen, pflegen und vermehren

Levisticum officinale, weitere Namen: Maggi-Kraut, Gichtstock, Luststock, Nussstock

Liebstöckel gehört zu den Kräutern, die Gerichten einen ungewohnten, würzigen Geschmack verleihen. Er gehört in jeden Küchengarten.

Liebstöckel
Die zarten Blätter des Liebstöckels duften schon beim leichten Zerreiben sehr intensiv. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Stückchen zerriebenes Blatt zwischen den Fingern reicht, um den Duft des Liebstöckels zu genießen. Würzig, ein bisschen nach Sellerie, ein bisschen nach Maggi - auf jeden Fall nicht zu verwechseln. Die Blätter des Liebstöckels passen in Suppen und Fleischgerichte. Sie verleihen Käse einen einzigartigen Geschmack und eine Kräuterbutter schmeckt ohne ein paar Blättchen Liebstöckel nur halb so lecker.

Auch wenn es der Name Maggi-Kraut, wie Liebstöckel auch gern genannt wird, nahe legt - in Maggi ist kein Maggikraut.

Vermehrung und Verjüngung

Liebstöckel
Liebstöckel wächst auch im Topf. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Liebstöckel lässt sich ganz klassisch aussäen. Aber für die meisten ist ein ganzer Garten voller Liebstöckelpflanzen zu viel. Deshalb bietet es sich an, ein Stück der Pflanze vom Nachbarn zu bekommen. Liebstöckel lässt sich am besten im Herbst, wenn er seine Blätter verliert, oder im Frühling, bevor er austreibt, teilen. Dazu wird die Pflanze ausgegraben und der Wurzelballen mit einem Spaten mittig geteilt. Ein Stück wieder eingraben, ein Stück an einen neuen Standort setzen - oder an die Nachbarn verschenken, so einfach geht die Vermehrung. Eine Handvoll Kompost im Pflanzloch erleichtert den Start. Die neu eingegrabenen Pflanzen gut wässern!

Standort und Pflege

Die lichten, grünen, gefiederten Blätter punkten nicht nur in der Küche. Auch im Küchengarten macht sich der Doldenblütler optisch gut. An einem sonnigen bis halbschattigen Platz, auf nährstoffreichem, gerne etwas lehmigen Boden wächst Liebstöckel ohne Probleme. Der Boden sollte immer feucht gehalten werden, Trockenheit bereitet der Pflanze Stress. Bei guter Pflege kann die winterharte Pflanze viele Jahre alt werden. Liebstöckel braucht genügend Platz, denn er wächst bis zu zwei Meter hoch und ordentlich in die Breite. Gern nimmt er aber auch mit einem großen Topf vorlieb.

Kräuter vorgestellt Die Klassiker im Kräutergarten

Lassen Sie sich verführen von aromatischen Kräutern, die dekorativ aussehen, duften und auch noch heilsame Wirkungen haben. In dieser Bildergalerie stellen wir verschiedene Kräuter und ihre Besonderheiten vor.

