Symbol für gute Wünsche Glücksklee: Die Topfpflanze überwintern und vermehren

Sauerklee; botanischer Name: Oxalis tetraphylla, früher Oxalis deppei

Ein kleiner, hübsch dekorierter Blumentopf, mit Glücksklee bepflanzt, hat als Geschenk zu Weihnachten oder Silvester eine besondere Bedeutung: Er vereint alle guten Wünsche für das neue Jahr. Wie Sie den grünen Glücksbringer pflegen, überwintern und aus den Zwiebeln vermehren, erfahren Sie hier.

Glücksklee mit Blüte
Glücksklee bildet nicht nur vierteilige Blätter mit dunkler Zeichnung, sondern auch dekorative Blüten. Bildrechte: imago/Westend61

Jedes Blatt ein kleiner Glücksbringer: Zu Weihnachten, Silvester und Neujahr ist der Glücksklee (Oxalis tetraphylla) ein beliebtes Mitbringsel, weil diese Art vier- statt dreiteilige Blätter an jedem Stiel trägt. Als Topfpflanze gedeiht der Klee mit seinen "Glücksblättern" problemlos im Haus. Doch er landet oft wenige Wochen nach dem Jahreswechsel im Müll. Das muss nicht sein: Es lohnt sich, dem mehrjährigen Glücksklee etwas Aufmerksamkeit und Pflege zu gönnen. Er wächst bis zum Frühling weiter und kann dann auf Balkon und Terrasse umziehen, wenn kein Frost mehr droht. Bei der richtigen Pflege bildet Glücksklee an langen Stielen sogar zarte, trichterförmige Blüten in Rot- oder Rosatönen.

Standort für den Glücksklee

Der ursprünglich aus Südamerika stammende Glücksklee braucht einen hellen, frostfreien Standort. Stellen Sie ihn am besten an ein Fenster. Die Topfpflanze gehört aber nicht auf oder direkt neben die Heizung, da dort die Luft zu warm und zu trocken ist. Ein heller Platz in einem ungeheizten Raum mit Temperaturen zwischen zehn und 18 Grad gilt als optimal. Im Sommer fühlt sich der Glücksklee auch auf dem Balkon wohl, er sollte aber nicht austrocknen. Wählen Sie einen Standort in der Sonne oder im Halbschatten.

Pflege von Glücksklee

Damit der Glücksklee kräftige, saftig-grüne Blätter entwickelt, braucht er gleichmäßige Wasser- und Düngergaben. Lassen Sie die Topfpflanze während der Wachstumsphase nicht vollständig austrocknen. Ertränken Sie den Klee aber auch nicht, die Erde im Topf sollte durchlässig sein und nicht faulen. Alle zwei Wochen wird dem Gießwasser am besten etwas flüssiger Dünger beigefügt. Beim Glücksklee wird zwischen der Wachstums- und der Ruhephase unterschieden: Im Herbst nach der Blüte zieht die Pflanze normalerweise ein. Der Glücksklee sammelt in den Zwiebeln Kraft für die Vegetationsruhe. Wenn Sie das Gießen ab August mit dem Ende der Blütezeit langsam einstellen, welken die Blätter im Herbst. Dann fällt die Ruhezeit auf den Winter. Bei Pflanzen, die zum Jahreswechsel gekauft wurden und im Winter grüne Blätter tragen, würde die mehrwöchige Ruhephase im Frühjahr beginnen. Dafür müsste das Gießen eingestellt werden.

Glücksklee überwintern, vermehren und aus Zwiebeln heranziehen

Während der Ruhezeit können die Zwiebeln für die Vermehrung ausgegraben und wie Dahlienknollen aufbewahrt werden. Oder Sie überwintern den Glücksklee-Topf einfach in einem kühlen Raum, ohne ihn zu gießen.

Im späten Frühling oder Frühsommer, wenn kein Frost mehr droht, können Sie die Zwiebelchen des Glücksklees einpflanzen oder umtopfen. Dazu eignet sich ein größerer Topf oder Balkonkasten mit Blumenerde am besten. Setzen Sie die Zwiebeln etwa fünf Zentimeter tief in die Erde. Bei dieser Gelegenheit können Sie die Pflanze vermehren: Wenn Sie neben den größeren Mutterzwiebeln kleine Brutzwiebeln entdecken, trennen Sie diese vorsichtig ab und pflanzen sie mit etwa 15 bis 20 Zentimetern Abstand zueinander ein - oder in einzelne Töpfchen. Nach sechs bis acht Wochen zeigen sich die ersten Blätter. Glücksklee fühlt sich im Sommer an der frischen Luft am wohlsten. Ganz wichtig während der sommerlichen Wachtumsphase: das Gießen und gelegentliches Düngen bitte nicht vergessen! Beim Glücksklee ist auch die Vermehrung über Aussaat im Herbst möglich.

Sauerklee: Im Garten gefürchtet

Glücksklee überlebt die kalte Jahreszeit draußen in der Regel nicht, da er frostempfindlich ist. Sind die Winter jedoch sehr mild, kann er sich auch im Garten ausbreiten. Wo das nicht gewünscht ist, sollten alle Zwiebelchen sorgfältig ausgegraben werden.

Klee mit dunkelgrünen Blättern und behaarten Kapselfrüchten
Hornfrüchtiger Sauerklee ist gefürchtet im Garten, da er sich über Samen und Wurzeln verbreitet. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Der Glücksklee hat zudem einen Verwandten, der als unerwünschte Pflanze im Garten gefürchtet ist: der Hornfrüchtige Sauerklee (Oxalis corniculata), oft nur Sauerklee genannt. Die meist einjährige Art hat im Gegensatz zum Glücksklee jedoch dreiteilige Blätter, das heißt sie ist "dreiblättrig", und blüht gelb. Hornfrüchtiger Sauerklee verbreitet sich im Rasen, in Fugen sowie in Beeten - und nutzt dazu seine Samen und Pfahlwurzeln. MDR Gartenexpertin Brigitte Goss rät: Wer den Klee loswerden möchte, sollte ihn über den Sommer mit wasserdurchlässigem, dunklem Vlies oder wasserdurchlässiger, schwarzer Folie abdecken. Die Pflanze wächst sich darunter "zu Tode", sofern es feucht und dunkel genug ist. Nach einem Jahr kann die Abdeckung entfernt werden.

Auf einen Blick: Glücksklee
Heimat Süd- und Mittelamerika
Pflanzenfamilie Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)
Wuchs bis zu 20 Zentimeter hohe, krautige Zwiebelpflanze mit vierteiligen Blättern an einzelnen, langen Stielen; die Sprossachse wächst unterirdisch
Blüte langstielige, etwa zwei Zentimeter große, trichterförmige Blüten in Rot- und Rosatönen
Blütezeit April bis Juli
Früchte Kapselfrüchte mit winzigen Samen darin
Standort hell bis halbschattig; kühl, aber frostfrei; im Haus ohne Zugluft
Boden durchlässig, nährstoffreich, gleichmäßig feucht
Winterhart nein
Mehrjährig ja
Besonderheiten Vermehrung über Brutzwiebeln möglich

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Dezember 2019 | 08:30 Uhr