Beeindruckende Staude Rittersporn bringt intensives Blau in den Garten

Rittersporne faszinieren durch ihre Blautöne und ihre majestätische Gestalt. Doch die Stauden sind anspruchsvoll und verlangen ein geschicktes Händchen, damit sie über Jahre immer wieder erblühen. Wir haben Tipps zur Pflanzung und Pflege zusammengestellt.

Violett blühender Rittersporn, dessen Blüten in der Mitte je einen weißen Fleck haben.
Abgesehen von den klassischen Sorten gibt es auch gefüllte Rittersporn-Züchtungen. Bildrechte: MDR
Im Überblick
Standort sonnig, nicht zu heiß; windgeschützt, am Fuß auch gerne beschattet  
Boden leicht feucht, aber durchlässig und tiefgründig; lehmig, humus- und nährstoffreich  
Blütenfarben verschiedenste Blautöne, neuere Züchtungen auch weiß, gelb oder rosa  
winterhart je nach Sorte ja  
Sorten zahlreiche Sorten in drei Gruppen: Elatum-, Belladonna- und Pacific-Hybride  
Schädlinge Schnecken, Echter Mehltau  
Hinweis Die gesamte Pflanze ist giftig!  

Der passionierte Gärtner und Staudenzüchter Karl Foerster (1874-1970) schrieb einst:

Blau ist eine Welt, die kein Mensch überschauen kann.

Keine andere Farbe mache "gartenfroher". In seinem Buch "Blauer Schatz der Gärten" räumt Foerster dem Rittersporn deshalb gleich mehrere Kapitel ein. Ob Himmel-, Kobalt-, Azurblau oder Violett, die Pflanze strahlt während der Blüte ab Ende Juni in intensiven Blautönen. Auch ihre majestätische Form begeistert zahllose Gartenbesitzer: Je nach Sorte erreichen Rittersporne eine Höhe von 70 bis 200 Zentimetern.

Langlebige Rittersporn-Sorten bevorzugen

Die Gartenarchitektin und Staudenexpertin Petra Pelz rät dazu, beim Kauf auf die Sorte zu achten. Nicht jeder Rittersporn, den die Gartenmärkte anbieten, ist langlebig und erblüht von Jahr zu Jahr immer wieder.

Königsblau blühender Rittersporn
Kobaltblau im Garten: Rittersporn ist faszinierend anzusehen, aber giftig. Bildrechte: MDR

Sie rät dazu, die winterharten Züchtungen von Karl Foerster zu bevorzugen. Wer lange Freude am Rittersporn haben möchte, sollte demzufolge zu Elatum-Sorten wie 'Finsteraahorn' oder 'Azurzwerg' greifen. Gezüchtet wurden sie aus dem Hohen Rittersporn (Delphinium elatum), einer seltenen Bergpflanze.

Auch die zierlicheren Belladonna-Hybriden wie Foersters 'Ballkleid' zählen laut der Staudenkennerin zu den langlebigen Züchtungen. Viele Pacific-Hybriden bilden zwar beeindruckende Blüten, überstehen aber den Winter meistens nicht. Grundsätzlich gilt: Ausdauernder als aus Sämlingen angezogene Pflanzen sind Rittersporne, die vegetativ - zum Beispiel durch Stecklinge - vermehrt wurden.

Manch Ritterspornblau, wie das der Züchtungen 'Meergott' oder 'Azurriese', hört zuweilen in besonderer Beleuchtung fast auf, Blumenstoff zu sein, und steht in einem fast flüssig blauen Feuer...

Karl Foerster Blauer Schatz der Gärten (1940)

Pflege des Rittersporns

Wenn der Rittersporn im Garten verkümmert, ist jedoch nicht immer die Sorte schuld. Die Staude ist anspruchsvoll und benötigt sehr viele Nährstoffe. Mit Kompost, Pferdemist und Hornmehl sollten Gartenbesitzer beim Rittersporn daher nicht geizen. Gedüngt werden kann im Frühjahr und nach dem Rückschnitt im Sommer. Regelmäßiges Gießen ist ebenfalls wichtig.

Die Pflanze ist außerdem anfällig für Echten Mehltau, Spinnmilben, Rost und Schnecken. Gerade beim Austrieb im Frühjahr empfiehlt sich daher ein Schneckenschutz. Kommt es zum Befall mit Echtem Mehltau, müssen betroffene Blätter gleich im Hausmüll entsorgt werden. Wenn sich die ersten Blütentriebe zeigen, sollten besonders hohe Rittersporne mit Bambusrohren oder anderen Stäben gestützt werden.

Ritterspornpflanzen 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wer sich Rittersporn in den Garten pflanzen möchte, sollte die Staude gleich zurückschneiden. Das regt das Wachstum an. Die Pflanze wurzelt besser ein und treibt schnell neue Blüten aus.

MDR FERNSEHEN So 14.06.2020 08:30Uhr 00:50 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/anpflanzen/rittersporn-pflanzen-schneiden-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Nach der Blütezeit im Sommer ist ein Rückschnitt auf etwa 10 bis 20 Zentimeter nötig. Mit etwas Glück kommt es im Herbst zu einer zweiten Blüte. Dafür braucht der Rittersporn genügend Platz: Benachbarte Stauden sollten ihn nicht bedrängen, Rittersporn verträgt die Konkurrenz anderer Pflanzen nicht besonders gut. "Alle drei Jahren sollte Rittersporn geteilt und umgesetzt werden, damit er weiter gut gedeiht", rät Petra Pelz.

Verschiedene Pflanzen, darunter hochgewachsener Salbei und gelb blühender Sonnenhut, im Egapark Erfurt
Im Staudenbeet harmoniert Rittersporn gut mit gelbem Sonnenhut oder dem Ziersalbei 'Black&Bloom'. Bildrechte: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 14. Juni 2020 | 08:30 Uhr