Melissen-Kraut mit kleinen Blüten
Die frischen Blätter der Melisse verbessern den Geschmack von Salaten, Getränken und Süßspeisen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Melissen-Kraut mit kleinen Blüten
Die frischen Blätter der Melisse verbessern den Geschmack von Salaten, Getränken und Süßspeisen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blätter der Zitronenmelisse.
Zitronenmelisse verleiht Bowlen und Desserts ein zitroniges Aroma. Auch Fleischgerichten gibt sie eine spezielle Note. Die Wirkstoffe sind beruhigend und schlaffördernd. Zitronenmelisse ist winterhart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Thymian-Arten
Fast alle Thymian-Sorten bilden schöne, dichte Polster. Sie unterschieden sich trotzdem in ihrem Wuchs, in der Blüte und auch im Aroma. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Thymian-Pflanze .
Orangenthymian hat ein fruchtiges Aroma und ist ideal für Fleischspeisen. Im Geschmack ist er milder als der Gewürzthymian. Die Blätter eignen sich auch als Kartoffelgewürz und für Tee. Die ätherischen Öle helfen gegen Erkältungskrankheiten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Liebstöckel
Der winterharte Liebstöckel wird auch Maggi-Kraut genannt, da er ein sehr würziges Aroma hat. An einem sonnigen Platz im Kräutergarten gedeiht er viele Jahre lang. Liebstöckel verfeinert Suppen und Kräuterbutter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Zitronenthymian
Der Zitronenthymian (Thymus x citiodorus 'Silver Queen') schmeckt fruchtig und wird für das Würzen von Fischgerichten und Soßen geschätzt. Auch in Honig eingelegt, sorgt er für ein ganz spezielles Aroma. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hellgrüne basilikumpflanze die buschig wächst
Buschbasilikum ist besonders würzig und schmeckt hervorragend zu Tomatengerichten oder zu Erdbeeren. Basilikum sollte immer einzeln stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Lila Blüte eines roten Strauchbasilikums.
Roter Strauchbasilikum ist eine robuste Sorte, die es sonnig mag. Er hat eine kräftige Basilikumnote. Die Pflanze bildet wunderschöne lange Blüten, die Insekten anlocken. Die Blätter verlieren auch nach der Blüte nicht ihr Aroma, können also weiter geerntet werden. Roter Strauchbasilikum ist mehrjährig, aber nicht winterhart. Übrigens: Der Saft der Blätter soll gegen Juckreiz und Entzündungen nach Insektenstichen helfen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rosmarin-Pflanze
Rosmarin sollte im Topf gepflanzt werden, da er so besser überwintert werden kann. Rosmarin kann in einem großen Kübel bis zu zwei Meter hoch werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ein Blumentopf mit verschiedenen Kräutern
Diese Kräuterarten passen gut in einen Kübel: Salbei, Ysop, Römischer Wermut und Bergbohnenkraut. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Bergbohnenkraut, kleine Pflanze
Das Bergbohnenkraut ist aromatischer als das normale Bohnenkraut. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ananassalbei, kleine Pflanze
Die Blätter des Ananas-Salbeis werden vor allem für Getränke verwendet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ysop
Ysop ist ein hervorragendes Gewürz für Fleisch- und Fischgerichte. Die Blüte ist essbar und eignet sich zum Garnieren. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Wermut
Wermut ist ein Heilkraut. Die Blätter werden für Magentees oder in Kräuterlikör verwendet. Es sollten immer nur sehr kleine Mengen verwendet werden. Wermut wächst sehr ausladend und breitet sich schnell im Garten aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hochwachsende Wermut-Pflanze
Der Römische Wermut wächst kompakter und bleibt eher klein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Pflanze
Die Weinraute wird ein richtiger, 40 bis 60 Zentimeter hoher Busch. Sie ist winterhart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 05. April 2020 | 08:30 Uhr

Ernte und Verwendung

Die grünen Blätter können vom Frühling bis zum Herbst nach Bedarf geerntet werden, solange genügend grüne Blätter an der Pflanze bleiben. Klein geschnitten passen sie zu Suppen und in die Kräuterbutter, aber auch zu vielen anderen Gerichten. Achtung: Nicht überdosieren! Der Geschmack ist sehr intensiv. Meist reicht ein Zweiglein.

Schöne Gewürzkräuter Basilikum bis Zitronenverbene - Kräuter vorgestellt

Wir stellen Kräuter vor, die vielleicht noch in Ihrem Kräuterbeet fehlen: Buschbasilikum, blühenden Sauerklee und Zimmerknoblauch zum Beispiel. Das Kraut der Unsterblichkeit schmeckt zwar seltsam, soll aber gesund sein.

In einem Blumentopf steht ein Buschbasilikum. Das Besondere ist der lange stiel, der eine runde Krone mit kleinen Blättern trägt.
Dieses mehrjährige, veredelte Buschbasilikum sieht nicht nur hübsch aus, sondern liefert das ganze Jahr über aromatische Blätter.
Die Pflanze sollte an einem hellen Platz auf der Fensterbank stehen. Winterhart ist sie nicht. Die Krone kann locker 30 Zentimeter groß werden. Wichtig ist, die Blätter regelmäßig zu ernten, so bleibt die Pflanze kompakt und schön buschig.
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
In einem Blumentopf steht ein Buschbasilikum. Das Besondere ist der lange stiel, der eine runde Krone mit kleinen Blättern trägt.
Dieses mehrjährige, veredelte Buschbasilikum sieht nicht nur hübsch aus, sondern liefert das ganze Jahr über aromatische Blätter.
Die Pflanze sollte an einem hellen Platz auf der Fensterbank stehen. Winterhart ist sie nicht. Die Krone kann locker 30 Zentimeter groß werden. Wichtig ist, die Blätter regelmäßig zu ernten, so bleibt die Pflanze kompakt und schön buschig.
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hellgrüne Blätter des Ananassalbeis.
Dieser Ananassalbei ist mehrjährig und sehr ausdauernd, sollte aber frostfrei überwintert werden. Am besten wird er in einen Kübel gepflanzt und im Winter dann an einem kühlen frostfreien Ort überwintert, zum Beispiel im Hausflur. Mit den aromatischen Blättern lassen sich süße Speisen hervorragend aufpeppen. Sehr gut schmecken die Blätter im Quark oder einfach mit kaltem (Mineral-) Wasser übergossen als Limonade. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Brasilianischer Sauerklee - Dunkellila Blätter und weiße Blüten des Sauerklees
Eine Augenweide ist der Brasilianische Sauerklee mit den dunkelvioletten Blättern und den hübschen weißen Blüten. Das Beste ist, dass alle Pflanzenteile essbar sind. Der Geschmack erinnert an Sauerampfer. Schmeckt gut im Quark, im Salat oder auch als Brotaufstrich. Die Pflanze kann im Sommer rausgestellt werden. Da sie nicht winterhart ist, muss der Kübel im Winter aber rein. Er sollte an einem schönen hellen Platz stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Sauerklee-Pflanze mit hellgrünen Blättern in einem Blumentopf
Auch diese etwas kleinere Variante des Sauerklees ist etwas für die heimische Fensterbank. Verwendet wird er wie der große Bruder aus Brasilien. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Trieb des Bronzefenchels. Der Trieb ähnelt einer Feder.
Der Bronzefenchel ist winterhart, kann also gleich ins Beet gepflanzt werden. Die Pflanze zieht sich im Winter zurück und treibt dann im Frühling neu aus. Das Kraut kann sowohl frisch verzehrt oder auch mitgekocht werden. Fenchel schmeckt sehr gut zu Fisch oder im Salat. Auch die Samen können frisch oder getrocknet gegessen werden. Idealer Platz im Garten ist ein sonniger Standort in einer geschützten Lage. Kalkhaltiger Boden ist ideal. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
französischer Estragon - Estragon Pflanze in Blumentopf
Der französische Estragon ist das Gourmetkraut der französischen Küche. Er schmeckt etwas pfeffrig und hat gleichzeitig einen leicht süßen, anisartigen Geschmack. Das Kraut ist ideal, um Kräuteressig herzustellen oder auch zum Würzen von Fisch. Die Pflanze ist winterhart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Dalmatiner Salbei - Hellgrüne Salbeipflanze mit rauhen Blättern.
Das besondere an diesem winterharten Dalmatiner Salbei ist, dass er praktisch immergrün ist und das ganze Jahr über geerntet werden kann. Er schmeckt etwas milder als der normale Salbei. Wunderbar als Tee, zu Fleisch oder Fischgerichten.  Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Zimmerknoblauch Gräserartiger Zimmerknoblauch
Knoblauchgeschmack ohne zu stinken? Geht prima mit Schnittknoblauch. Es gibt unterschiedlich scharfe Sorten im Handel. Die Pflanzen sind winterhart, sehr ausdauernd und werden ähnlich wie Schnittlauch schön buschig. Im Winter ziehen sich die Triebe zurück. Im Frühling treibt die Pflanze neu aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Jiaogulan Blätter der Jiaogulan-Pflanze.
Jiaogulan kommt aus China und wird auch das Kraut der Unsterblichkeit genannt. Die Pflanze wächst je nach Standort kletternd oder hängend. Die Blätter kann man essen oder auch zu einem Tee verarbeiten. Der Geschmack ist leicht bitter, dafür soll das Kraut aber von gesunden Inhaltsstoffen nur so strotzen. Die Pflanze ist mehrjährig, sollte im Winter aber rein. Sie sollte immer feucht gehalten werden und darf nicht austrocknen. Im Halbschatten wächst sie besser als in der Sonne. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Tymian Orange Blätter einer Thymian-Pflanze
Der Thymian Orange macht seinem Namen alle Ehre und hat ein wunderbares Orangenaroma. Schmeckt besonders gut in asiatischen Gerichten. Die Pflanze ist winterhart und immergrün, liefert also auch im Winter frisches Kraut. Die Blätter kann man trocknen und als Tee aufgießen. Auch zu Fleisch passt Thymian gut. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Oreganopflanze in einem Blumentopf
Auch dieser Oregano ist winterhart. Das typisch italienische Gewürz sollte in keinem Kräutergarten fehlen. Es gibt der Pizza oder der Tomatensoße den typischen Geschmack. Passt aber auch als Gewürz zum Grillen für Gemüse und Fleisch. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Zitronenverbene Grüne Blätter der Zitronenverbene
Zitronenverbene ist schmackhaft für Salate oder fruchtigen Tee. Das Kraut gibt es auch als Stamm, aus dem ein richtiges Bäumchen werden kann. Die Pflanze muss frostfrei überwintert werden. Im Winter verliert sie die Blätter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Große strukturierte Blätter einer Wasabi-Pflanze.
Echter Wasabi stärkt das Immunsystem. Die Blätter sind angenehm scharf und aromatisch. Die enthaltenen gesunde Rettichöle geben Salaten und Wok-Gerichten das gewisse Etwas. Wer es schärfer mag, kann die Stängel nutzen. In Japan wird auch die Wurzel verwendet – vor allem für Sushi-Gerichte. Dann stirbt die Pflanze allerdings. Wasabi ist mehrjährig, muss aber im Gewächshaus überwintert werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Grüne Blätter des Wasabi-Krautes.
Wasabi-Rauke schmeckt im Gegensatz zur nussigen Rauke ähnlich wie Meerrettich. Sie ist angenehm scharf. Am besten wächst sie an einem feuchten nährstoffhaltigen Standort. Bis in den November hinein können die Blätter geerntet werden. Die Pflanze ist einjährig, sät sich aber aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Knobigras, die breiten Blätter haben einen weißen Rand.
Knobigras stammt ursprünglich aus dem Iran. Es hat ein angenehmes Knoblauch-Aroma ohne unangenehme Geruchsbelästigung. Das Gras ist nicht winterhart, überlebt aber in der Küche auf der Fensterbank. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gartenknofie mit lila Blütenbällen.
Alle Pflanzenteile des Gartenknofi sind essbar. Wie das Knobigras schmeckt Gartenknofi nach Knoblauch, aber nach dem Verzehr bleibt kein unangenehmer Nachgeschmack. Gartenknofi ist mehrjährig und verträgt Temperaturen bis -25 Grad. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 05. April 2020 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 05. April 2020 | 08:30 Uhr